Möglichst viele Spendelokale offenhalten / Nächster Termin auf Fehmarn am 9. April

Blutspenden auch in der Krise

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Blutspenden ist immer wichtig – auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

Fehmarn –mb– Alle sieben Sekunden braucht ein Patient in Deutschland eine Bluttransfusion. Blutspendetermine sind nicht ohne Grund in Schleswig-Holstein als kritische Infrastruktur explizit vom Versammlungsverbot ausgenommen.

  • Alle sieben Sekunden braucht ein Patient in Deutschland eine Bluttransfusion
  • DRK-Blutspendedienst richtet Blutspende-Hotspots ein
  • Am 9. April kann in Puttgarden Blut gespendet werden

Die Versorgung der Kliniken mit Blut zählt unmittelbar zu den kritischen Infrastrukturen gemäß Vorgaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Da aufgrund der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens viele externe Blutspendeorte wegbrechen, ist der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost bemüht, durch sogenannte Blutspende-Hotspots wie in den Holstenhallen Neumünster gegenzusteuern, damit die Versorgung der Kliniken in Deutschland aufrechterhalten werden kann. In Neumünster kann werktags noch mindestens bis Freitag (27. März) von 14 bis 18 Uhr gespendet werden.

Zurzeit ist der Dienst, der eigentlich zu 90 Prozent mobil im gesamten Land unterwegs ist, um den Weg für Spender kurzzuhalten, händeringend damit beschäftigt, dass möglichst viele Spendelokale auch in Zeiten von Covid-19 genutzt werden können und die Strukturen nicht komplett zusammenbrechen. „Die Orte werden vorher geprüft und wir sind im ständigen Kontakt mit den Ehrenamtlern vor Ort“, so Susanne von Rabenau, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Und auf das Ehrenamt komme es an, betonte gestern von Rabenau. „Wir sind auf die Ortsvereine angewiesen.“ So sei der Dienst zwar Ausrichter, stelle mit Fachpersonal – es ist immer ein Arzt vor Ort – den medizinischen Rahmen, aber Logistik, Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf stemme der DRK vor Ort.

Ein Termin auf Fehmarn, der nach jetzigem Stand der Dinge definitiv stattfinden soll, ist am 9. April (Donnerstag) in der Turnhalle der ehemaligen Schule in Puttgarden, Marienleuchter Weg 4 geplant. Organisator ist der DRK-Ortsverein Bannesdorf. Gespendet werden kann von 15 bis 19 Uhr. Der nächste reguläre Termin auf Fehmarn soll am 4. Juni (Donnerstag) im Dörfergemeinschaftshaus in Meeschendorf sein. Der DRK-Ortsverein Landkirchen hat dann den Hut auf.

Mit höchstens fünf Personen werde man vor Ort sein, erklärt Gerda Stau, Vorsitzende des Bannesdorfer Ortsvereins. „Möglichst großräumig und möglichst wenige Menschen, damit wir ausreichend Abstand halten können“, ist für Stau das Gebot der Stunde.

Kein gesteigertes Risiko für Corona-Infektion

Am Eingang wird außerdem die Temperatur gemessen, eine Handdesinfektion ist Pflicht, potenzielle Spender müssen Auskunft geben über ihre jüngste Reisetätigkeit (Reiseanamnese). „Menschen mit Symptomen einer Grippe oder Erkältung genauso wie Durchfall werden generell nicht zur Blutspende zugelassen“, so von Rabenau, denn die „Sicherheit der Spendenden, der Mitarbeiter und der Ehrenamtler hat oberste Priorität“. Prof. Torsten Tonn, medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost erklärt: „Aktuell besteht für Blutspender kein gesteigertes Risiko sich auf DRK-Blutspendeterminen mit SARS-CoV-2 anzustecken.“

An Einzeltischen, die mindestens zwei Meter auseinander stehen, können die Spender ein Imbisspaket mit Getränk zu sich nehmen. „Wir können nicht jeden einfach auf der anderen Seite wieder rausschmeißen – manche Menschen brauchen einen Moment, bis sich der Kreislauf wieder stabilisiert hat“, erklärt Stau das Prozedere am Ende der Blutspende und hofft auf viele Spender.

Damit Blutspender nicht zu lange warten müssen, und damit vor allem keine großen Menschenansammlungen Probleme bekommen, notwendige Abstände einzuhalten, arbeitet der Blutspendedienst verstärkt an seinem Registrierungssystem für Termine. „Das ist nicht neu, wir wollen es aber in Anbetracht der Situation schneller ausweiten“, bekundet von Rabenau. Dennoch gilt: Zur Blutspende braucht es auch weiterhin keinen Termin.

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