Jung und Alt arbeiten gemeinsam für eine behindertengerechte Sonneninsel

Barrieren abbauen im doppelten Sinne

Trotz der sich plötzlich schließenden Türen ist der Lift „OK“.

BURG (st) • Der Weg zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Verwaltung stellt für einen gesunden jungen Menschen kein Problem dar. „Barrieren“ wird dieser kaum entdecken – auch dann nicht, wenn ein Ziel im zweiten Stock liegt, oder nur durch eine enge Eingangstür zu erreichen ist.

Viele Menschen haben kein Auge für solche Hindernisse, da sie es nicht nötig haben. Ganz anders geht es da Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Dazu zählen neben Rollstuhlfahrern oder Senioren mit Rollatoren auch Verletzte, Kinder oder Schwangere. Für diese völlig heterogene Gruppe versucht nun die Stadt Fehmarn im Rahmen des EU-Projektes „Gesundheitsbrücke“ eine Broschüre zusammenzustellen, die alle wichtigen Informationen über die Möglichkeiten des barrierefreien Zuganges zu öffentlichen Gebäuden und anderen wichtigen Destinationen enthält.

Beteiligt an diesem Projekt sind der Umweltrat der Stadt, der Seniorenbeirat, der Tourismus-Service Fehmarn, die Gleichstellungsbeauftragte Giesa Wulf und nicht zuletzt die Sozial AG der Inselschule Ost. Die 8. Klassenstufe hat diese AG gemeinsam mit dem Seniorenbeirat ins Leben gerufen, um generationsübergreifende Projekte in Angriff zu nehmen. Mit der Informationsbroschüre für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind Jung und Alt gleich voll eingestiegen, um sich gemeinsam für ein besseres Miteinander und eine schönere Insel einzusetzen. So werden hier nicht nur die Barrieren vor dem Supermarkt, sondern auch zwischen den Generationen erfolgreich abgebaut.

Beate Burow vom Umweltrat betonte bei der Begehung des Kaufhauses „Stolz“ mit Mitgliedern des Seniorenbeirates, der Rollstuhlfahrerin Ingrid Grunst und den Schülern der Inselschule, dass der Führer „bei Geschäften nur die positiven Dinge“ erwähnen wird. So böte man anderen Betreibern einen Anreiz, ihren Laden auch barrierefrei zu gestalten, um eine positive Erwähnung in der Broschüre zu bekommen.

Grundlage für das Heft war der Behindertenführer der Stadt Heiligenhafen, doch wolle man das Produkt den hiesigen Bedürfnissen anpassen, so Burow. Die Schüler waren begeistert und eifrig bei der Sache. Darüber freute sich besonders auch der Initiator der Sozial AG, der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Klaus-Dieter Groth: „Die haben sofort gesagt: ,Wir machen !‘“ Bis zum 31. Juni dieses Jahres muss die Broschüre fertig sein, denn dann läuft die Förderperiode für das EU-Projekt ab.

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