Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzeptes / Fünf Themenfelder boten Orientierung

Die Bürger waren gefragt

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Ideen sammeln für ein Ortsentwicklungskonzept: Eifrig gepinnt, diskutiert und geschrieben wurde am Mittwoch in der Mensa der Inselschule.

Fehmarn –Von Manuel Büchner– Als „neuen Weg“ bezeichnete Bürgermeister Jörg Weber (SPD) eingangs die Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Mensa der Inselschule im Zuge der Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzeptes für die Stadt Fehmarn. Webers Aufruf: „Beteiligen sie sich, wir brauchen ihre Meinung.“ Nach einer kurzen Einführung durch das Hamburger Büro Inspektour, das die Erarbeitung des Konzeptes fachlich begleitet, taten etwa 70 Bürger genau das und brachten sich umfänglich ein.

Grundlage bildeten fünf Handlungsfelder: Wohnraumentwicklung, Sportstätten, öffentlich zugängliche Einrichtungen, Ortsteilentwicklung (Mobilität und Versorgung) sowie Landschaft, Umwelt und Energie. An fünf Tischen mit Flipcharts konnten die Bürger diskutieren, Ideen sammeln, Bedürfnisse benennen und vor allem: alles notieren. „Dass ist sozusagen basisdemokratisch und interaktiv mit Workshop-Charakter“, war Bauamtsleiter Benjamin May gestern gegenüber dem FT mit der Veranstaltung zufrieden, auch wenn ein paar Stühle dennoch leer blieben. „Mehr geht natürlich immer“, so May, der auf die Onlinebefragung im September verwies, an der sich bereits 148 Personen beteiligt hatten. „Das ist eine respektable Zahl.“

Diplom-Kulturmanager Ralf Trimborn, Gründer und Geschäftsführer von Inspektour, eine Firma, die seit 17 Jahren unter anderem im Bereich Regionalentwicklung unterwegs ist, stellte die Frage: „Was macht Sinn, für Fehmarn zu entwickeln?“ Dabei ausgeklammert werden als aktive Handlungsfelder der Tourismus und die Feste Fehmarnbeltquerung, wenngleich beides immer wieder tangiert werde. Weitere Leitfragen seien: „Was fehlt uns? Was brauchen wir für die Zukunft? Was wünschen wir uns für unsere Stadt?“

Das Ortsentwicklungskonzept sei für die Einwohner Fehmarns bestimmt. „Es ist eine Gesamtstrategie für die nächsten 15 Jahre, inklusive Fahrplan und Leitlinien zur adäquaten Entwicklung der Insel“, zählte Trimborn auf. Zudem sei es für zahlreiche Projekte eine Grundvoraussetzung für Förderfähigkeit. „Die Vorhaben müssen in einem Gesamtkontext stehen.“ Drei zentrale Aspekte müsse ein Ortsentwicklungskonzept berücksichtigen, so der Geschäftsführer: Entwicklung des demografischen Wandels, ebenso die Innenentwicklungspotenziale in den Ortsteilen sowie die Beteiligung der Bürger.

Fast eine Stunde wurden daraufhin Ideen gesammelt, bevor die Ergebnisse zusammenfasst und weitere Diskussionshinweise aufgenommen wurden.

Als Nächstes soll noch in diesem Monat die Expertenrunde mit Bürgern beginnen, die in verschiedenen Organisationen tätig sind. „Die Liste ist lang“, merkte May an. Neben der Onlinebefragung und der Bürgerversammlung ist es der dritte Bestandteil der Beteiligung der Öffentlichkeit. Eine zweite Bürgerversammlung ist indes nicht geplant. „Wir müssen auf den Zeitplan achten und unser Budget im Auge behalten“, ist für den Bauamtschef eine Seite der Medaille. Wäre die Beteiligung deutlich höher gewesen und es nicht zu abschließenden Ergebnissen gekommen, hätte man eine zweite Veranstaltung durchgeführt.„Wir können bereits jetzt gut herauslesen, was den Bürgern wichtig ist“, sagte der Leiter des Bauamtes.

Die weiteren Schritte bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichtes Ende Februar 2020 werden über die Lenkungsgruppe des Bauamtes, bestehend aus May, Stadtplanerin Claudia Parge, Wirtschaftsförderin Steffi Breuer und Inspektour-Vertretern, erfolgen.

Für den Bauamtsleiter war es gestern gegenüber dem FT nochmals wichtig, hervorzuheben, dass man nichts herausfiltere, sondern den Input der Bürger aufbereiten und ordnen werde, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Wie das Ergebnis des Ortsentwicklungskonzeptes letztendlich öffentlichkeitswirksam vorgestellt werden könne, stehe noch nicht fest. Aber: „möglichst transparent“, so May, gehe es doch darum, Bürger auch zukünftig für solche Beteiligungsformen zu gewinnen und nicht den Eindruck zu erwecken, am Ende verschwinde alles im Kleingedruckten.

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