Mitgliederversammlung der SPD Fehmarn: Sozialdemokraten für Erhalt des Bahnhofs Am Steinkamp

Bezahlbarer Wohnraum das Topthema

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Der SPD-Vorstand um Jörg Josef Wohlmann, Heinz Jürgen Fendt und Vorsitzende Marianne Unger konnte zur Sitzung im Schützenhof auch den Kreisvorsitzenden Niclas Dürbook (v.r.) begrüßen.

FEHMARN - hö - Wären nicht die Delegierten für die am 27. Oktober in Bad Schwartau stattfindende SPD-Kreiswahlkonferenz zur Europawahl zu bestimmen gewesen, hätte es die jüngste Mitgliederversammlung der SPD Fehmarn wohl kaum gegeben. Nichtsdestotrotz nutzte die Ortsvereinsspitze die Gelegenheit, im Kreis von 30 Mitgliedern zwei wichtige kommunalpolitische Themen umfassend anzusprechen. Ganz vorn die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, gefolgt von der Zukunft des Bahnhofs Burg.

So berichtete Fraktionschef Heinz Jürgen Fendt davon, dass die AG Wohnraum, gebildet aus Vertretern der Verwaltung und der Fraktionen, bereits dreimal getagt habe. Ganz wichtig, so Fendt: „Wohnraum muss bezahlbar sein.“ Und bei neun, zehn oder elf Euro pro Quadratmeter plus Nebenkosten sei der Wohnraum eben nicht bezahlbar, ist Fendt überzeugt. Diesbezüglich sei er gespannt, wie sich die anderen Fraktionen positionieren. Auf dem Wohnungsmarkt dürfe die Argumentation nicht mehr lauten, „was gibt der Markt her, sondern es geht darum, was man sich leisten kann“, machte Ortsvereinsvorsitzende Marianne Unger deutlich.

Bernd Friedrichs wies darauf hin, dass zunehmend auch Arbeitgeber bei der Personalgewinnung Probleme bekämen, weil Mitarbeiter oft Schwierigkeiten hätten, geeigneten Wohnraum zu finden.

Andreas Herkommer erinnerte daran, dass die SPD bei der Entwicklung von Baugebieten gerne auch mit einer Genossenschaft zusammenarbeiten und man der Bevölkerung immer noch ein Mehrgenarationenhaus schulden würde. Zudem bemängelte er, dass das Bauamt unterbesetzt sei und dieses bei der Projektplanung die Prioritäten oft anders setze. Jörg Josef Wohlmann wies noch auf einen anderen Aspekt hin, der zu einer Verknappung des Angebots und unterm Strich zu einer Verteuerung des Wohnraums führe: nicht gemeldete Wohnungen, die in die Ferienvermietung gehen. Hier forderte er strengere Kontrollen.

In Sachen Bahnhof positioniert sich die SPD klar für den Erhalt des zentrumsnahen Bahnhofs Am Steinkamp mit aktuell täglich über 400 Ein- und Ausstiegen. „Dieser Bahnhof hat sämtliche Erwartungen übertroffen“, schwärmte Marianne Unger. Ein Bahnhof am Amalienhof „geht an den Menschen vorbeit“, ist Fehmarns SPD-Chefin überzeugt und wendet sich damit klar gegen die Position der Bürgerinitiative Fehmarn-Beltverkehr, die einen zukunftsfähigen Bahnhof nur direkt an der Trasse verortet sieht.

Man wolle zwar daran festhalten, weiterhin einen Fernhaltepunkt auf Fehmarn zu fordern, doch erste Priorität besitzt er für Heinz Jürgen Fendt und die SPD nicht. Viel wichtiger sei der Einstundentakt. Da nach einer Elektrifizierung der Strecke nach Auskunft von NAH.SH Lübeck von Burg aus in 49 Minuten zu erreichen sei, wäre die Attraktivität bei einem Einstundentakt deutlich gesteigert. „Und ob ein Fernhaltepunkt kommt oder auch nicht, entscheidet die Deutsche Bahn in Berlin, nicht NAH.SH in Kiel“, erinnert Fendt.

Laut Jörg Josef Wohlmann sind 1000 Ein- und Ausstiege das Kriterium für die Deutsche Bahn, den Fernhaltepunkt mit einem ICE zu bedienen. Sind‘s weniger, würde sich die Bahn vorbehalten, an solch einem Fernhaltepunkt nicht mehr zu halten. Dann lieber auf einen ICE-Stopp verzichten und auf einem Einstundentakt plus IC-Halt am Bahnhof Am Steinkamp setzen, findet Wohlmann.

Ziemlich im Stich gelassen von der Deutschen Bahn fühlen sich Fehmarns Sozialdemokraten, wenn es um die Informationspolitik in Sachen Fehmarnsundbrücke geht. „Wir sind hier von jeglicher Information abgeschnitten“, wettert Wohlmann, der sich aber weiter bemühen will, aktuelle Informationen zum Zustand des Bauwerks und zu Sanierungsmaßnahmen zu erhalten.

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