Joachim Jonsson (r.), Obermeister der Bäckerinnung Ostholstein/Plön, überreicht Prof. Dr. Straubhaar vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut einen großen Brotlaib.  Foto: Braesch

Neujahrsempfang in Oldenburg: Nach einem hervorragenden Jahr 2008 auch für 2009 „mehr Chancen als Risiken“

Bäckerinnung ist sehr optimistisch

Von Lars Braesch OLDENBURG   • „Auch in den Monaten, die vor uns liegen, sehe ich für uns und unser Handwerk mehr Chancen als Risiken.“ Ein optimistisches Grußwort hielt Hans-Peter Kröger, geschäftsführender Vorstand der Bäko Schleswig-Holstein, gestern beim Neujahrsempfang der Bäckerinnung Ostholstein/Plön im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Oldenburger „Schützenhofs“, „von traumhaften Zuwächsen können wir allerdings auch nicht träumen, eher davon, dass der Umsatz gleich bleibt.

Das hat aber auch nicht seinen Grund in der augenblicklichen Krise sondern auch darin, dass das Backwarenangebot bei den Discountern und im Lebensmitteleinzelhandel wie schon seit Jahren forciert wirZahlreiche Personen des öffentlichen Lebens durfte der Aufsichtsratsvorsitzende der BÄKO Schleswig-Holstein eG, Bäckermeister Martin Martensen, begrüßen. Unter den Gästen auch die Landtagsabgeordneten Herlich Marie Todsen-Reese und Klaus Klinckhammer (beide CDU). Die Farben Fehmarns vertrat Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt.

„Insbesondere auf den Abgeordneten unserer Parlamente ruhen natürlich in diesen krisengeschüttelten Zeiten unsere Hoffnungen, dass es durch die richtigen Beschlüsse gelingen möge, die negativen Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise für Deutschland und Schleswig-Holstein möglichst gering zu halten“, so Martensen in seiner Begrüßungsrede.

• Für die Fusion

• der Kreise Plön

• Ostholstein

Das Bäckerhandwerk in dieser Region zählt weiterhin zu den Befürwortern einer Kreiszusammenlegung (mit dem Kreis Plön). „Wenn es nun nichts wird, weil die Landespolitik vor den Provinzfürsten eingeknickt ist, haben Sie, die Landräte der Kreise Ostholstein und Plön, diese Entwicklung mit Sicherheit nicht zu verantworten. Schade nur, dass erst teuer Gutachten bestellt werden, die dann nicht umgesetzt werden, weil einem das Ergebnis nicht passt. Wir sind der Meinung, dass die von Fremdenverkehr und Landwirtschaft geprägte Region zwischen Kiel und Lübeck gut beraten wäre, näher zusammenzurücken. Dem entgegenstehende Gründe können wir nicht nachvollziehen.“ Der Landrat des Kreises Ostholstein, Reinhard Sager und sein Plöner Amtskollege Dr. Volkram Gebel hörten dieses Begrüßungsstatement. Auch die beiden neu gewählten Kreispräsidenten Joachim Wegener (Ostholstein) und Peter Sönnichsen (Plön) waren vor Ort.

Hans-Peter Kröger kritisierte die Discounter. Bei ihnen regiere offenbar nicht die wirtschaftliche Vernunft. Kröger: „Wie kann es sonst sein, dass eine Stadt wie Oldenburg in Holstein mit 10 000 Einwohnern und einem Umland, das größtenteils aus Wasser und Naturschutzgebieten und Schießplätzen besteht, ein halbes Dutzend Discounter in seinen Grenzen hat ?“

Die BÄKO Schleswig-Holstein ist mit dem Jahr 2008 sehr zufrieden. Der Gesamtumsatz konnte von 44 auf 46,5 Millionen Euro gesteigert werden. Das sind 5,7 Prozent. „Für Schleswig-Holstein rechnet die Bäko in 2009 mit gleich bleibendem Absatz und im Dänemark-Geschäft sogar mit Steigerungen. Vielleicht wird Brot wieder billiger. Bereits in den letzten Monaten konnten die Preise für Mehl, Rohstoffe und Frischdienst zum Teil deutlich gesenkt werden.

Nach dem Jahresrückblick hielt der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Prof. Dr. Thomas Straubhaar, den Vortrag „Weniger ist manchmal mehr – Perspektiven einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft“. Zuerst zeigte Straubhaar demographische Trends auf. So ist die Bevölkerungszahl in Deutschland zum fünften Mal hintereinander gesunken. Es folgten die gesellschaftlichen Trends: Haushalte werden immer kleiner und die Kinder haben keine Esskultur mehr. Das Fastfood gewinnt immer mehr an Zulauf. Straubhaar verstand es durch spannende Beispiele, immer wieder einen Bezug zum Bäckerhandwerk herzustellen: Verschiedene Kulturen haben eine Nachfrage nach speziellen Backwaren. Die Heterogenität nimmt zu. Als drittes zeigte Straubhaar Chancen und Risiken auf. In seinem Fazit wandte er sich an das Bäckerhandwerk, das durch spezielle Angebote (gesunde Ernährung, altersgerecht, Komfort, Zuverlässigkeit) Silber zu Gold machen solle und das Alter positiv nutzen solle.

In seinem Schlusswort dankte der Obermeister der Bäckerinnung Ostholstein/Plön, Joachim Jonsson, Prof. Dr. Straubhaar für seinen Vortrag und gab ihm ein meisterlich gebackenes Brot mit auf den Weg nach Hamburg. Die Landräte und Kreispräsidenten erhielten ebenfalls ein gebackenes Brot: „Nehmen Sie das Brot garniert mit der Bitte entgegen, die der Ostsee zugewandte Region zwischen Kiel und Lübeck ganzheitlich zu betrachten und gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Weichen für die Zukunft richtig gestellt werden.“

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