Schüler der Abschlussklasse 10 unzufrieden mit der Container-Lösung

„Big Brother“ für Arme

Daumen nach unten: Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse sind unzufrieden mit den Containern, in denen sie in ihrem Abschlussjahr unterrichtet werden.

BURG (wi) • Sie besuchten am Freitag die FT-Redaktion, um sich über die Heimatzeitung zu informieren. Die Schülerinnen und Schüler der beiden zehnten Klassen der Inselschule haben das Wahlpflichtfach „Zeitung“ belegt. Doch am Ende brach es aus ihnen heraus.

Welches Thema sie am meisten berühren würde, fragte der Redaktionsleiter. Und schon legten die Jugendlichen los. Die Container, in denen sie unterrichtet werden, seien viel zu klein. Fast 30 Schüler pro Klasse müssen dort Platz finden.

„Big brother für Arme“, so nennt Sina den Container-Unterricht. Denn von außen könnten alle in die Klassenräume gucken. Es sei wie im Zoo, meint Thomas. „Es fehlt nur noch ein Schild: Füttern verboten“, ergänzt Lisa. Antonia ist der Meinung, dass die Räume gestrichen werden müssten. Etwas mehr Farbe würde gut tun.

Die neunten und zehnten Klassen werden im Zuge der Umstrukturierungen auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule am einstigen Gymnasium in Containern unterrichtet. Auf der Zielgeraden zur Mittleren Reife müssen sie mit Beeinträchtigungen kämpfen. Um die Unterrichtsräume für Biologie, Chemie und Physik zu erreichen, müssen sie jeweils zur früheren Realschule wandern. „Wir sind eigentlich im Dauerstress“, sagt Anne. Kontakt zu ihren Schülersprecherinnen (Anne Molter und Hannah Bock sind gerade gewählt worden) haben sie noch nicht aufgenommen: „Die kommen ja vom Gymnasium.“

Die zu kleinen Container sprach in der Stadtvertretung am Abend zuvor auch Reiner Rahlff von der SPD an. Er nannte nicht nur die Größe, auch die Ausstattung der Container eine „Zumutung“.

Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt wies zurück, zu kleine Container angeschafft zu haben, um zu sparen. Man könne froh sein, dass die Schule diese Container bekommen habe, denn der Markt sei leergefegt. Er sagte aber zu, die Container nach schulbaurechtlichen Maßnahmen prüfen zu lassen.

Dr. Silke Struve-Blanck (CDU) sprach die Namensgebung der Inselschulen an, die zurzeit einfach nach den Himmelsrichtungen benannt sind und plädierte für neue Bezeichnungen, was auch Bürgervorsteherin Margit Maaß (CDU) begrüßte.

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