Natura 2000: Sahrensdorfer Binnensee von Anfang April bis Ende Juli tabu

Auflagen für Angler

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Shakehands unter den „Forellen“: Irmgard Böhrk gratuliert Dirk Jaudzim, der zum 2. Vorsitzenden des ASV wiedergewählt wurde.

Fehmarn – Von Nicole Rochell Richtungsweisende Entscheidungen für den Angelsportverein (ASV) Burg stehen und fallen mit diesem Termin. Und der wird ganz sicher nicht von Büttenreden und Tollitäten, von Bützje, Strüßje und Kamelle begleitet sein – auch wenn er am heutigen Rosenmontag stattfindet.

Im Verwaltungsgebäude in der Burger Bahnhofstraße wird es bei der Fortsetzungsveranstaltung in Sachen Natura-2000-Gebiete wie schon beim Auftakt Ende vergangenen Jahres erneut ums Thema Managementplan mit Erhaltungsmaßnahmen gehen. Mit der Erstellung dieses Plans mit Kernelementen, wie zum Beispiel der Festlegung der Erhaltungs- und Entwicklungsziele und der Planung von Maßnahmen, will das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bekanntlich die wichtigsten Handlungsfelder zum Erhalt der Lebensraumtypen und Arten sowie des Naturerbes aufzeigen.

Wie langfristig für alle Natura-2000-Flächen fällt bekanntermaßen auch das Schutzgebiet am Sahrensdorfer Binnensee darunter. Jenes Areal, das der Burger Angelsportverein 1981 seinerzeit noch von der Stadt Burg auf Fehmarn gepachtet hat.

Den Schutz der biologischen Vielfalt gibt es nicht zum Nulltarif. „Wir haben die Auflage bekommen, den Sahrensdorfer Binnensee in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Juli nicht mehr zu beangeln“, so Irmgard Böhrk, Vorsitzende des Burger Angelsportvereins auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Ein Raunen und Murren ging durch den vollbesetzten Tagungsraum. Keine Frage: Diese Nachricht empörte die 30 Angler, die den Weg zur Bilanz ins Burger Steak- und Fischhus gefunden hatten, maßlos. „Bis zum 13. März haben wir Zeit zu antworten. Ich werde bis zur letzten Minute kämpfen“, versicherte Irmgard Böhrk, die in dieser Angelegenheit bereits mit Bürgermeister Jörg Weber gesprochen habe. 1250 Euro Pacht zahle der Verein für die Nutzung der ausschließlich süd- lichen Seite des Sahrensdorfer Binnensees. Ein ohnehin schon stolzes Sümmchen, wie die Angler finden, die zur Zahlung dieses Betrages nicht mehr bereit sein werden, sollte die Hauptangelzeit dort tatsächlich wegfallen. Dafür sei die Pacht zu hoch. „Wir werden das Gespräch zu Natura 2000 abwarten“, so Irmgard Böhrk, die zu einem „kleinen Kompromiss“ durchaus bereit sei. Vielleicht, könnte sie sich vorstellen, würden die Angler im April noch auf die Nutzung des Sahrensdorfer Binnensees verzichten, stellte sie am Abend der Jahresbilanz in den Raum. Weitere Zugeständnisse werde es allerdings nicht geben. Sollte die für die Angler gravierende Einschränkung des Nutzungsverbots von Anfang April bis Ende Juli tatsächlich kommen, bliebe ohnehin zu überlegen, ob sich der „Sahrensdorfer“ als Angelmöglichkeit für den ASV überhaupt noch eigne.

In diesem Zusammenhang entbrannte eine kon- troverse Diskussion darüber, ob die Angler, sollte ihnen der Sahrensdorfer Binnensee zwangsläufig „abhanden kommen“, dann die Torf- kuhle, seit 1973 von der Stadt gepachtet, früher als sonst nutzen wollen. Offizielles Opening im Terminkalender des ASV ist, nach dem Osterfeuer am 11. April, für gewöhnlich das Gemeinschaftsangeln (Anangeln) am 1. Mai. Bei beiden Veranstaltungen wird der Grill angeschmissen. Während Sportwart Klaus Pahlke dafür plädierte, statt Mai bereits im April zu öffnen, waren etliche Angler am Freitagabend dafür, den See künftig ganzjährig zu öffnen. Nach langem Hin und Her verständigten sich die Angler schließlich darauf, im Rahmen der nächsten Versammlung im September den Antrag zu stellen, die Torfkuhle ganzjährig zu öffnen, wenn der Sahrensdorfer Binnensee für die Angler wegfallen sollte. Bis dahin könnten sich alle 84 Mitglieder des Burger ASV noch einmal Gedanken darüber machen, so Irmgard Böhrk. Zudem würde man nach der Natura-2000-Veranstaltung am Rosenmontag und eventuell weiteren Terminen dieser Art klarer sehen und bis September ganz sicher zu einem Entschluss gekommen sein, ob der Verein den Sahrensdorfer Binnensee noch weiter nutzen wolle und wenn, unter welchen Bedingungen.

Ein anderes Thema war in Windeseile abgearbeitet. Im Rahmen ihrer Bilanz kamen die Angler einstimmig überein, den Ehrungs-Zeitraum für langjährige Mitglieder zu verlängern. Statt bisher nur für 40-jährige Vereinstreue, können nunmehr auch Mitglieder für 50-jährige treue Verbundenheit zum ASV Burg geehrt werden.

Das kam am Abend der Jahreshauptversammlung Heinz Wulf, eines der damaligen ASV-Gründungsmitglieder, zugute, der bereits im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Jubiläum hatte feiern können. Irmgard Böhrk gratulierte Heinz Wulf ebenso wie Hans Paradies aus Heiligenhafen für 40-jährige Zugehörigkeit. In Abwesenheit wurde Joachim Reischuck für 20-jährige Treue geehrt, sein Bruder Hartmut nahm die Auszeichnung am Freitag stellvertretend für den Jubi- lar entgegen. Ebenfalls für 20 Jahre wurde Lars Seydel geehrt, jeweils für 15-jährige Verbundenheit zum ASV Georg Minch und Klaus Pahlke.

Zukünftig, auch das ist eine satzungstechnische Neuerung, soll auch bei goldenen Hochzeiten in eigenen Reihen gratuliert werden – mit einem Präsentkorb.

Lars Seydel kam nicht nur zu Ehren, er ist auch der neue Leiter des Ehrengerichts. Kassenprüfer ist Martin Jäger, Beisitzer Mike Thomas. Als 2. Vorsitzender das Burger Angelsportvereins bleibt Dirk Jaudzim, der in seinem Amt bestätigt wurde, an der Seite von Irmgard Böhrk an der Spitze des ASV.

Kontakte pflegen, auch über das Angeln hinaus: Zu einer Tagesfahrt wollen die Mitglieder des ASV in diesem Jahr erstmals auf- brechen. Die Fahrt soll nach Hamburg führen. Die Angelrute bleibt dann einmal zu Hause. Benötigt wird sie dann spätestens wieder zu einem Wettkampf „Jung gegen Alt“, der vermutlich im September über die Bühne gehen soll. Ein genauer Termin für diesen Wettstreit steht noch nicht fest.

Alle anderen Veranstaltungen haben bereits einen festen Platz im Terminkalender des ASV: Am 10. Mai geht es zum Pilken (MS Karoline), am 13. Juni findet das Sommerfest an der Torfkuhle statt, am 20. Juni treffen sich die Angler erneut dort, diesmal zum Nachtangeln mit Grillen.

Am 11. Juli ist ein Tagesangeln am Sahrensdorfer Binnensee geplant, am 1. August ein weiteres Tagesangeln mit Grillen an der Torfkuhle. Dort wird es am 17. Oktober auch ein Gemeinschaftsangeln (Abangeln) mit Grillen geben. Abschließend findet am 14. November ein Brandungsangeln mit dem ESV Insel Fehmarn statt.

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