Fastensee und Markelsdorfer Huk: Beide Plattformen liegen an Ort und Stelle / Webcam überträgt

Die Brutflöße sind zurück

Startklar zum Brüten: Klaus Kreiselmaier (v.l.), Volker Lange und Jürgen Rahlf (verdeckt) arbeiten am kleinen Floß vor der Markelsdorfer Huk.

Fehmarn –mb– Ins dritte Jahr geht das Projekt „Brutinsel“ des Betreuungsvereins Haff und Huk Nordfehmarn, zuständig für das Naturschutzgebiet (NSG) Nördliche Seeniederung Fehmarn. Was im Frühjahr vor drei Jahren mit einem Prototyp startete, auf dem gleich acht Flussseeschwalben brüten, sorgte für Begeisterung im Verein.

Schnell sollte ein zweites Floß her. Gesagt, getan. Das 16-Quadratmeter-Floß, was zuvor im Fastensee lag, wurde vor der Markelsdorfer Huk ausgelegt, unweit des kleinen Aussichtssturmes. Im Fastensee wurde im letzten Jahr eine neue 24-Quadratmeter-Plattform zum Brüten ausgebracht. Wieder stellte sich Bruterfolg ein – bis zu 14 Paare je Brutinsel.

Das Folgemodell, bei dem die Umweltlotterie „Bingo“ wieder tüchtig unter die Arme griff, ist übrigens eine Weiterentwicklung. „Es läuft beim Auf- und Abbau einfach geschmeidiger“, stellten der Vereinsvorsitzende Mathias Krause und seine Mitstreiter in der letzten Woche wieder fest. Für Krause aber Jammern auf hohem Niveau, denn die Prototyp-Konstruktion sei stabil und habe sich bewährt. Das habe auch der mittlerweile dritte Aufbau gezeigt, ist der Vereinsvorsitzende froh.

Die Brutinsel 2.0 ist zudem wieder mit einer Kamera zur Liveübertragung ausgerüstet, die im letzten Jahr als Technikprojekt der Inselschule aufgebaut wurde und mithilfe der Unterstützung hiesiger Unternehmen realisiert werden konnte. Dass die Übertragung auch in diesem Jahr wieder steht, ist dem Bürgerwindpark Westfehmarn zu verdanken, der die Datenübertragung möglich macht. Auf der Homepage des Vereins und der Seite der Inselschule kann ab sofort live beobachtet werden. Und allzu lange werde es nicht mehr dauern, bis die Plattformen ihrer eigentlichen Funktion zugeführt werden, davon ist Mathias Krause überzeugt.

Erste Balzrituale beim Ausbringen des Floßes

„Schon beim Rausbringen des Floßes auf den Fastensee saßen zwei Flussseeschwalben auf den Verankerungen und die Futterübergabe war zu sehen“, berichtet der Westermarkelsdorfer von den Balzfütterungen. Vor allem die Aufnahmen der Webcam legt der Vereinsvorsitzende allen Interessierten ans Herz. So habe er am Wochenende bereits mehrere Flussseeschwalben-Paare über die Kamera gesehen. „Es tut sich immer was, gerade jetzt in der Anfangszeit. Es werden ständig mehr“, so Krause.

Wer hingegen sehen will, was vor der Markelsdorfer Huk abgeht, muss die Komfortzone verlassen. „Mit dem Fernglas von der Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick“, weiß der Vereinsvorsitzende Mathias Krause.

Aber nicht immer kann alles wie geschmiert laufen. Während im letzten Jahr an der Huk der Bruterfolg von bis zu 20 Jungvögeln durchgehend gesichert war, konnte im Fastensee ein Großteil der Jungvögel nicht ausreichend mit Nahrung versorgt werden. Eine hundertprozentige Erklärung habe man nicht, so Krause, vielleicht habe es nicht genug Nahrung gegeben oder es könne auch am höheren Salzwassereintrag gelegen haben – aber das sei spekulativ. „Die zentrale Frage ist: War es ein einmaliges Ereignis“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Trete das Phänomen dieses Jahr erneut auf, werde man aktiv in die Ursachenforschung gehen.

Kombination zweier Schutzmaßnahmen

Besonders hervorzuheben sei, so Krause, aber noch ein weiterer Aspekt. Durch die wehrhafte kleine Vogelkolonie sei auch die Umgebung geschützter vor Angreifern aus der Luft. So habe der NABU am Fastensee, der eigentlich einen Kartierungsauftrag für Sandregenpfeifer hat, fünf bis sechs Zwergseeschwalben-Brutpaare im letzten Jahr ausmachen können, die 15 Junge ausbrüteten. „Eigentlich gibt es nur zwei große Brutgebiete an den Küsten Schleswig-Holsteins mit rückläufiger Tendenz. Wir haben sozusagen einen Schnellstart hingelegt“, lächelt Krause zufrieden.

Während eine Verteidigung, beispielsweise gegen Krähen, möglich ist, reicht es für Landprädatoren, hauptsächlich Füchse, nicht aus. Helfen soll ein Elektrozaun. Schon in 2019 habe man am Fastensee gute Erfahrungen mit einer landseitigen Abzäunung gemacht, daher „haben wir uns entschieden, eine weitere Brutzone an einer offenen Stelle an der Huk zu schaffen“, so Krause, der hofft, dass dann auch Sandregenpfeifer und Säbelschnäbler innerhalb des Elektrozaunes brüten werden. Bereits beim Aufbau des mobilen Zaunes, der im Frühjahr auf- und im Herbst wieder abgebaut wird, „haben wir Fuchsspuren gesehen“.

Haff und Huk setzt somit auf die Kombination von Brutfloß und Zaun als Schutzmaßnahmen für Küstenbrüter.

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