Nur: Fördermittelgeber üben sich in Zurückhaltung / Viel Lob für Ringreiterverein vom Landeschef der Reiter

Alle wollen das Reitsportzentrum

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Hinrich Köhlbrandt (v.l.), Planer Hayung Köhler und der Landesvorsitzende des Pferdesportverbandes, Dieter Medow, beim Sponsorenabend.

FEHMARN - hö - Die Verantwortlichen des Fehmarnschen Ringreitervereins (FRRV) planen seit etwa zwei Jahren den Bau eines großen Reitsportzentrums am Nordrand von Burg, angebunden über die Kreisstraße 49. Über die Parteigrenzen hinweg stößt dieses Vorzeigeprojekt auf große Zustimmung. Der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan ist gefasst (wir berichteten).

In den letzten Monaten ist es etwas ruhiger geworden um das ehrgeizige Projekt. Das heißt aber nicht, dass hinter den Kulissen nicht gearbeitet wird. Ganz im Gegenteil. Hinrich Köhlbrandt, 1. Vorsitzender des FRRV, machte auf dem im Rahmen des Fehmarn-Pferde-Festivals stattfindenden Sponsorenabend deutlich, dass der Verein fest entschlossen ist, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Wir hoffen, dieses zukunftsweisende Projekt in den nächsten drei Jahren zu bewältigen.“

Mit dem 1. Vorsitzenden des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Dieter Medow, hat der Bau des Reitsportzentrums einen großen Fürsprecher. Der 69-Jährige, Stammgast beim Fehmarn-Pferde-Festival, sprach von einem sogenannten Leuchtturmprojekt. „Wir sind stolz als Verband, solche Initiatoren zu haben“, zollte der Landeschef der Reiter dem FRRV großen Respekt. Gleichzeitig versprach er, dem Verein jegliche Unterstützung zukommen zu lassen, um an Fördermittel heranzukommen.

Und das dürfte wohl die härteste Nuss sein, die es zu knacken gilt. „Sie finden es alle toll, klopfen uns auf die Schulter, doch wenn‘s um eine Förderung geht“, dann wird‘s nach Köhlbrandts Wahrnehmung überschaubar. „Einige winken fröhlich ab“, meinte auch Dieter Medow. Man werde nicht lockerlassen, gab Köhlbrandt die Richtung vor.

Ein wichtiges Element zur Finanzierung des Projekts ist das vereinseigene Grundstück am Grünen Weg, das veräußert und später Bauland werden soll. „Ein Faustpfand“, so Köhlbrandt, der im Rahmen des Sponsorenabends Martin Stolz seinen Dank aussprach, der „als absoluter Förderer“ das Projekt „entscheidend mit vorangebracht“ habe.

Trotzdem: Nach Köhlbrandts Angaben fehlen noch die letzten 20 bis 30 Prozent der Investitionssumme. Eine genaue Höhe nannte er nicht, doch dürfte für solch ein Projekt ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag erforderlich sein, war aus Reitsportkreisen zu hören.

„Es ist einzigartig nicht nur für Fehmarn, sondern für Schleswig-Holstein“, machte der zuständige Planer Dipl.-Ing. Hayung Köhler die Bedeutung des Projektes für den Reitsport im nördlichsten Bundesland deutlich. Auf dem rund 6,8 Hektar großen Areal sollen zwei Hallen errichtet werden. Eine große mit einer Reitfläche von 70 x 30 Metern, die S-Springen ermöglicht, sowie eine kleinere Vorbereitungshalle. Daneben zwei Ebbe-Flut-Reitplätze, wobei der kleinere wiederum zur Vorbereitung dienen soll. Von einem rund 150 Plätze umfassenden Gastronomiebereich soll sowohl in die große Halle als auch auf den Reitplatz geschaut werden können. Ein befestigter Parkplatz bietet rund 160 Stellplätze für Besucher.

Um für eine bessere Auslastung der Reitsporthalle zu sorgen, kann der Planer sich vorstellen, das Gebäude so zu konzipieren, dass es als Multifunktionshalle, beispielsweise mit einem variablen Boden, nutzbar ist.

Es gibt also noch viel zu tun für die Verantwortlichen des Fehmarnschen Ringreitervereins. Parallel werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, Politiker zu mobilisieren, sich für das Projekt stark zu machen. Erster Ansprechpartner auf dem Sponsorenabend war der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU), gleichzeitig Schirmherr des Fehmarn-Pferde-Festivals. Doch auch die Landespolitiker sind gefordert.

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