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Baustelle für den Belttunnel auf Fehmarn wächst weiter

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Von: Manuel Büchner

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Fehmarn Puttgarden Belttunnel Tunnelbaustelle
Östlich der Fährhafenmole in Puttgarden entsteht der Arbeitshafen für den Bau des Fehmarnbelttunnels. © Steven Köhn

Die Baustelle auf Fehmarn für die Feste Fehmarnbeltquerung nimmt immer deutlichere Formen an. Bauherr Femern A/S gibt einen Einblick in den aktuellen Stand zwischen Puttgarden und Marienleuchte.

Fehmarn – Ende November erfolgte der symbolische erste Spatenstich für den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) auf deutscher Seite. Seither wird die Baustelle immer sichtbarer, wächst – an Land und zu Wasser. Wie ist der aktuelle Stand der Arbeiten, was steht als Nächstes an? Bauherr Femern A/S gibt auf Nachfrage einen Überblick.

Die Spundwandarbeiten für Hafen und Tunneleinfahrt schreiten voran. Ende Januar haben die Arbeiten begonnen, für die lange Stahlträger und trapezförmige Stahlprofile in den Boden getrieben werden. „Auch in den kommenden Monaten laufen diese Arbeiten weiter, bis durchgehend Spundwände rings um die Baugrube für das künftige Tunnelportal und die Kaimauern des Arbeitshafens hergestellt sind“, erklärt Femern A/S-Sprecherin Denise Juchem.

Tunnelbaustelle Fehmarn Puttgarden Belttunnel
Ein Kran setzt die Spundwände rings um die Baugrube für das künftige Tunnelportal. © Femern A/S

Arbeitshafen soll Straßennetz entlasten

Östlich der bestehenden Fährhafenmole entsteht derzeit der Arbeitshafen. Zudem laufen die Vorbereitungen für das deutsche Tunnelportal. Um den Jahreswechsel wurde in diesem Bereich Sand aufgespült, der unter anderem für den Bau des Hafens benötigt wurde. Der Arbeitshafen bei Puttgarden wird eine wichtige Funktion haben. „Über ihn soll künftig ein Großteil des benötigten Baumaterials per Schiff angeliefert werden“, so Juchem, um das Straßennetz der Insel zu entlasten.

Mit der Installation der Zufahrtstore am Weg nach Presen und am Marienleuchter Weg sowie dem Oberbodenabtrag im Trassenverlauf hat der Bau der zentralen Baustraße begonnen. „In den nächsten Monaten soll die knapp drei Kilometer lange Erschließungsstraße fertiggestellt werden. Über die sieben Meter breite, asphaltierte Straße wird dann der Baustellenverkehr abgewickelt“, so Juchem, die zudem darauf verweist, dass der Verkehr von und zur Baustelle künftig an der Abfahrt von der K49 nach Presen über eine parallele Baustellenzufahrt zum südlichen Tor des Baustellengeländes geführt wird. „Dadurch wird der Marienleuchter Weg in Puttgarden weitgehend vom Baustellenverkehr entlastet“, betont die Sprecherin.

Lkw ab Sommer nicht mehr durch Puttgarden

Demnächst würden die Vorbereitungen für den Bau der Baustellenabfahrt von der B207 auf die K49 beginnen, informiert die Sprecherin. Ein wichtiger Schritt, denn mit Fertigstellung der Maßnahme, die für den Sommer geplant ist, wird der Lkw-Verkehr zur Baustelle nicht mehr durch Puttgarden geleitet.

Rund um die Baustelle wird ein sechs Kilometer langer Zaun installiert. „Der Zaunbau ist noch nicht abgeschlossen.“ Es sei wegen coronabedingter Ausfälle beim beauftragten Unternehmen und der Wetterlage zu Verzögerungen gekommen, so Denise Juchem.

Tunnelbaustelle Fehmarn Magnor Belttunnel
„Magnor“, der größte Schwimmbagger der Welt, entfernt Aushub für den Tunnelgraben. © Femern A/S

Derweil schreiten die Aushubarbeiten für den 18 Kilometer langen Tunnelgraben voran. Im Juli 2021 starteten die Arbeiten auf dänischer Seite, seit September laufen sie auf deutscher Seite. „Der Großteil des ausgehobenen Meeresbodens wird auf Lolland gelagert, und für die 300 Hektar großen Landgewinnungsflächen bei Rødbyhavn wiederverwendet“, sagt die Femern A/S-Sprecherin. Zudem werde auch an der Küste Fehmarns mariner Aushub gelagert. Das Aushubmaterial soll mithilfe von Schuten nach Puttgarden gebracht werden. „Begonnen wird zu Testzwecken zunächst mit einigen wenigen Ladungen.“ Es wird auf den Flächen zwischengelagert, auf denen der Oberboden seit einiger Zeit abgetragen wird (wir berichteten).

Mariner Aushub auch für Brückenbau

Der marine Aushub wird ebenfalls wiederverwendet „und später unter anderem dazu genutzt, um Rampen für künftige Brücken herzustellen“, so Juchem. So könnten durch die Wiederverwendung des Aushubmaterials direkt auf der Baustelle natürliche Kiesvorkommen geschont und Transporte zur Insel vermieden werden.

Kurzeitige Ausfälle von Versorgungsleitungen – Anwohner werden rechtzeitig informiert

Demnächst werden Teile der Versorgungsleitungen im Bereich Marienleuchter Weg und Rethen für den Tunnelbau umgelegt. Die Arbeiten werden durch die zuständigen Versorgungsunternehmen durchgeführt. Dabei kann es zu kurzzeitigen Unterbrechungen von Strom, Wasser, Gas, Telefon und Internet kommen. „Wir werden die Anwohner dann rechtzeitig im Vorfeld über den Beginn der jeweiligen Arbeiten informieren“, so Juchem. Dafür möchte Femern A/S auch seinen SMS-Informationsdienst nutzen, der auf femern.de/sms abonniert werden kann.

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