Doris Klemptner bringt Akteure aus der Wirtschaft zusammen / Breiter aufstellen

Antwort auf Corona

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Doris Klemptner will gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft Strategien erarbeiten, die für eine Stärkung der regionalen Wirtschaft sorgen sollen.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Sie macht wieder von sich reden: Doris Klemptner. Sie war es, die 2007 die ungewöhnliche Idee hatte, dass Bürger die Spielwiese am Südstrand selbst kaufen sollten, um sie vor einer Bebauung zu retten, was letztendlich nicht glückte. Die Spielwiese ist zwar immer noch nicht bebaut, das liegt aber an der Untätigkeit der niederländischen Investoren, die die Spielwiese von der Stadt Fehmarn erworben haben.

  • Netzwerk für die heimische Wirtschaft
  • Drei Arbeitskreise eingerichtet
  • Saisonverlängerung heißt das Zauberwort

Geht‘s der Wirtschaft gut, geht‘s den Menschen gut

13 Jahre später steht Doris Klemptner, die auf Fehmarn aufwuchs, beruflich weltweit unterwegs war und 2011 nach Fehmarn zurückkehrte, wieder auf der Matte. In Sorge um die in Corona-Zeiten gebeutelte heimische Wirtschaft möchte sie ein Netzwerk spinnen, um mit dessen Hilfe robustere wirtschaftliche Strukturen auf der Insel zu schaffen. Der Leitspruch der 52-jährigen Unternehmensberaterin: „Wenn‘s der Wirtschaft gut geht, geht‘s auch den Menschen gut“

So hat sie unter dem Titel „Wirtschaftliche Herausforderungen für die Wirtschaftsbetriebe auf Fehmarn nach der Corona-Krise“ Anfang April erste Arbeitskreise gegründet, die ihre Tätigkeit auch schon aufgenommen haben. Und Vertreter aus vielen Wirtschaftsbereichen machen mit.

Der erste Arbeitskreis nimmt sich der Thematik an, die Bereiche Gesundheit und Tourismus enger miteinander zu verzahnen. Er wird von Andrea Schmidt, Geschäftsführerin der Fachklinik Bellevue, geleitet. Mit von der Partie sind noch Dr. Michaela Cornehl, Ärztliche Leiterin des Therapeutikum Westfehmarn, Gunnar Mehnert (Finanzausschussvorsitzender) und Stefan Schäfer (VR Bank, SV Fehmarn). Viele Patienten blieben vier bis acht Wochen, da sei es von Vorteil, ein auf diese Klientel ausgerichtetes Maßnahmen- und Veranstaltungsangebot zu schaffen, findet Klemptner, die sich viel verspricht von einer Stärkung der Gesundheitsförderung und des Gesundheitstourismus.

Den zweiten Arbeitskreis Kultur & Kirche leitet sie selbst. Ihm gehören noch Claus Küster (Pro Fehmarn), Gunnar Müller (Bezirksvorsitzender des Kreisbauernverbandes) und Kirchenmusiker Eckhard Kretschmer an. Ganz oben auf der Agenda stehen die Sicherung und Fortentwicklung der Museen auf Fehmarn. „Ich habe ein Faible für Museen“, gesteht Doris Klemptner. Das Fehmarn-Museum, das die Stadt Fehmarn weiterführen will, steht dabei ebenso im Fokus wie das Mühlenmuseum in Lemkenhafen. Eine erste Kontaktaufnahme mit Alexandra Schliebener vom zuständigen Fachbereich der Stadt Fehmarn habe es bereits gegeben, berichtet die Unternehmensberaterin, die zahlreiche Ideen hat, wie beispielsweise das Fehmarn-Museum die Geschichte der Insel für alle Generationen erlebbarer machen kann. Unterstützung gibt es auch für das Herzensanliegen der Surflegenden Manfred und Jürgen Charchulla – ein Surfmuseum. Weiterer Diskussionspunkt der Arbeitsgruppe sei eine Art Wiederbelebung des Museums Katharinenhof gewesen.

Eine Eisbahn für Fehmarn?

Der dritte Arbeitskreis befasst sich mit der

Wirtschaftsförderung

. Neben Doris Klempter engagieren sich in diesem Zirkel Alexandra Holbach (Sparkasse Holstein), Jörn Henning Kohlhoff (Camping Paradies), Holger Wilder (Verkehrsverein Puttgarden), Arne Hansen (Weihnachtsmarkt) und Vivian Marciniak.

Saisonverlängerung

heißt in diesem Kreis das Zauberwort, beispielsweise mit einer zeitlichen Ausdehnung des Weihnachstmarktes ins neue Jahr hinein. Plus Integration einer Eisbahn. Hier steht die Gruppe aber erst am Anfang der Planung, denn es müssten laut Klempner zusätzliche Sponsoren oder ein Großsponsor beziehungsweise ein Betreiber gefunden werden.

Stichwort Saisonausdehnung. Unter Einbindung des Dehoga-Ortsverbandes – Gespräche müssen noch geführt werden – setzt der Arbeitskreis auch auf das Eigeninteresse der Gastronomie, die Wintermonate mit Aktionen, an denen noch gefeilt werden müsse, zu beleben. Erste Ideen gibt es bereits. So kann sich Doris Klemptner vorstellen, einige Buden vom Weihnachtsmarkt weiterzunutzen und über die Karnevalszeit, in der viele Einwohner der Karnevalshochburgen „an die Küste fliehen“, den Wintertourismus zu fördern, vielleicht mit einer gastronomischen „Kennenlern-Tour“.

An die Stadt Fehmarn und Wirtschaftsförderin Steffi Breuer soll der Wunsch herangetragen werden, dass die gastronomischen Betriebe in der Altstadt ihre Außenterrassen auch im Winter betreiben dürfen, um Kosten zu minimieren und die Saison zu verlängern. Die Stadt möge dies mit der Denkmalbehörde abklären, so Klemptner.

Weber und Behncke angeschrieben

Für Gespräche mit der

Stadt Fehmarn

, der

Kommunalpolitik

und dem

Tourismus-Service Fehmarn

stehe man jederzeit zur Verfügung. Bürgermeister Jörg Weber wie auch Tourismusdirektor Oliver Behncke seien bereits angeschrieben worden, Kontakt habe es selbstverständlich auch mit der Wirtschaftsförderin gegeben, berichtet Doris Klemptner, die betont, dass ihr

Engagement

ehrenamtlich sei und ihr die Entwicklung der Insel Fehmarn am Herzen liege.

Die einzelnen Arbeitskreise wollen ihre Diskussionsrunden regelmäßig fortführen – in Corona-Zeiten naheliegenderweise per Videokonferenz. Stelle sich die Wirtschaft breiter auf, könne Fehmarn gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen, ist Doris Klemptner überzeugt.

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