Kreis-Behindertenbeirat tagte im Haus im Stadtpark / Berthold Köster: Umgestaltung des Burger Marktplatzes ist förderfähig

Barrierefreiheit fängt in den Köpfen an

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Edda Rahlf (l.) testet den Aufzug am Haus im Stadtpark auf seine Funktionalität und Praktikabilität.

FEHMARN - ga - Mit der Aussage, Barrierefreiheit fange in den Köpfen an, beendete Dr. Berthold Köster vom Landesamt für Denkmalschutz in Schleswig-Holstein seinen Vortrag zum Thema „Barrierefreiheit in der Denkmalpflege“. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen hatte den Referenten, der seit 1999 zuständiger Denkmalpfleger unter anderem für Ostholstein ist, zu seiner kürzlich im Burger Haus im Stadtpark durchgeführten Sitzung eingeladen. Und dies nicht von ungefähr, denn die fehlende Barrierefreiheit des Burger Marktplatzes für Personen mit Behinderungen wird schon lange in verschiedenen Gremien thematisiert.

Zur Veranstaltung konnte Edda Rahlf, die 1. stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirates Ostholstein, unter anderem den Ausschussvorsitzenden für Kultur, Schule, Sport und Soziales der Stadt Fehmarn, Josef Meyer (CDU), und den Vorsitzenden des Kreisseniorenbeirates, Wilfried Lühr, auf der Sitzung willkommen heißen.

Dr. Berthold Köster stellte die UN-Behindertenrechtskonvention vor und erinnerte daran, dass in längst vergangenen Zeiten in denkmalgeschützten Gebäuden, Einrichtungen und auf öffentlichen Plätzen eine behindertengerechte Barrierefreiheit nichts zu suchen hatte.

Diese Zeiten seien längst vorbei. Aber ihre Auswirkungen sind wie ein Bumerang zurückgekommen. Inzwischen hat sich dahingehend viel getan, und etliche denkmalgeschützte Einrichtungen sind barrierefrei geworden. Der Denkmalschutz wurde dabei natürlich nicht außer Acht gelassen.

Dr. Berthold Köster ging in seinem Referat auf zahlreiche Beispiele ein und dokumentierte diese mit Abbildungen unter anderem vom Plöner Schloss. Große Probleme gab und gibt es bei historischen Plätzen, die durch Pflastersteine einst aufgehübscht wurden. Von dem Problem, dass der Burger Marktplatz für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder beispielsweise auch für Kinderwagen aufgrund seiner Beschaffenheit nicht überquert werden kann, hörte er zum ersten Mal, gab aber gleich zu verstehen, dass in solch einem Fall natürlich gehandelt werden muss. „Das sind letztlich Investitionen für Menschen, die immer älter werden“, so Köster, der auch darüber informierte, dass Gelder aus Städtefördermaßnahmen dafür verwendet werden könnten. „Wenn der Marktplatz einfach nicht begehbar ist, muss Abhilfe geschaffen werden“, sagte er zudem.

Die Fachaufsicht in Sachen Denkmalschutz bliebe in dem Fall bei der Unteren Denkmalschutzbehörde und im baulichen Bereich bei den zuständigen Bauämtern.

Bekanntlich durften aufgrund von geflossenen Fördergeldern bis einschließlich 2017 keine Veränderungen an der baulichen Struktur des Marktplatzes mit seinen Pflastersteinen durchgeführt werden. Ansonsten hätten die erhaltenen Gelder zurückgezahlt werden müssen.

Der Marktplatz ist weiterhin denkmalgeschützt. Jedoch werden sich Fehmarns Kommunalpolitiker nach der bevorstehenden Kommunalwahl in der neuen Legislaturperiode umgehend mit der Situation beschäftigen, war von Josef Meyer zu erfahren.

Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hatte bereits bei einer Veranstaltung des Seniorenbeirates der Stadt Fehmarn darüber informiert, dass sich in Sachen Barrierefreiheit auf dem Marktplatz und der angrenzenden Breiten Straße bald etwas bewegen soll. Mit einem im städtischen Haushalt festgesetzten Betrag von 20000 Euro soll von einem Planungsbüro bezüglich der Neugestaltung der Flächen ein Konzept erarbeitet werden. Eine geplante Begehung des Platzes mit Angehörigen des Behindertenbeirates, unter Teilnahme von Angehörigen des Seniorenbeirates Fehmarn sowie von Bürgermeister Weber und Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde soll in Kürze folgen.

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