Zukünftige Fehmarnsundquerung steht fest / Allseits lobende Worte

Brücke und Tunnel sind‘s

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Entscheidung gefallen: Vorhabenträger und Auftraggeber informierten am Dienstag über die neue Querung des Fehmarnsundes. Es wird ein Absenktunnel westlich der Fehmarnsundbrücke, die erhalten bleibt

Fehmarn/Berlin –mb– Die Entscheidung, wie es zukünftig über den Fehmarnsund gehen soll, ist offenbar gefallen. In einer gemeinsamen Pressemitteilungen legten am Dienstagnachmittag das Bundesverkehrsministerium (BMVI), das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn (DB) das Ergebnis des umfänglichen Variantenvergleichs dar. Gebaut werden soll ein Absenktunnel für Straße und Schiene. Für Fußgänger, Radfahrer und den langsamen Straßenverkehr bleibt das Wahrzeichen Fehmarnsundbrücke erhalten. Die Baukosten für den 1,7 Kilometer langen Tunnel sollen sich auf 714 Millionen Euro belaufen. Darin enthalten sind sowohl die Anteile von Schiene als auch Straße. Die Inbetriebnahme ist für 2028 zusammen mit der Festen Fehmarnbeltquerung geplant.

„Optimale Lösung für die neue Querung“

Vorhabenträger und Ministerium sprachen gestern von einer „optimalen Lösung für die neue Querung am Fehmarnsund“. Zuletzt hatte sich die Entscheidung hingezogen, von der es noch im November hieß, sie stehe spätestens im Januar fest. Final entscheiden musste am das BMVI als Auftraggeber der neuen Querung. Die Entscheidung für einen Absenktunnel und den Erhalt der Brücke favorisierte – durch die Erarbeitung am runden Tisch Fehmarnsundquerung und letztendlich die Entscheidung des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung – seit Januar auch die betroffene Region.

Absenktunnel ist überlegene Variante

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), freute sich besonders, dass auch „die Wünsche der Region in vollem Umfang berücksichtigt sind und die alte Fehmarnsundbrücke als landschaftsprägendes Bauwerk erhalten bleibt“. Ferlemann konkret: „Der Absenktunnel hat sich in einem umfassenden Vergleich der denkbaren Varianten auch in den Sensitivitätsanalysen stabil als überlegene Variante dargestellt, sodass wir hier eine sichere Entscheidung getroffen haben.“

Ronald Pofalla, Infrastruktur-Vorstand bei der DB, nannte die vorgesehene Querung einen „Baustein für mehr Verkehr auf der Schiene auf einer neuen europäischen Nord-Süd-Achse“. Der Tunnel soll vier Fahrstreifen für die Straße sowie zwei Gleise für die Eisenbahn aufnehmen. Pofalla und auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigten sich zufrieden, dass der „Kleiderbügel“ erhalten bleibt. Dem wurde im Vorwege, wenn umfangreich saniert wird, immerhin eine Lebensdauer von bis zu 130 Jahren attestiert. Buchholz lobte zudem den Prozess der Ergebnisfindung. „Nun gilt es, die weitere Planung rechtssicher auf den Weg zu bringen, damit wir die riesigen Chancen, die sich durch die Fehmarnbeltquerung bieten, so rasch wie möglich nutzen können.“

Auch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) zeigte sich erleichtert. „Eine gute Nachricht für die Region.“ Weiterhin offen ist die Unterhaltung der Brücke. Als Baulastträger hatten sich der Kreis Ostholstein und auch die anliegenden Gemeinden Fehmarn und Großenbrode schon frühzeitig aus dem Spiel genommen. Eine Anfrage beim Bundesverkehrsministerium, ob das Land oder der Bund in die Bresche springen, blieb gestern unbeantwortet.

An der Seite der Kommunen und des Kreises will diesbezüglich die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn stehen. Auch sie lobte die Entscheidung und gratulierte „zum erfolgreichen Kampf der Kommunalpolitiker“ hinsichtlich der favorisierten Lösung der Region. Die Ostholsteinerin, die sich schon vor längerer Zeit für diese Variante ausgesprochen hatte, erinnerte noch einmal daran, dass DB und BMVI 2016 entschieden hatten, die Brücke abzureißen. „Ich bin froh, dass es dank des Bundesrechnungshofes anders gekommen ist“, so Hagedorn.

Ihr CDU-Kollege Ingo Gädechens zeigte sich ebenfalls erfreut, dass das BMVI „die Vorstellungen der Region sehr hoch gewichtet hat“. Mit der Entscheidung sehe er sich in seiner Herangehensweise bestätigt, so Gädechens: „Unter den gegebenen Bedingungen das Beste für die Region herausholen.“

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