Erstes Zusammentreffen der Verkehrsminister auf zukünftiger Tunnel-Großbaustelle

Buchholz beeindruckt Dynamik

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Henrik Christensen erläutert den im Blitzlichtgewitter stehenden Ministern Bernd Buchholz und Benny Engelbrecht (r.) auf der Aussichtsplattform die geplanten Maßnahmen.

Rødbyhavn/Fehmarn – Von Andreas Höppner Von der Großbaustelle für den geplanten Fehmarnbelttunnel auf Lolland ist noch nicht viel zu sehen, doch sie kommt. Die Vorbereitungen auf dänischer Seite laufen jetzt massiv an. Bagger sind aufgefahren, um Entwässerungsgräben auszuheben und um alte Häuser, die im Weg stehen, abzureißen. Zufahrtsstraßen sind gebaut. Anlass genug für Tunnelbauer Femern A/S, das erste Aufeinandertreffen des neuen dänischen Verkehrsministers Benny Engelbrecht mit seinem schleswig-holsteinischen Amtskollegen Bernd Buchholz auf die zukünftige Großbaustelle zu verlegen.

Henrik Christensen, Technischer Direktor bei Femern A/S, packte die Gelegenheit beim Schopfe, um beiden Ministern und den zahlreich angereisten Medienvertretern aus Dänemark und Deutschland wichtige Fakten zum zwölf Quadratkilometer großen Areal, auf dem unter anderem die Tunnelelemente-Fabrik, ein neuer Hafen und ein großes Wohncamp für bis zu 3000 Arbeiter errichtet werden sollen, zu erläutern. Als Christensen verkündete, dass der auf einen Kilometer Länge zu errichtende Hafen in spätestens zwei, wenn nicht sogar in anderthalb Jahren fertig sei, stand Buchholz die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Eine sehr sportliche Zielsetzung“, so Buchholz, doch sie zeige, mit welchem Nachdruck Dänemark auch unter der neuen Regierung und über die Parteigrenzen hinweg das Projekt voranbringen wolle. „Das Areal ist so groß wie 440 Fußballfelder“, stellte Buchholz einen Vergleich an, um dann zu sagen, er sei „dankbar, dass die Dänen das hier machen – und nicht auf der Tourismusinsel Fehmarn“.

Auf Fehmarn ist bislang nur selten ein Bagger für den geplanten Tunnelbau in Aktion getreten, erlaubt sind nur kleine, umweltschutztechnische Maßnahmen, wie zum Beispiel der Bau eines Amphibienschutzzauns (wir berichteten), da der Planfeststellungsbeschluss noch nicht rechtskräftig ist und vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mehrere Klagen anhängig sind. Buchholz erwartet einen Verhandlungstermin im Jahr 2020. Und er hofft, dass es dann zum ersten Spatenstich auf deutscher Seite 2021 kommen kann – „in Dänemark steckt der Spaten schon im Sand“.

Auf dänischer Seite ist also alles gut, auf deutscher noch nicht. Vor allem auch nicht in Bezug auf die Hinterlandanbindung. Hier hat Minister Buchholz einen Brandbrief in Richtung Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) losgelassen und sich darüber beschwert, dass das Bundesverkehrsministerium entlang der Trasse nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlärmschutz gewähren möchte. Dabei hätte „es immer wieder politische Zusagen zur Unterstützung von übergesetzlichen Maßnahmen aus dem Ministerium gegeben, moniert Buchholz. „Im Namen der betroffenen Menschen im Kreis Ostholstein und Lübeck erwarte ich, dass diese Region dem Bundestagsbeschluss folgend nicht anders behandelt wird als die Rheintalregion, die erheb- liche zusätzliche Bundesmittel zum Ausbau der dortigen Schienenstrecke zum Schutze der Anwohner und der Umwelt erhalten hat“, mahnt der Minister an. Der Kieler Minister sieht nun die Bundestagsabgeordneten der Region gefordert, ihren Einfluss geltend zu machen.

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