Management gibt Bericht im Hauptausschuss / Klinik-Konzern hält an vier Standorten fest

Ameos will Angebot ausweiten

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Ausschussvorsitzender Timo Gaarz (v.l.) mit den Ameos-Vertretern Frank-Ulrich Wiener und Michael Dieckmann.

Eutin -hö- Die Ameos Gruppe sitzt noch immer in den Startblöcken. Die für den 1. Januar angestrebte Übernahme der Sana Kliniken Ostholstein bedarf noch der kartellrechtlichen Genehmigung, die aber bis spätestens 4. April erfolgen soll.

In der Sitzung des Hauptausschusses des Kreistages versicherte Ameos-Vorstand Michael Dieckmann, nicht nur an allen vier Standorten festhalten und sämtliche Mitarbeiter zu den aktuell geltenden Verträgen übernehmen zu wollen, sondern auch die angebotenen Leistungen noch weiter auszubauen.

Dieckmann, der das operative Geschäft des Klinik-Konzerns für den Norden und Westen Deutschlands verantwortet, stand gemeinsam mit Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener, verantwortlich für 31 Einrichtungen an 16 Standorten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Dieckmann, seit 2005 bei Ameos, zeigte sich überzeugt, alle vier Standorte (Eutin, Middelburg, Oldenburg, Fehmarn) „wirtschaftlich und zukunftssicher betreiben“ zu können. Das sei gleichbedeutend mit einer Weiterentwicklung der Standorte.

Die Ameos-Vertreter ließen durchblicken, dass unter Sana zuletzt das genaue Gegenteil praktiziert worden sei. Die Krankenhäuser hätten in den letzten drei bis fünf erheblich an Leistungen verloren, teilweise „sogar existenzbedrohend“.

Gegensteuern will der Ameos-Konzern mit massiven Investitionen, wobei er auch auf Fördermittel hofft. Für den Standort Eutin geht Wiener von einer erforderlichen Komplettsanierung des gesamten Klinikgebäudes aus. Einen Neubau, wie zuletzt von Sana favorisiert, hält Ameos nicht für notwendig. Es sei lediglich ein zusätzlicher Anbau nötig, in den während der Sanierungszeit einzelne Abteilungen verlegt würden. Wieder aufgebaut werden soll in Eutin die Neonatologie, um hier auch Frühchen umfänglich versorgen zu können. Dieckmann sprach von einem großen Geburtszentrum in Eutin mit 1100 bis 1200 Geburten pro Jahr. Da dürfe es nicht sein, dass werdende Mütter mit Problemschwangerschaften in andere Krankenhäuser verwiesen würden. Eutin verfüge zudem über ein „hervorragendes Brustzentrum“, auch das müsse ausgebaut werden, kündigte der Ameos-Vorstand an.

Für eine Wiedereröffnung der Geburtshilfe in Oldenburg sieht Dieckmann jedoch kaum Chancen, auch der Krankenhausplan sehe das nicht vor.

Für die Inselklinik auf Fehmarn mit ihren 28 Betten, für die ein vom Land in Auftrag gegebenes Gutachten vor fünf Monaten die Schließung empfahl, sieht Ameos sehr wohl Potenzial, gerade vor dem Hintergrund von Tausenden Touristen, die Fehmarn besuchen. Erste Gespräche mit niedergelassenen Ärzten seien bereits geführt worden. Hier gelte es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, beispielsweise mit Belegärzten und ambulanten Operationen.

Grundsätzlich, und das gelte für alle Häuser, müsse verlorengegangenen Vertrauen wieder aufgebaut werden, findet Dieckmann. „Wir müssen die Patienten überzeugen und verlässlich rund um die Uhr für sie da sein.“ Dann würden die Patienten das Angebot auch wahrnehmen.

Den Mitarbeitern an den vier Standorten versicherte Dieckmann, sie seien „die wichtigsten Personen im Haus. Die Verträge gelten jetzt und in Zukunft“. Als wichtige Botschaft empfand Ausschussvorsitzender Timo Gaarz (CDU) die Mitteilung Dieckmanns, dass Ameos Mitglied des kommunalen Arbeitgeberverbandes sei.

Nachdem die Ameos-Vertreter in rund 70 Minuten ihre Vorstellungen präsentiert hatten, zeigte sich Timo Gaarz „optimistisch, gemeinsam in eine gute Zukunft für Ostholstein gehen zu können“.

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