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Maisernte auf Fehmarn: Das halbe Dorf packt mit an

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Von: Lars Braesch

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Fehmarn Maisernte Avendorf Maissilage Biogasanlage
Da darf wieder gejubelt werden. Einmal mehr haben das halbe Dorf, Freunde und Bekannte mit angepackt, um an der Avendorfer Biogasanlage den großen Berg Maissilage mit 1500 Quadratmeter Folie abzudecken. Anschließend ging‘s an den Grill. © Privat

Die Maisernte auf Fehmarn ist fast abgeschlossen. Das FT war bei der Ernte in Avendorf dabei. Wie immer regnete es, wenn in Avendorf geerntet wird.

Fehmarn – Anfang der vergangenen Woche hatte Fehmarns Bauernchef Gunnar Müller geunkt: Wenn die Avendorfer Mais ernten, dann regnet es, die haben fast immer schlechtes Wetter. Und: Nicht viel anders kam es dann auch.

Fehmarn Maisernte Gespanne Maishäcksler
Nahtloser Übergang: Die Gespanne fahren parallel, um keine Zeit zu verlieren, wenn ein Dreiachshänger befüllt ist und der Arm des Maishäckslers auf den zweiten Hänger umschwenkt. © Andreas Höppner

Nach dem Erntestart am Montag lief es nicht rund, eher zäh. Am Mittwoch musste ganz ausgesetzt werden, am Donnerstag kamen die Helfer mit dem Reinigen der verdreckten Straßen kaum hinterher, ehe nach einer Häckslerreparatur und sehr kurzer Nacht am Freitag noch einmal richtig Gas gegeben und am Sonnabend schließlich das Silolager abgedeckt werden konnte. Am sechsten Tag hatte im Inselsüden endlich ein Schlussstrich unter die diesjährige Maisernte gezogen werden können. Normal wäre alles nach zweieinhalb bis drei Tagen erledigt.

Fehmarn Maisernte Carsten Marquardt
Carsten Marquardt ist sehr zufrieden mit der diesjährigen Maisernte. © Andreas Höppner

Schon am Freitag hatte Carsten Marquardt, der gemeinsam mit Kerstin Serck-Scheel und Rainer Rickert die Avendorfer Biogasanlage betreibt, beim FT-Gespräch auf einem Acker an der Blieschendorfer Allee nach „Mais häckseln zum Abgewöhnen“ am Vortag schon wieder ein Lächeln aufgesetzt.

Die Erträge sind in diesem Jahr gut, wir sind sehr zufrieden.

Landwirt Carsten Marquardt

„Die Erträge sind in diesem Jahr gut, wir sind sehr zufrieden.“ In Zahlen ausgedrückt heißt das: 45 bis 60 Tonnen pro Hektar. Auf 85 Hektar hat er in diesem Jahr die Energiepflanze angebaut, sodass er mit einem Gesamtertrag von rund 4800 Tonnen rechnet. Sonst sind es in der Regel 6000 Tonnen pro Jahr, doch das Lager ist in diesem Jahr nicht komplett geräumt worden.

Biogasanlage versorgt „das halbe Dorf“ mit Energie

Seit 2011 ist die Biogasanlage in Betrieb und versorgt nach Marquardts Angaben „das halbe Dorf“ mit Energie. Das halbe Dorf sei auch immer am Schlusstag dabei, wenn es darum geht, die Silage mit einer großen Plane abzudecken. Man habe extra eine Whatsapp-Gruppe gegründet, über die der Termin kommuniziert werde, so Marquardt. „Danach wird der Grill angeschmissen und dazu gibt es noch ein Getränk.“ Wie an diesem Sonnabend, als Marquardt nach dem erneuten Regen am Vormittag „ein Windfenster“ am Nachmittag ausgemacht hatte, um dann doch noch mit den Helfern die 1500 Quadratmeter große Folie über die Silage ziehen zu können. Hierfür werden zahlreiche Hände und viele kräftige Arme benötigt.

100 Hektar Körnermais gehen in die Schweinefutterproduktion

Abgeschlossen wird die diesjährige Silomaiskampagne auf Fehmarn in diesen Tagen in Klausdorf. Laut Carsten Marquardt sind in diesem Jahr auf Fehmarn rund 500 Hektar Silomais angebaut worden. In etwa zwei bis drei Wochen werden im Inselwesten noch einmal rund 100 Hektar Körnermais geerntet, die bei Falk Voß-Hagen in Kopendorf in die Schweinefutterproduktion gehen.

Und 2023? Da wird‘s wohl wieder regnen, wenn Avendorf an der Reihe ist. 

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