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Bau- und Umweltausschuss gibt grünes Licht für Solarparks auf Fehmarn

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Fotovoltaikfreiflächen Streifen Niendorf
Links- und rechtsseitig der B 207 sollen nördlich Niendorf jeweils 200 Meter breite Streifen für Fotovoltaikfreiflächen ausgewiesen werden. © Andreas Höppner

Für Solarparks auf Fehmarn hat der Bau- und Umweltausschuss ohne Gegenstimme die Bauleitplanung angeschoben. Es sollen 200 Meter breite Flächen an der B 207 entstehen.

Fehmarn – Der erste Schritt ist getan. Der Bau- und Umweltausschuss hat ohne Gegenstimme den Weg frei gemacht für die Errichtung der ersten Solarparks auf Fehmarn. So wurden erforderliche Änderungen des Flächennutzungsplans angeschoben und vorhabenbezogene Bebauungspläne aufgestellt. Doch ganz ohne Diskussionen ging die Thematik nicht über die Bühne.

Unstrittig ist, dass die Fotovoltaikfreiflächen nur nördlich der Landesstraße 209 (Burg/Landkirchen) und in einem räumlich begrenzten Streifen beidseitig der Bundesstraße 207 errichtet werden sollen. Darauf hatte sich der Bau- und Umweltausschuss bereits vor drei Monaten geeinigt, als er seine Zustimmung gab für eine Potenzialanalyse, die geeignete Flächen herausfilterte.

300 Meter stoßen auf Ablehnung

Redebedarf gab es nun jedoch bezüglich der vorgesehenen Breite der Streifen entlang der B 207, in der Solarparks gebaut werden dürfen. Mit den geplanten 300 Metern hatten viele im Ausschuss Probleme, 200 Meter seien hingegen in Ordnung.  Errichtet werden sollen die Fotovoltaikfreiflächen durch zwei Vorhabenträger ab Höhe Niendorf bis über Bannesdorf hinaus.

Wir sind grundsätzlich für Freiflächen, sie sollten aber nicht gegenüberliegend sein, um einen sogenannten Tunneleffekt für die Autofahrer zu vermeiden.

Martin Specht (CDU)

Gunnar Mehnert (F³) machte sich gleich stark für 200 Meter. Lars Hviid (FWV) erinnerte an die Beratungen zur Potenzialanalyse und sagte, „wir sind eigentlich immer von 200 Metern ausgegangen“. Martin Specht (CDU) holte etwas weiter aus. „Wir sind grundsätzlich für Freiflächen, sie sollten aber nicht gegenüberliegend sein, um einen sogenannten Tunneleffekt für die Autofahrer zu vermeiden.“ Zudem sollten nur 0,5 Prozent der Fläche Fehmarns, also rund 93 Hektar, für die Ausweisung dieser Freiflächen vorgehalten werden. Zur Erinnerung: Laut Potenzialanalyse soll ein Prozent der Inselfläche für Solarfelder bereitgehalten werden. CDU-Fraktionschef Werner Ehlers machte deutlich, dass der Ortsteil Bannesdorf bereits durch Windkraft, das temporäre Gewerbegebiet und den Ausbau der Hinterlandanbindung stark betroffen sei und er deshalb auch 200 Meter breite Flächen befürworten würde.      

Fehmarn Bau- und Umweltausschuss Unterbrechung
Im Gespräch (v.l.): Hauke Hinz (Geschäftsführer Windpark Fehmarn Nordwest), Benjamin May (Bauamt), Hanno Bruhn (Landeigentümer), Benjamin Köneking (Geschäftsführer Windfeld Vadersdorf) und Planer Andreas Nagel. © Andreas Höppner

Da im Ausschuss die Vorhabenträger und auch Planer Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein anwesend waren, ordnete Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) eine fünfminütige Sitzungsunterbrechung an. Ziel: Die Vorhabenträger sollten ausloten, ob sie ihr Projekt auch auf einer 200 Meter breiten Fläche umsetzen können.

Als Fachbereichsleiter Benjamin May das Resultat der Unterredung verkündete und sagte, dass die Vorhabenträger mit 200 Metern leben könnten, schienen alle erleichtert. „Die 200 Meter entsprechen der geförderten EEG-Fläche“, machte Benjamin Köneking als ein Vertreter der Vorhabenträger auf FT-Nachfrage deutlich. Es sei ein Gemeinschaftsprojekt von Fehmarn-Netz, das den Strom in einem eigenen Kabel bis nach Göhl leite, sowie der Landeigentümer, so Köneking weiter.  

Hinsichtlich des von der CDU befürchteten Tunneleffekts gab Andreas Nagel leichte Entwarnung und verwies darauf, dass nach Vorgaben des Landes die Solarflächen nicht länger als 1000 Meter sein dürften und sie dann mit „angemessener Zäsur“ unterbrochen sein müssten. Allerdings sei noch nicht bekannt, was „angemessen“ bedeute, so Nagel. Bekannt ist jedoch, auf welcher Länge die Vorhabenträger den Solarpark nördlich Niendorf errichten wollen: westlich der B 207 sind es knapp 1800 Meter, östlich rund 1900 Meter. Südlich Niendorf sind es auf der Ostseite rund 900 Meter, westlich etwa 500 Meter. Zudem müsse dreidimensional gedacht werden, erläuterte Nagel und erinnerte daran, dass die Straße nicht höhengleich mit der Ackerfläche sein müsse und zusätzlich die Auflage bestehe, einen Solarpark einzugrünen.

Das ist uns sehr wichtig.

Dirk Frohberg (FWV)

Der Bau- und Umweltausschuss machte, unabhängig vom Beschluss, die Bauleitplanung für die Solarparks zu starten, zusätzlich darauf aufmerksam, dass man bestrebt sei, eine Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. „Das ist uns sehr wichtig“, so Dirk Frohberg (FWV). Gunnar Gerth-Hansen (SPD) verwies darauf, dass der erzeugte Strom möglichst auch auf der Insel verbraucht werden müsse und brachte das von SH Netz betriebene ENKO-Projekt ins Gespräch, das darauf abzielt, lokal erzeugte erneuerbare Energien effizient ins Stromnetz zu integrieren.

Gegenüber dem FT versicherte Köneking, dass die im Aufbau befindliche Gesellschaft Solarpark Fehmarn großes Interesse daran habe, die Bürger zu beteiligen und bestrebt sei, den Strom auch vor Ort zu vermarkten. Aktuell würden es die rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich EEG-Flächen aber noch nicht hergeben, so Köneking. Doch da sei im Moment viel in Bewegung, bleibt er optimistisch.

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