Stadt Fehmarn Beteiligung SH Netz
+
Im Hauptausschuss der Stadt Fehmarn ist die Entscheidung gefallen, dass sich Fehmarn an der SH Netz AG beteiligt.

400 Aktien für zwei Millionen Euro

Beteiligung an der SH Netz AG: Stadt Fehmarn wird Aktionärin

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
    schließen

Für rund zwei Millionen Euro wird die Stadt Fehmarn Aktien vom Strom- und Gasnetzbetreiber SH Netz erwerben. Der finale Beschluss fiel im Hauptausschuss der Stadt.

Fehmarn – Die Stadt Fehmarn beteiligt sich an der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz). Die Kommune wird noch in diesem Jahr 400 Aktien im Gesamtwert von rund 2,038 Millionen Euro erwerben. Diesen finalen Beschluss fasste der Hauptausschuss gestern Abend (1. Februar). Mit 3:2 fiel das Abstimmungsergebnis aber denkbar knapp aus, nachdem die zuvor vom Finanzausschuss ausgesprochene Beschlussempfehlung noch mit einem deutlichen 8:3-Stimmenverhältnis auf den Weg gebracht worden war.

Über 400 Kommunen bereits beteiligt

Für den Aktienkauf sprachen sich Ausschussvorsitzender Lars Hviid (FWV), Werner Ehlers (CDU) und Kai Schumacher (F³) aus, die SPD mit Heinz Jürgen Fendt und Marianne Unger erinnerte an die Risiken, die grundsätzlich mit einem Aktienkauf verbunden wären. „Wir spekulieren mit dem Geld der Bürger“, formulierte Fendt seinen Bedenken. „Wir wollen das Geld lieber in Grund und Boden, der auf der Insel endlich ist, investieren.“ Auch wenn das Geld jetzt da sei und die Stadt keinen Kredit für den Aktienkauf in Anspruch nehmen müsste, könnte das Geld später möglicherweise für Investitionen fehlen, sodass dann wiederum Kredite aufgenommen werden müssten, so Fendt.

Zurzeit rund 60000 Euro Dividende für Fehmarns Aktien

Ein geringes Restrisiko bestehe natürlich, meinten die Befürworter, doch würden die Aktien nicht frei gehandelt. Eine Dividende sei garantiert, so Hviid. Derzeit sind es 152,11 Euro pro Aktie, also rund 60000 Euro pro Jahr. „Das ist wie ein Bundesschatzbrief“ und sei nur „bedingt spekulativ“, sagte der Ausschussvorsitzende. Daumen hoch auch von CDU-Fraktionschef Werner Ehlers, der an bislang weitere 435 Kommunen erinnerte, die bereits als Aktionäre von SH Netz auftreten. „Das geringe Restrisiko“ könne man durchaus eingehen, zumal es nach zwei Jahren ein Sonderkündigungsrecht gebe, machte Ehlers deutlich. Deshalb könne nach zwei Jahren neu geschaut werden.

„Es ist eine der sichersten Arten der Beteiligung“, teilte Kai Schumacher die Bedenken der Sozialdemokraten nicht.

Zwei Fraktionen kein Stimmrecht im Hauptausschuss

Auf deren Seite stellte sich hingegen Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW), der an die ablehnende Haltung seiner Fraktion im Finanzausschuss erinnerte. Nur: Im Hauptausschuss besitzt die FDP-WUW-Fraktion kein Stimmrecht. Auch nicht die Grünen, die sich laut Marco Eberle eine Abstimmung in der Stadtvertretung gewünscht hätten. Doch das gibt die Hauptsatzung der Stadt Fehmarn nicht her. In aktueller Fassung besitze der Hauptausschuss die Entscheidungsbefugnis, so Günther Schröder von der Verwaltung.

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.