Angeltouren: Baglimit für Dorsch wird erhöht / Bündnis hält an Klage fest / Rückmeldung erst Ende 2019

„Auf jeden Fall ein positives Signal“

+
Rückkehr vom Törn: Die MS „Silverland“ von Thomas Lüdtke im Hafen Burgstaaken.

FEHMARN -ra- Die neuen Ostsee-Fangquoten für 2019 sind im Oktober beschlossen worden und treten am 1. Januar 2019 in Kraft. Gemeinsam einigten sich die EU-Fischereiminister darauf, dass die Fangmenge für Hering um 48 Prozent reduziert und die Dorsch-Fangquote in der westlichen Ostsee um 70 Prozent angehoben wird. Das hat auch Auswirkungen für die Freizeit-Angler. So soll das Baglimit auf sieben Dorsche in der westlichen Ostsee angehoben werden, wie der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) mitgeteilt hat.

Die Schonzeit soll sogar komplett entfallen, sodass über das ganze Jahr diese Regelung gilt. Derzeit dürfen Angler außerhalb der Schonzeit fünf Dorsche pro Tag entnehmen und während der Schonzeit drei Dorsche. Der Rest musste vom Haken genommen und in die Ostsee zurückgeworfen werden.

Ostholsteins Kutterkapitäne sind derweil erleichtert. „Endlich hat die EU Einsicht gezeigt“, sagte Thomas Deutsch, Kapitän des Heiligenhafener Kutters „Einigkeit“ und 2. Vorsitzender des Verbandes der Hochseeangel- und Bäderschiffe. Diese Entscheidung könne helfen, das Überleben der Betriebe zu sichern. „Das ist auf jeden Fall ein positives Signal, mit dem wir optimistisch ins neue Jahr gehen“, sagte Deutsch stellvertretend für seine Kollegen in Heiligenhafen und auf Fehmarn.

Lars Wernicke, Hauptorganisator des Angler-Protests in Ostholstein, erklärte: „Eine Erhöhung des Baglimits auf sieben Dorsche pro Angler und Tag ist sicherlich ein positives Zeichen und eine gute Nachricht für die Betriebe im Angeltourismus.“ Dennoch kritisierte er, dass die EU die Fischerei bei der Quotenverteilung bevorzugt behandelt hätte. „Wir Angler müssen wieder feststellen, dass Verteilungsgerechtigkeit eine Einbahnstraße zu sein scheint.“

Derweil verfolgt das Anglerdemo-Bündnis weiter seine Klage gegen das Angelverbot im Naturschutzgebiet „Fehmarnbelt“. „Warum wird im Fehmarnbelt nur das Angeln verboten, während gleichzeitig nahezu alle anderen Nutzungsformen weiterhin erlaubt bleiben? Das kann ich nicht nachvollziehen“, so Deutsch, dessen Betrieb, stellvertretend für alle betroffenen Angler und angeltouristischen Betriebe, gegen die Verordnung klagt. In den vergangenen Monaten haben alle Beteiligten intensiv an der Begründung für die Klage gearbeitet, die am 24. Oktober an das Verwaltungsgericht Köln übermittelt wurde. „Mit einer Rückmeldung rechnen wir erst im letzten Quartal 2019“, machte Deutsch wenig Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung, ob die Klage zugelassen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.