140 Wagemutige trotzten beim Laju-Anbaden der „Mission Schüttelfrost“ / Das Meer ist eröffnet

Auftakt „on the rocks“

+
140 Anbader, klein und groß, wagten am Sonntag den Sprung in die nur vier Grad kalte Ostsee.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon Einige planschten ein wenig im knietiefen Wasser. Andere „gönnten“ sich, trotz eiskalter Bedingungen, ein Vollbad und kraulten dazu einige Runden in der mit gerade einmal vier Grad, nun ja, sehr erfrischenden Ostsee. Und die richtig Unerschrockenen und Hartgesottenen, die in Badehose oder Bikini steckten, wagten gleich noch einen weiteren Anlauf und stiegen zum zweiten Mal ins bitterkalte Nass.

Zum 27. Mal hatte die Landjugend Fehmarn gestern Nachmittag zum Anbaden an den Südstrand in Burgtiefe eingeladen. Und 140 trotzten der „Mission Schüttelfrost“. Kein neuer Rekord, am winterlichen Südstrand. Auch wenn die lange Menschenschlange am Anmeldetresen im Schwimmbad FehMare das zunächst noch vermuten ließ. Elf Tolldreiste mehr, und der Rekord von 150 Teilnehmern aus dem Jahr 2018 wäre geknackt worden. Aber die Mitmach-Zahl des vergangenen Jahres (131) konnte locker getoppt werden. Bei gerade einmal vier Grad Außentemperatur. Unangenehm.

Weniger für die zahl- reichen Zuschauer. Die standen, dick eingemummelt und mit warmen und wärmenden Getränken bestens versorgt, entlang der Schneise, die die Eingepackten den Leichtbeschürzten großzügigerweise freigehalten hatten. Die Badehosenfraktion kam aus dem gut beheizten Freizeitbad, um sich dem ersten Schock des neuen Jahres auszusetzen. Freiwillig, wohlgemerkt. Nach dem Überwinden ihres inneren Schweinehundes konnten die Teilnehmer stolz auf sich sein. Ihr Mut wurde von den Zuschauern übrigens mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Der Beifall war vielleicht auch ein Stück weit der Erleichterung darüber geschuldet, sich nicht selbst dem nass-kalten Treiben aussetzen zu müssen. Ein Vergnügen aber für viele, die mitmachten. Einige nahmen für die Abkühlung am ersten Wochenende im neuen Jahr eine lange Anfahrt in Kauf. Denn natürlich stiegen nicht nur Fehmaraner in die Fluten.

Zu den mutigen Wasserratten gehörten auch Sarah Miske aus Wolfenbüttel und ihre Mutter Monika Jansen aus Alzenau (Unterfranken). Sie nahmen Hunderte von Kilometern in Kauf, um dieses Jahr auf Fehmarn beim Anbaden dabei zu sein.

Die weiteste Anreise hatte ohne jede Frage eine Teilnehmerin im Engelskostüm. Sie sei direkt vom Himmel in die Ostsee am Südstrand gefallen, sagte sie, eine Botschaft, die auch auf einem Schild stand, das sie bei sich trug. Der älteste Teilnehmer war übrigens über 70 Jahre alt und der jüngste sieben Jahre. Nach dem längeren oder auch kürzeren Kontakt mit den kalten Fluten konnte eine begrenzte Anzahl der Anbadenden Platz in einem mit warmen Wasser gefüllten Bottich nehmen oder sich in einer mobilen Sauna enteisen lassen. Die Moderation des Spektakels lag in den Händen von Mara Mackeprang und Alina Einfeldt von der Landjugend Fehmarn, und bevor es so richtig losging, wurde unter ihrer Anleitung erst einmal eine La Ola als Begrüßung der Wagemutigen geprobt.

Alle Teilnehmer des nassen Spektakels erhielten als Beweis für ihren gezeigten Mut eine Urkunde. Für viele von ihnen dürfte es nicht die erste Bestätigung dieser Art gewesen sein, denn es gab eine Menge „Wiederholungstäter“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.