Die acht Direktkandidaten im Wahlkreis Ostholstein-Nord / Heute: Sven Jörns (Piraten)

Beltquerung der „finanzielle Super-GAU“

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Sven Jörns kandidiert für die Piraten.

OSTHOLSTEIN -ra- Am 7. Mai findet die Landtagswahl statt. Im Wahlkreis Ostholstein-Nord (WK 17) konkurrieren acht Kandidaten um das Direktmandat: Peer Knöfler (CDU), Andreas Herkommer (SPD), Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Sebastian Kraatz (FDP), Sven Jörns (Piraten), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Stephan Hedicke (Freie Wähler) und Dr. Frank Brodehl (AfD). Wer die meisten Stimmen (Erststimme) bekommt, zieht direkt in den neuen Landtag ein. Heute stellen wir Sven Jörns vor:

Der 46 Jahre alte Grömitzer Sven Jörns kandidiert im Rahmen der diesjährigen Landtagswahl für die Piratenpartei, der er mittlerweile seit elf Jahren angehört. „Ursprünglich komme ich aus der Jungen Union, aber als ich aus Altersgründen ausgeschieden bin, war mir schnell klar, dass ich nicht der CDU beitreten werde.“ Stattdessen zählte Sven Jörns 2006 zu den Männern der ersten Stunde in Schleswig-Holstein, die im nördlichsten deutschen Bundesland einen Ableger der Piratenpartei ins Leben riefen.

Geboren ist der IT-Fachmann in Hamburg, doch bereits mit sechs Jahren zog er mit seiner Familie nach Grömitz, wo er bis heute lebt und für den Tourismus-Service arbeitet. Für die Piratenpartei kandidiert der 46-Jährige im Zuge einer Landtagswahl bereits zum dritten Mal, auch für den Deutschen Bundestag hatte sich der Grömitzer im Wahlkreis Ostholstein-Nord schon aufstellen lassen. Ob er im September dieses Jahres erneut kandidieren werde, ließ er noch offen.

„Die Demokratie im globalen digitalen Zeitalter erhalten“, antwortet Sven Jörns auf die Frage, wofür die Piratenpartei im Landtagswahlkampf steht. Der Einsatz digitaler Medien sollte ausgebaut werden und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung weiter fortgeführt werden. „Heutzutage ist es doch kein Problem, die neuen Medien geschickt einzusetzen. Ein sorgsamer Umgang mit dem Datenschutz ist dabei sehr wichtig“, so Jörns und ergänzt: „Die zunehmende Überwachung des Bürgers ist hierbei definitiv der falsche Weg.“

Ebenfalls würden sich die Piraten dafür einsetzen, „einige altertümliche Gesetze“ zu verbannen. „Es kann doch nicht sein, dass man eine Urne noch immer nicht im heimischen Wohnzimmer stehen haben darf. Wenn es der Wille des Verstorbenen und der Hinterbliebenen ist, dann sollte der Staat das auch akzeptieren“, so Jörns, der sich für mehr Freiheiten und weniger Bevormundung ausspricht.

In Bezug auf Ostholstein hat sich der Grömitzer auf die Fahne geschrieben, eine „Versyltung“ zu vermeiden. „Das ist ein ganz wichtiges Thema für den Kreis Ostholstein, in dem bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Wer hier arbeitet, sollte auch die Möglichkeit haben, sich ein Grundstück leisten zu können.“ Er spricht sich in diesem Zusammenhang unter anderem für Förderungen junger Familien aus. „Neben Wohnraum sind auch Bildung und ärztliche Versorgung Themen, die im Nordkreis eine wichtige Rolle spielen und teilweise in der Vergangenheit vernachlässigt wurden“, findet der 46-jährige IT-Fachmann klare Worte.

Auch zum Thema Feste Fehmarnbeltquerung vertritt Sven Jörns eine klare Meinung. „Diesen Tunnel braucht in Schleswig-Holstein niemand. Ich halte das ganze Projekt für einen finanziellen Super-GAU. Wir waren von Beginn an klar dagegen und drücken diese Ablehnung auch bei allen Abstimmungen aus. Das machen nicht alle Parteien.“

Sven Jörns ist zweifacher Familienvater und verheiratet. In seiner Freizeit genießen Aktivitäten mit der Familie einen hohen Stellenwert.

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