Jachthafen Burgtiefe Tourismus Fehmarn
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Einmalig an Nord- und Ostsee: Der Rundsteg im Jachthafen Burgtiefe wurde 2020 für 300000 Euro saniert.

Die Evolution in Burgtiefe

Angekommen im 21. Jahrhundert: Promenade und Jachthafen in Burgtiefe auf Fehmarn

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Jachthafen und Binnenseepromenade in Burgtiefe auf Fehmarn haben große Entwicklungsschritte vollzogen. Tourismusdirektor Oliver Behncke spricht über das bisher Geleistete. Was steht noch auf der Agenda?

  • Vom 12,8-Millionen-Euro-Projekt gingen 2,6 Millionen in den Jachthafen Burgtiefe.
  • 2015 lag die Auslastung des Jachthafens bei knapp über 60 Prozent.
  • Noch schreibt der Jachthafen aber Verluste im sechsstelligen Bereich.

Fehmarn – Imageträger, Einnahmequelle, Aushängeschild für Fehmarn mit dem einzigen Rundsteg an Nord- und Ostseeküste. Der Jachthafen Burgtiefe ist eine „besondere touristische Infrastruktur“, sagt Tourismusdirektor Oliver Behncke im FT-Gespräch. Deshalb sei es auch so wichtig gewesen, „alles von links auf rechts zu drehen“. Man habe dem „Konkurrenzdruck folgen müssen“, betont der Chef des Tourismus-Service Fehmarn (TSF).

Wir hatten permanente Stromausfälle auf den Stegen. Die ganze Infrastruktur war unterdimensioniert.

Tourismusdirektor Oliver Behncke

Sinnbild für eine andere Zeit: 2015 lag die Auslastung des Hafens bei knapp über 60 Prozent. „Wir hatten permanente Stromausfälle auf den Stegen. Die ganze Infrastruktur war unterdimensioniert“, erinnert sich Behncke. 2018 wurde für 460000 Euro die komplette Stromversorgung erneuert. 

Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke am Jachthafen in Burgtiefe. Im Hintergrund der neue Aussichtsturm.

Der Jachthafen ist in einer Symbiose mit der Promenade. Strahlt die eine Seite, tut das der anderen Seite gut. Negativbeispiel: „Bis 2018 gab es kein öffentliches WC auf der 1,4 Kilometer langen Promenade“, so Behncke. „Der bauliche Zustand war unattraktiv“, formuliert es der Touristiker salomonisch. Es dümpelte vor sich hin.

Auch wenn bereits 2012/13 erste Gespräche Verbesserungen auf den Weg bringen sollten, immerhin das Hafenmeistergebäude bereits 2010/11 neu gebaut wurde, Sanitäranlagen und DLRG-Unterkunft 2014 folgten, kam der Durchbruch letztlich erst mit der Neu- und Umgestaltung der Binnensee- und Jachthafenpromenade. Vom 12,8-Millionen-Euro-Projekt gingen 2,6 Millionen in den Jachthafen.

Gastronomie am Wasser im Westen der Promenade geplant

Heute also ein ganz anderes Bild: Der Jachthafen ist Teil einer Erlebnispromenade, es geht für Besucher nicht mehr nur darum, von A nach B zu kommen. „Die Besucherströme haben sich mindestens verdoppelt“, so Behncke. Drei Spielplätze, vier Grillplätze, zwei öffentliche WCs, eine große Veranstaltungsfläche (Jachthafenvorplatz) und die Belebung der Gastronomie, die noch nicht abgeschlossen ist. Am westlichen Ende der Promenade, bevor es gen Norden zum Aussichtsturm geht, lässt der TSF gerade den Verkehrswert für ein Baufenster für Gastronomie ermitteln.

An der Bleistiftspitze: Tourismusdirektor Oliver Behncke zeigt auf ein Baufenster für Gastronomie.

Dinge, von denen der Jachthafen profitiert, der ganz nebenbei vier Slipanlagen vorhält – zwei können mit Gespann angefahren werden. Die fast 600 Liegeplätze sind zu 100 Prozent ausgelastet, ungefähr 250 Bootsbesitzer stehen auf der Warteliste, wenngleich Behncke zu bedenken gibt, dass der Boom im Segeltourismus und die strategisch gute Lage des Hafens Fehmarn zusätzlich in die Karten spielt. Grob geschätzt 14000 Gastliegertage mit rund 8000 Booten bestätigen dies.

Jachthafen: Schwarze Null für 2023 erwartet

Nicht verwunderlich. In diesem Jahr erfolgte, erstmals seit 2014, eine Erhöhung der Liegeplatzgebühren um 20 Prozent. 770000 Euro Gesamtumsatz werden es am Ende des Jahres sein. Noch schreibt der Jachthafen aber Verluste im sechsstelligen Bereich, nicht zuletzt wegen der Sanierungsmaßnahmen, die mit Steg 2 (290000 Euro) auch im kommenden Jahr belasten werden. Für 2023 erwartet Behncke, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, eine schwarze Null.

Was sind die kommenden Aufgaben?

Was steht noch an: Der Aufbau der vier Schutzpavillons an der Promenade als Abschluss der Sanierungsmaßnahme. Die WLAN-Qualität soll durch Glasfaseranbindung verbessert werden. Die Digitalisierung der Liegeplatzbuchung für Gastlieger soll kommen, wofür sich der TSF bei der Aktivregion Wagrien-Fehmarn für eine Förderung beworben hat. Langfristig geplant ist zudem der Bau eines weiteren Stegs.

Zum Abschluss des Gespräches verweist Oliver Behncke mit Nachdruck auf die bis dahin noch nicht erwähnte menschliche Komponente. „Hafenmeister Ralph Becker und sein Team garantieren einen reibungslosen Ablauf im Hafenservice. Sie machen einen tollen Job, sie sind die Menschen an der Front.“

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