Burg-West: Erweiterung von Edeka und Aldi sowie Neuansiedlung des Drogeriemarktes dm angeschoben

Bauausschuss schluckt die Kröte dm

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Das Gewerbegebiet Burg-West am Landkirchener Weg/Gertrudenthaler Straße mit dem Aldi-Markt, dem Getränkemarkt sowie dem Edeka-Markt (ganz rechts).

FEHMARN -hö- Der erste Schritt für die Erweiterung der Einzelhandelsmärkte Edeka und Aldi sowie den Neubau des Drogeriemarkts dm am westlichen Ortseingang von Burg ist getan. Mit 7:4 sprach sich der Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung für die Aufstellung der 2. Änderung des B-Plans Nr. 60 aus. Sozialdemokraten und Grüne lehnten ab, CDU, FWV und WUW stimmten dafür.

Kritisch gesehen wird von SPD und Grünen vor allem die Ansiedlung des Drogeriemarktes dm. Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) begründete seine ablehnende Haltung damit, dass der Schutz der Innenstadt höher zu bewerten sei, als die Erfordernis, einen weiteren Drogeriemarkt zu bauen. Gleichwohl gebe es zu wenig Märkte dieser Art auf Fehmarn, so Herkommer ergänzend.

Doch ohne dm käme das gesamte Projekt wohl gar nicht erst zustande. Eine Nachfrage von Marco Eberle (Grüne) bei den in der Sitzung anwesenden Vertretern der Bauherren, ob eine Realisierung des Vorhabens auch ohne einen dm-Markt weiter realistisch sei, beantworteten diese mit einem knappen, aber bestimmten „Nein“.

„Wenn‘s nicht ohne dm geht, müssen wir die Kröte schlucken“, machte Hinnerk Haltermann (CDU) deutlich, dass seine Zustimmung zwar nicht uneingeschränkt erfolgt, er durch eine Neuansiedlung des dm-Marktes eine bedeutende Schwächung der Innenstadt aber nicht befürchtet. Das würde auch aus der gutachterlichen Stellungnahme der CIMA hervorgehen.

Ähnlich argumentierte Lars Hviid (FWV). „Ich halte die Innenstadt für stark genug, dass sie das hinbekommt.“ Zudem wolle man auch eine positive Entwicklung am Ortseingang von Burg ermöglichen.

Wettbewerbsdruck für Rossmann

Gleichwohl können die Gutachter der CIMA nicht vollständig ausschließen, dass der in der Innenstadt ansässige Drogeriemarkt Rossmann durch den entstehenden Wettbewerbsdruck seinen Betrieb irgendwann aufgibt. Einen drohenden Leerstand in der Innenstadt befürchtet die CIMA aber nicht: „Eine Gefahr für die Innenstadt über das heute schon vorhandene Maß hinaus besteht eindeutig nicht. Selbst in dem Fall, dass der Drogeriefachmarkt Rossmann aus dem Markt austreten sollte, ist nicht von einem dauerhaften Leerstand in zentraler Innenstadtlage auszugehen.“

Edeka doppelt so groß wie jetzt

Die 2. Änderung des B-Plans Nr. 60 der Stadt Fehmarn: Edeka (braun), Aldi (grau), dm (hellbraun).

Der für das Projekt zuständige Architekt Rüdiger Nickel erläuterte das Vorhaben in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Demnach ist vorgesehen, den Aldi- und Edeka-Markt abzureißen und komplett neu zu errichten. Die Verkaufsfläche bei Aldi soll sich um 170 m² auf 1270 m² erhöhen. Die Verkaufsflächenvergrößerung bei Edeka ist hingegen wesentlich umfangreicher, sie soll sich auf 2800 m² verdoppeln. Dem Aldi-Komplex an der Westseite angegliedert werden soll ein dm-Markt mit einer Verkaufsfläche von 750 m². Der Aldi-Standort verschiebt sich noch etwas in nördliche Richtung zum Ehlers Kamp, der des Edeka-Marktes in nördliche und östliche Richtung. Damit verbunden ist eine komplette Neuordnung der Stellplätze, die zentral und im südwestlichen Bereich des Areals platziert werden. Der Anlieferungsverkehr erfolgt für sämtliche Märkte über den Ehlers Kamp, lediglich der in den Süden verlegte Edeka-Getränkemarkt soll vom Landkirchener Weg aus beliefert werden. Im nördlichen Bereich sind ferner vier Busparkplätze vorgesehen, zudem soll an der Ecke Ehlers Kamp/Gertrudenthaler Straße der Feuerlöschteich verankert werden, der sich derzeit noch im Ostteil des überplanten Bereichs befindet.

Aus der Vorlage der Verwaltung geht hervor, dass bereits eine Vorabstimmung mit der Landesplanung erfolgt ist, und eine Zustimmung zur Planung in Aussicht gestellt wurde. Demnach hat die Landesplanung die Neuansiedlung des dm-Marktes und die Verkaufsflächenerweiterung des Edeka-Marktes auf über 2500 m² anfangs kritisch gesehen, ist aber offenbar von ihrer Haltung etwas abgerückt, wenngleich sie nach Mitteilung der Verwaltung den Hinweis gegeben hat, dass andere Planvorhaben der Nahversorgung umso restriktiver gehandhabt werden müssten, je mehr Verkaufsfläche für dieses beabsichtigte Planvorhaben zugelassen werde.

Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer geht davon aus, dass das bauleitplanerische Genehmigungsverfahren rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird

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