Angelverbot im Fehmarnbelt: Gegen Verordnung soll mit juristischem Beistand vorgegangen werden

Angler beschreiten den Klageweg

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Das Plakat am Hafen hängt noch immer, mittlerweile ist das Verbot in einem wichtigen Teilbereich in Kraft getreten.

HEILIGENHAFEN -ra- Das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) angeordnete Angelverbot in einem Teilbereich des Fehmarnbelts (wir berichteten) ist aktuell das bestimmende Thema in den Häfen von Heiligenhafen und Burgstaaken auf Fehmarn. Montagnachmittag hat es in Oldenburg eine Krisensitzung gegeben, bei der eine Klage gegen das Angelverbot auf den Weg gebracht worden ist.

Die Initiative „Anglerdemo“ hat sich bei diesem Treffen mit dem Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe an einen Tisch gesetzt und im Rahmen dieser Gesprächsrunde Nägel mit Köpfen gemacht: Eine Hamburger Anwaltskanzlei wurde ins Boot geholt, der Klageweg wird beschritten. Thomas Deutsch, Kapitän der „MS Einigkeit“, hat stellvertretend für alle vom Verbot betroffenen Kapitäne die Vollmacht unterzeichnet.

„Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Professor Dr. Holger Schwemer einen absoluten Experten für diese Klage gewinnen konnten und sehen sehr optimistisch in die Zukunft“, sagte „Anglerdemo“-Initiator Lars Wernicke und ergänzte: „Mit unserer Klage gegen die neue Verordnung möchten wir erreichen, dass wir Angler auch zukünftig noch unserem Hobby überall auf der Ostsee nachgehen können und wir nicht ohne Widerstand Verbote und Einschränkungen hinnehmen werden. Naturschutz ja, aber keine Einschränkungen ohne wissenschaftlichen Nachweis.“ Zwar beschränke sich das Verbot letztlich „nur“ noch auf gut 20 Prozent der ursprünglich von Bundesumweltministerin Hendricks ins Auge gefassten Fläche, doch gerade dieser Bereich gehöre nach Angabe von Thomas Deutsch zu den bisherigen Hauptfanggebieten. „Die Stimmung ist aktuell und auch in den letzten Monaten nicht gut gewesen. Wir hatten einen Fahrgastrückgang von 35 Prozent.“ Selbst am gestrigen Feiertag war Deutsch bei bestem Wetter nicht voll ausgelastet. „In vielen Köpfen der Menschen steht: Angeln ist verboten. Das stimmt natürlich nicht, und diese Botschaft müssen wir offen kommunizieren.“

Auf der Facebookseite „Anglerdemo“ gibt es weitere Informationen über die Initiative und auch die Möglichkeit, die Klage finanziell zu unterstützen.

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