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Beltquerungs-Experte Jürgen Zuch setzt Arbeit fort

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Beltquerung Jürgen Zuch
Für die kommenden zwei Jahre ist die Weiterförderung der Stabsstelle Regionalmanagement gesichert. Darüber freuen sich die Bürgermeister Jörg Weber (v.l.) und Jens Reise sowie Regionalmanager Jürgen Zuch. © Andreas Höppner

Regionalmanager Jürgen Zuch kann seine Arbeit fortsetzen. Die Finanzierung der Stelle ist für weitere zwei Jahre gesichert. Zuch vertritt die Interessen der Stadt Fehmarn und der Gemeinde Großenbrode in allen Belangen, die mit der Beltquerung zu tun haben.

Fehmarn – Fehmarnbelttunnel, Hinterlandanbindung mit Ausbau der B 207 und Neubau der Schienentrasse, Sanierung der Fehmarn- sundbrücke sowie Neubau des Sundtunnels – Großprojekte und komplexe Themen, mit denen sich auf Fehmarn und in der Gemeinde Großenbrode niemand besser auskennt als Regionalmanager Jürgen Zuch (63). Seit fünf Jahren füllt er die bei der Stadt Fehmarn angesiedelte und vom Land mit 90 Prozent geförderte Stabsstelle mit Leib und Seele aus. Vorerst bis Mai 2024 ist nun seitens des Landes eine Weiterförderung zugesagt und darüber hinaus bis 2027 eine Anschlussförderung in Aussicht gestellt worden, „wenn Haushaltsmittel zur Verfügung stehen“, berichtet Bürgermeister Jörg Weber.

Auf den Cent genau sind es 214396,50 Euro, die das Land aus dem Topf der Finanzausgleichsmittel für die kommenden zwei Jahre zur Verfügung stellen wird. Die verbleibenden zehn Prozent teilen sich – wie bereits in den vergangenen fünf Jahren – die Stadt Fehmarn (75 Prozent) und die Gemeinde Großenbrode (25 Prozent).

Reise: Absolute Notwendigkeit der Stelle

Nicht nur bei Jörg Weber ist die Freude groß, dass der 63-Jährige beiden Kommunen mit seinem Expertenwissen weiterhin zur Verfügung stehen wird, sondern auch beim Großenbroder Bürgermeister Jens Reise. „Es besteht eine absolute Notwendigkeit dieser Stelle, denn wir sind nun einmal die Kommunen, die am meisten von der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) betroffen sind“, machte Reise deutlich.

Fehmarns Bürgermeister geht sogar so weit zu sagen, dass Zuch deutschlandweit als derjenige angesehen werden kann, der am längsten mit der FFBQ befasst ist. Weber will damit verdeutlichen, dass bei Vorhabenträgern und beteiligten Ministerien auf Landes- sowie Bundesebene häufig die Zuständigkeiten und jeweiligen Ansprechpartner wechselten, Jürgen Zuch auf kommunaler Ebene aber seit Jahren eine konstante und verlässliche Größe sei.

Er kann sich festbeißen.

Jörg Weber, Bürgermeister

„Er kann sich festbeißen“, weiß Weber, dass der 63-Jährige in der Sache hart bleiben kann, wenn es um die Interessen der Stadt Fehmarn und der Gemeinde Großenbrode geht. Zu den großen Erfolgen zählt Jürgen Zuch die über das Dialogforum erreichten Zusagen für den übergesetzlichen Lärmschutz an der Schienentrasse, aber auch die über den Klageweg zustande gekommene Zusicherung, dass das Land einen Kostenausgleich leisten muss für den von der Stadt Fehmarn zu gewährleistenden Brandschutz im deutschen Teil des Fehmarnbelttunnels und auf der Tunnelbaustelle.

Fokus liegt auf Sundquerung

Nachdem die Planfeststellungsbeschlüsse für den Fehmarnbelttunnel und den Ausbau der B 207 Rechtskraft erlangt haben und entsprechende Klagen der Kommunen in Leipzig und Schleswig abgewiesen wurden, sieht Zuch den Arbeitsschwerpunkt des Regionalmanagements zukünftig auf die Fehmarnsundquerung fokussiert. Denn hier gebe es noch viele offene Fragen. „Auch beim Ausbau der B207“, verweist der Regionalmanager auf einen im Planfeststellungsbeschluss noch nicht angepassten  Hochwasserschutz oder die fehlende Koordinierung der einzelnen Maßnahmen. „Von der Sundquerung aus einem Guss“ sei man noch weit entfernt, erinnerte er daran, dass mit Schiene und Straße aktuell noch gar nicht in Richtung Sundtunnel geplant werde, sondern in Richtung Fehmarnsundbrücke, die später einmal nur noch die langsamen Verkehre aufnehmen soll. „Dabei hat alles mit allem zu tun“, stellt der Regionalmanager unmissverständlich fest.

Es gibt also noch viel zu tun. Für Jürgen Zuch aber nur noch 18 Monate, denn Ende Oktober 2023 geht er in den Ruhestand. „Das macht die Sache für uns nicht einfacher“, mag Jörg Weber noch nicht so weit in die Zukunft schauen, wenngleich er auch sagt, dass man sich rechtzeitig um eine Nachfolgeregelung bemühen müsse. Vermutlich bis zum Jahr 2027. „Dann ist endgültig Schluss“, das habe das Land der Stadt Fehmarn bereits mitgeteilt, berichtet Weber.                      

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