Nachtwächter Waldemar Maas

Alte Zeiten leben wieder auf

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Ab kommenden Donnerstag bietet Waldemar Maas abendliche Führungen durch die Inselmetropole an.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon – Die Inselmetropole wird um eine Attraktion reicher. Ab der kommenden Woche bietet Waldemar Maas aus Burg abendliche Führungen durch die Altstadt an. In der Kluft eines Nachtwächters wird er kleineren Personengruppen Burg geschichtlich näherbringen.

Er wird auf seiner rund zweistündigen Tour vieles aus der Historie des Ortes erzählen und dabei auch die dunkle Seite vergangener Zeit, wie zum Beispiel die der Hexenverfolgung, nicht unerwähnt lassen.

Auf die Frage, wie er denn auf die Idee gekommen sei, künftig solche abendlichen Touren anzubieten, sagt er: „Es reifte ganz langsam in meinem Hinterkopf heran“.

Waldemar Maas wurde 1947 in Burg geboren, darf sich also mit Recht Fehmaraner nennen. Er stammt aus einer echten fehmarnschen Familie und kann ihre Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Er übte viele Jahren den Beruf eines Elektrikers aus und wechselte später in den Job eines Krankenpflegers im Operationsdienst. Seit 2003 befindet sich Waldemar Maas im verdienten Ruhestand. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder.

Mit Fehmarn und seiner Geburts- und Heimatstadt Burg ist Waldemar Maas sehr eng verbunden. Viele Jahre war er 1. Ältermann in der Burger Concordia-Gilde und leitete zudem über längere Zeit den Burger Männergesangverein. Zehn Jahre betreute er auch den Jugendspielmannszug der Burger Feuerwehr.

Wenn jemand Fehmarn und besonders die Inselme- tropole kennt, dann ist er es. Und was Waldemar Maas nicht wusste, hat er sich durch Nachlesen angeeignet.

Auf seinen wöchent- lichen Touren möchte er nun Interessierten seine Heimatstadt zeigen, ausgiebig auf die Geschichte Burgs eingehen und verspricht schon jetzt, diese Touren per pedes mit Witz und einigen Anekdoten zu bereichern. Dieses in hochdeutscher Sprache, aber auch das Plattdeutsche soll nicht zu kurz kommen.

Zu den Orten, die er besuchen wird, zählen unter anderem das Rathaus, das Heimatmuseum, die St.-Jürgen-Kapelle und die Doppel- eiche. Er möchte im Vorwege nicht alle Ziele preisgeben, der Interessierte soll sich schließlich auch ein wenig überraschen lassen. Natürlich wird er tiefer in die Geschichte Burgs eingehen und neben der damaligen Hexenverfolgung auch auf den Hauptmann von Mellenthin eingehen, der Fehmarn von den Dänen befreite.

Noch bis ins Jahr 1913 gab es in Burg einen Nachtwächter. Es war Heinrich Lammers, der diese Aufgabe bis Anfang des letzten Jahrhunderts wahrnahm und von der Polizei abgelöst wurde, die ab dann für die Sicherheit der Bürger zuständig war und ist. „Burgstaaken hatte zu damaliger Zeit ebenfalls einen Nachtwächter“, weiß Waldemar Maas zu berichten. Entsprechende Kleidung hat sich Waldemar Maas unter anderem von Mittelaltermärkten besorgt. Typisch zu damaliger Zeit war der schwarze Umhang, die besondere Kopfbedeckung und die alte Laterne, die dem Nachtwächter den Weg leuchtete.

Alles an seiner Ausstattung ist getreu damaliger Zeit. Nur der Leuchtstoff der Lampe nicht. Statt Petroleum setzt Waldemar Maas ein modernes und energiesparendes LED-Licht ein. An seinen Touren, die jeweils donnerstags um 20 Uhr beginnen, können vier bis 15 Personen teilnehmen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Noch bis Ende September finden die abendlichen Führungen durch Burg statt. Im nächsten Jahr erfolgen die Touren von Anfang Juni bis Ende September. Für die Führung zu abendlicher Zeit wird ein kleiner Obolus erhoben. Die Einnahmen kommen ausschließlich der St.-Jürgen-Stiftung Burg zugute.

Der Treffpunkt ist jeweils kurz vor 20 Uhr am Verwaltungsgebäude in der Bahnhofstraße 5 in Burg.

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