Weizenernte Fehmarn Landwirte
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Fehmarns Landwirte benötigen noch eine mehrtägige trockene Phase, um den Weizenernte abschließen zu können. Knapp 60 Prozent des Weizens sind noch auf dem Halm.

Hälfte der Ackerfläche Fehmarns ist Weizen

Bei der Ernte auf Fehmarn gibt es keinen Grund zum Klagen

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Momentan ist die Weizenernte auf Fehmarn in vollem Gange. Gerste und Raps sind bereits eingefahren. Der Bauernchef der Insel zieht für die Ernte ein positives Fazit.

  • Landwirte benötigen noch eine Woche trockenes Wetter.
  • Stroh ist ein Exportschlager.
  • Die Anbaupalette auf der Insel ist breiter geworden.

Fehmarn – Nach kräftigen Gewitter- und Regenschauern ist die Ernte etwas ins Stocken geraten. Doch für Fehmarns Bauernchef Gunnar Müller „kein Grund zum Klagen“. Gerste und Raps sind eingefahren, rund 60 Prozent des Weizens sind noch auf dem Halm. Jetzt noch eine längere Trockenphase, dann wäre der Weizen, der auf der Insel auf etwa der Hälfte der Ackerfläche angebaut wird, abgeerntet, blickt Müller voraus.

Der Raps schwächelt wieder

Obwohl sich die Erträge beim Raps in den letzten beiden Jahren wieder ein wenig erholt hatten, muss Fehmarns oberster Landwirt für die aktuelle Rapsernte verkünden: „Er schwächelt wieder.“ Knapp 40 Doppelzentner pro Hektar (dz/ha) seien geerntet worden, manche Teilschläge auch nur mit 30 dz/ha, gibt er zu bedenken. Gerste und Weizen lägen bei jeweils knapp über 100 dz/ha. „Das ist in Ordnung.“ Das gelte laut Müller aber auch für die Preise. Sie seien in der Erntezeit sogar gestiegen, was recht ungewöhnlich sei. Eine Ursache könnte sein, dass „Kapitalanleger stärker eingestiegen sind“, vermutet Müller. 

Die Regenfälle der letzten Tage – im Inselwesten fiel übers Wochenende stellenweise dreimal so viel wie im Inselosten – könne der Weizen noch gut verkraften. Nur an einigen Stellen sei er ins Lager gegangen. Negativ wirke sich der Niederschlag jedoch auf die Strohproduktion aus. Für Fehmarn hat sich das Stroh mittlerweile als ein „Exportschlager“ erwiesen. Es werde nach ganz Schleswig-Holstein und bis an den Stadtrand von Hamburg geliefert, teilweise auch darüber hinaus, berichtet Müller.

Anbaupalette immer breiter aufgestellt

Allgemein sei die Anbaupalette auf der Insel breiter geworden. Neben Raps und dem Wintergetreide spielen Mais, Sommergerste, Ackerbohnen und auch Hafer eine Rolle. Wichtig für die Fruchtfolge und auch das Eindämmen des Ackerfuchsschwanzes – „ein Ungras“, so Müller, das vor allem beim Wintergetreide für Einbußen sorge.

Bestens mit Hitze und Feuchtigkeit zurechtkommt der Mais. Er steht in diesem Jahr besonders gut, er hat sich prächtig entwickelt. „Er wird sich etablieren“, ist Fehmarns Bauernchef überzeugt. Er geht vorwiegend in die Biogasanlagen, doch auch Futtermais wird angebaut. Falk Voss-Hagen habe hier erfolgreich Versuche gestartet, berichtet Gunnar Müller, dessen Blick bereits zur kommenden Herbstbestellung geht. Mittlerweile habe man eine gute Ausgangsfeuchte für die Bodenbearbeitung.

Gunnar Müller sieht seine Berufskollegen beim Insektenschutz auf einem guten Weg.

Auf einem sehr guten Weg sieht Müller seine Berufskollegen beim Insektenschutz. Es seien viele Blühstreifen und auch Blumenflächen entstanden. Er selbst arbeite mit der Uni Kiel zusammen, die auf seinem Boden Insektenfallen aufgestellt habe, um die Entwicklung zu dokumentieren. Alles in allem sieht es also recht gut aus für Fehmarns Landwirte. Jetzt noch eine Woche trockenes Wetter – und die Getreideernte 2021 ist abgeschlossen. 

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