SPD weist Landrat Sager auf hohe Kinderarmut und niedrige Löhne hin:

Auch das sind ostholsteinische Zahlen

FEHMARN - wi - Dem SPD- Fraktionsvorsitzenden im ostholsteinischen Kreistag, Burkhard Klinke, fehlt bei dem Ausblick und den Perspektiven für den Kreis Ostholstein, die Landrat Reinhard Sager (CDU) aufgezeigt hat, die soziale Komponente. Zur ostholsteinischen Wahrheit gehörten auch die hohe Kinderarmut und die geringen Löhne.

Auf mehreren Feldern wie bei der Energiewende befinde sich der Landrat durchaus im Einklang mit der SPD-Fraktion. „Aber der Kreishaushalt verzeichnet für 2012 rund 70 Prozent für Sozialausgaben. Leider hat der Landrat in seinem Ausblick nicht einen Satz zum Sozialbereich erwähnt. Danach scheint in unserem Kreis sozial alles paletti zu sein“, so Klinke.

Doch im Kreis Ostholstein sei die soziale Schieflage besonders auffällig, denn die Kinderarmut liege bei den Kindern unter sieben Jahren bei 17,85 Prozent. Bei den Flächenkreisen sei das der drittschlechteste Wert in Schleswig-Holstein, so Klinke auf F24-Nachfrage.

„Beim Bruttoarbeitslohn liegen wir abgeschlagen an fünftletzter Stelle in Westdeutschland. Der Ostholsteiner verdient monatlich 600 Euro weniger als der Durchschnitt im Westen von Deutschland. Wir wissen, dass wir in unserem Kreis strukturbedingt benachteiligt sind, durch die sozialversicherungspflichtigen Berufe im Sozial-, Gesundheits- und Tourismusgewerbe und erwarten deshalb umso mehr Antworten und wie die soziale Benachteiligung beseitigt werden kann. Denn viele Ostholsteiner können nicht von dem leben, was sie verdienen“, so Klinke.

Dass in Ostholstein 600 Euro unter Schnitt verdient wird, habe er vom Geschäftsführer des Jobcenters Karsten Marzian erfahren, so Klinke auf diese zweite Nachfrage.

Klinke: „Zu diesen elementaren sozialen Fakten erwarten wir auch vom Landrat eine klare und eindeutige Stellungnahme in seinem Ausblick.“ Viele soziale Themen könnten für den Kreis Ostholstein aufgeführt werden, aber die SPD-Fraktion wolle es exemplarisch an dem Thema Schulsozialarbeit festmachen. Durch das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung seien die Stellen der Schulsozialarbeit an den Kreisberufsschulen nur bis Ende 2013 finanziell gesichert.

Die Fraktion stellt die Frage an den Landrat: „Was wird aus der Schulsozialarbeit im Kreis Ostholstein, wenn das Geld aus Berlin ab 2014 nicht mehr fließt ?“ Die SPD-Fraktion wolle besonders zwei Themen aus der Pressekonferenz von Landrat Sager positiv hervorheben. Die Kreisverwaltung wolle jetzt mehr Ausbildungsplätze einrichten. Dafür habe sich die SPD in den letzten Jahren immer wieder eingesetzt.

Klinke: „Wir fordern, dass auch Schulabgänger mit Migrantenhintergrund eingestellt werden.“

Landrat Sager wolle im Rahmen der Personalfürsorge in der Kreisverwaltung eine Projektgruppe „Gesundheitsprävention“ auf den Weg bringen. Die Grundlage sei der Personalbericht 2010, in dem der hohe Krankenstand und der deutliche Anstieg der Langzeiterkrankten dokumentiert worden sei. Die SPD werde weiter fordern, dass das Personal- und Stellenabbaukonzept in seiner bisherigen Form ausgesetzt werde. Ein Antrag liege dem kommenden Hauptausschuss vor.

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