Ersatzfähre soll den regulären Fährbetrieb entlasten und stabilisieren / Scandlines investiert 3,5 Millionen Euro

Baggern für die „Kronprins Frederik“

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In diesen Tagen läuft die Ausbaggerung des Fährhafens Puttgarden. Die rund 70000 Kubikmeter Baggergut werden mit Lastkähnen an die Landesschüttstelle Staberhuk verbracht.

FEHMARN -hö- Die Reederei Scandlines befindet sich bei den Umbauarbeiten im Fährhafen Puttgarden in der Endphase. Das Fährbett 3 wird seit einem Jahr ausgebaut und angepasst für die zuletzt auf der Route Rostock - Gedser eingesetzte Fähre „Kronprins Frederik“. Von hier aus soll das 1981 gebaute Schiff auf der Strecke Puttgarden - Rødby den regulären Liniendienst der vier Hybridfähren entlasten.

Seit dem 1. März finden im Hafenbereich in Puttgarden umfangreiche Ausbaggerungsarbeiten statt, damit die „Kronprins Frederik“ sicher das auf der Ostseite gelegene Fährbett 3 ansteuern und dort festmachen kann. Die dänische Firma Rohde & Nielsen A/S führt die Ausbaggerung mit zwei Ausgrabungsschiffen durch. Der Aushub wird dann auf fünf motorisierte Lastkähne verladen, die das Baggergut auf einem eigens dafür vorgesehenen Ablagerungsplatz östlich Fehmarn abkippen. Rund 70000 Kubikmeter werden nach Reedereiangaben ausgehoben.

Die Aushubmenge befindet sich in dem Rahmen, den das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) genehmigt hat. Nach Mitteilung des MELUR handelt es sich bei der Maßnahme in Puttgarden um eine „Erhaltungsbaggerung“, um die erforderlichen Wassertiefen wieder herzustellen. So sollen innerhalb von fünf Jahren bis zu 380000 Kubikmeter Baggergut entfernt und im Bereich der Landesschüttstelle Staberhuk in die Ostsee eingebracht werden. Umfangreiche Antragsunterlagen seien eingereicht worden. Nach Prüfung habe das MELUR die wasserrechtliche Erlaubnis und die naturschutzfachliche Genehmigung unter Auflagen erteilt, heißt es aus dem Ministerium. So dürfen in diesem Jahr maximal 85000 Kubikmeter im Bereich der Landesschüttstelle eingebracht werden. „Für die darüber hinausgehenden Baggergutmengen ist noch eine zusätzliche ökotoxikologische Analyse notwendig“, so MELUR-Sprecherin Nicola Kabel.

Die „Kronprins Frederik“ wird demnächst zu Testfahrten auf dem Fehmarnbelt unterwegs sein

An der „Kronprins Frederik“ sind mittlerweile Umbauarbeiten durchgeführt worden, damit sie ihren Dienst auf dem Fehmarnbelt aufnehmen kann. So mussten nach Mitteilung von Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen zwei neue jeweils zwölf Meter lange Heckrampen installiert werden. Zusammen mit den erforderlichen Umbauarbeiten im Fährhafen Rødby umfasse das gesamte Projekt ein Budget in Höhe von 3,5 Millionen Euro, berichtet die Sprecherin der Reederei.

„Kronprins Frederik“ kann rund 40 Lkw transportieren

Wie auch mit der in erster Linie für Gefahrgut genutzten Fähre „Holger Danske“ ist es geplant, die „Kronprins Frederik“ für den Lkw-Verkehr einzusetzen. Etwa 40 Lkw, die von den vier Regelfähren abgezogen werden, kann die „Kronprins Frederik“ pro Tour transportieren. Dadurch gibt es auf den anderen Fähren mehr Platz für Pkw. Das soll verstärkt an den stark frequentierten Tagen Dienstag bis Donnerstag geschehen. „Somit können wir auch auf dieser Route die Zuverlässigkeit und Stabilität sichern sowie die Kapazitäten nochmals erhöhen“, umreißt Anette Ustrup Svendsen die Zielsetzung, die die Reederei Scand-lines mit dem Einsatz einer weiteren Fähre auf der Vogelflugline verfolgt.

Bei Bedarf kann die „Kronprins Frederik“ auch auf der Route Rostock - Gedser eingesetzt werden. Ihr fester Liegeplatz wird in Puttgarden sein.

Bevor die „Kronprins Frederik“ jedoch in den Fahrplan integriert werden kann, sind noch mehrere Testfahrten anberaumt worden, um später ein reibungsloses Be- und Entladen gewährleisten zu können.

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