Schattenwirtschaft die Stirn bieten / Zwei Berufsgruppen dominieren Schwarzarbeit

Den Betrügern auf der Spur

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Der Gerüstbau ist anfällig für Schwarzarbeit. Vier Prozent der Ermittlungsverfahren in der Region entfielen 2019 auf dieses Gewerbe.

Ostholstein –hö– Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (EGS) der Kreise Ostholstein, Plön und der Stadt Neumünster blickt auf eine wirksame Tätigkeit zurück. Allein im letzten Jahr seien „der gesetzestreuen Wirtschaft“ in Ostholstein, Plön und Neumünster mindestens rund 2,5 Millionen Euro an Umsatz aus Schwarzarbeit entgangen, heißt es in der jetzt vorgelegten Bilanz für 2019.

  • 187 Ermittlungsverfahren insgesamt eingeleitet
  • Maler und Lackierer und Maurer- und Betonbauer mit den meisten Verfahren
  • 1593 Baustellen überprüft

88 Verfahren in Ostholstein

Martin Boesmann, Leiter der EGS, berichtet, dass im vergangenen Jahr 187 Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. 88 entfielen auf den Kreis Ostholstein, 56 auf den Kreis Plön, die restlichen 43 auf die Stadt Neumünster. Branchenbezogen lagen die Schwerpunkte der Schwarzarbeitsbekämpfung – ähnlich wie in den Vorjahren – im Bauhauptgewerbe sowie in der handwerklichen und der gewerblichen Dienstleistungsbranche. Dabei entfiel die Hälfte aller Ermittlungsverfahren auf lediglich zwei Berufsbilder: Maler und Lackierer mit 25 Prozent, Maurer- und Betonbauer mit 24 Prozent. Alle anderen Berufsgruppen blieben im einstelligen Bereich. Auf Platz drei folgen die Dachdecker mit neun, gleich dahinter die Zimmerer mit sieben Prozent.

Wie schon in den Vorjahren sei ein Großteil der Gesetzesverstöße im Rahmen der vielfältigen und auch am Wochenende durchgeführten Außendiensttermine der EGS ermittelt worden, so Boesmann. Eine nicht unbedeutende Rolle spielten aber auch Verfahren, die über

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und Hinweise aus der Bevölkerung sowie von Firmen, Behörden oder anderen Institutionen zustande gekommen seien, ergänzt der Leiter der EGS.

Laut Boesmann sind 2019 bei 1593 Baustellenüberprüfungen 821 Personen kontrolliert worden. Es wurden 97 Bußgeldbescheide erlassen, 109 Verfahren (zum Teil aus den Vorjahren) wurden nach entsprechenden Vorermittlungen eingestellt, „weil sich beispielsweise der Anfangsverdacht nicht erhärten ließ oder die Betroffenen untergetaucht sind“. Für 2019 sind Bußgelder in Höhe von rund 178 500 Euro festgesetzt worden, etwa 118000 Euro davon haben Rechtskraft erlangt.

„Insgesamt konnten durch die Ermittlungsgruppe seit ihrer Einrichtung im Jahre 1999 Geldbußen in Höhe von 3360256,05 Euro festgesetzt werden. Hiervon sind 2769192,15 Euro rechtskräftig geworden und bis zum Jahresende 2019 insgesamt 2217880,97 Euro gezahlt worden“, umreißt Martin Boesmann die Erfolgsbilanz der Ermittlungsgruppe.

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