Grundstücksfragen verhindern die Ausschreibung des Mamutprojektes

Ein Atoll für Burgstaaken

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Dem Jachthafen Burgstaaken könnte Großes bevorstehen. Wann es losgeht, ist jedoch noch nicht zu sagen

Fehmarn – Von Manuel Büchner Seit einigen Jahren schon beschäftigt sich die Stadt Fehmarn mit der sogenannten Atoll-Planung im Bereich Jachthafen und Erlebnishafen Burgstaaken. „Ziel der Planung war und ist weiterhin die Schaffung eines touristisch orientierten, hochwertigen und qualitätssteigernden Angebots, insbesondere auch zur Ergänzung des Hafenangebots“, bekräftigt Bauamtsleiter Benjamin May ausdrücklich.

Viel Zeit ist mittlerweile ins Land gezogen. „Die erste Idee könnte eventuell schon vor 15 Jahren auf dem Tisch gelegen haben“, versucht sich Jürgen Kölln an die Anfänge zu erinnern. Der Aufstellungsbeschluss geht immerhin auf den 3. März 2005 zurück. Kölln war zur späteren Hochzeit der Planung nicht nur Stadtvertreter, sondern ist zugleich auch einer von fünf Betreibern der Yachthafen Burgstaaken GmbH, die den Jachthafen zunächst bis 2029 gepachtet hat.

„Wir haben die Planung seinerzeit an die Stadt abgegeben, weil zu diesem Zeitpunkt das Baufenster nicht genug Einnahmen für die Realisierung generiert hätte“, so Kölln, der auf die Möglichkeiten der Stadt verweist, Fördergelder zu bekommen. Als Pächter der Wasserflächen würde man jedenfalls gerne investieren. „Die Gelder stehen bereit“, erklärt Kölln und hofft, dass der Knoten sich bald löst.

„Bei Großprojekten ist die Vorlaufzeit immer etwas länger“, so May gegenüber dem FT. Im Fall der Atoll-Planung sei dies aber absolut lohnenswert, ist er sich sicher. Grundlage bildet der Bebauungsplan 72, der am 17. Dezember 2015 in Kraft getreten ist. Er zeigt die riesigen Dimensionen des Vorhabens, die Kölln grob über den Daumen mit 60 bis 70 Millionen Euro beziffert. Und auch May meint, der klassische Vorhabenträger für beispielsweise den Bau von Ferienwohnungen sei aufgrund der Vielzahl an Komponenten, die der B-Plan aufweist, eher nicht geeignet. Neben der rein wasserbaulichen Herausforderung für den Vorhabenträger soll eine umfangreiche Bebauung mit (privaten) Hochbauten, Hafenanlagen, aber auch mit Infrastruktur, geschaffen werden.

Möglich sind rund 400 Liegeplätze – die gesamte Anlage soll von einer ringförmigen Außenmole in der Form eines Atolls begrenzt sein. Bis zu 30 Ferienhäuser á 80 m2 sind darauf denkbar, zudem eine Hafenbetriebsfläche mit Kran (950 m2). Weitere bauliche Anlagen sollen das Vorhaben nicht nur für Wassersportler attraktiv machen. Abseits des „Atolls“ könnten so ein Hotel (100 Betten), 14 Ferienhäuser, ein Veranstaltungsplatz plus Grünfläche (circa 3300 m2) und über 300 Parkplätze entstehen.

Momentan befindet sich die Stadt Fehmarn in Gesprächen, um die notwendigen grundstücksrechtlichen Fragen zu besprechen, die insbesondere hinsichtlich der Erschließung des Atoll-Bereiches bisher noch nicht abschließend geklärt werden konnten. „Es gibt diesbezüglich einen konstruktiven Austausch. Wann eine Klärung erreicht werden kann, ist allerdings noch offen“, so May. Derweil arbeite die Verwaltung weiterhin daran, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Realisierung des Projektes zu schaffen.

Interessenten hätten sich jedenfalls über die Jahre immer wieder mal gemeldet, so May. Ein erstes Interessenbekundungsverfahren hatte die Stadt bereits 2013 angeschoben. May: „Zunächst müssen wir aber die Grundstücksfragen abschließend klären.“ Dann stehe dem Vorhaben nichts mehr im Wege, ist er sich sicher. „Wenn wir mit der Ausschreibung beginnen, finden wir auch einen Investor.“ May ist vom Vorhaben überzeugt. „Das gibt es kein zweites Mal – für Fehmarn wäre das ein Alleinstellungsmerkmal im touristischen Bereich.“

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