Jörg Weber steht auf der Treppe im Rathaus
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Jörg Weber (SPD) ist Bürgermeister von Fehmarn – und will es am 7. März auch bleiben.

Jörg Weber will Bürgermeister auf Fehmarn bleiben

Bürgermeisterwahl Fehmarn: Der Verwaltungschef im Rathaus

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der SPD-Mann Jörg Weber will im Rathaus von Fehmarn seinen Job weitere sechs Jahre fortsetzen. Die Rolle des Verwaltungschefs hat er für sich genau definiert.

  • Im Kern geht es für Weber um die Zusammenarbeit mit der Politik.
  • Politik beraten, Ideen einbringen, Beschlüsse umsetzen.
  • Als Einzelkandidat auf dem Stimmzettel, trotzdem SPD-Mann.

Fehmarn – Gestern, kurz nach Mitternacht (25. Januar) Wahlplakate anbringen: Jörg Weber war unterwegs, um an den sechs Stehlen in Burg zu werben – und zwar für sich als Bürgermeister für weitere sechs Jahre. Seit Montag (25. Januar) ist es erlaubt. 15 weitere Plakate wird er in Burg aufhängen, bis zu 30 Plakate sind außerhalb von Burg pro Kandidat erlaubt. Wahlkampf ums Amt des Verwaltungschefs auf Fehmarn. Dies sei nebenbei eine gute Jobbeschreibung, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann.

Als Bürgermeister bin ich aber nicht der Bestimmer.

Jörg Weber (SPD)

„Zuerst bin ich Chef der Verwaltung und zuständig für meine Mitarbeiter“, sagt der 53-Jährige. „Als Bürgermeister bin ich aber nicht der Bestimmer.“ Natürlich könne er fordern und habe auch Ziele für Fehmarn, aber es gehe im Kern um die Zusammenarbeit mit der Politik: Ideen an die Kommunalpolitiker herantragen, sie beraten und deren Beschlüsse umsetzen.

Alles Handeln lasse sich auf diese einfache Formel herunterbrechen, so Weber und nennt beispielhaft die Bildung. „Alle Gelder im Haushalt für die Digitalisierung der Schulen werden in 2021 auch eingesetzt“, akzentuiert Weber. Auch für die zusätzliche IT-Stelle für die Schulen, vorgeschlagen von der Verwaltung, habe die Stadtvertretung grünes Licht gegeben. „Wenn der Haushalt genehmigt ist, schreiben wir aus.“

Am Ende braucht es einen politischen Beschluss.

Jörg Weber (SPD)

Ähnlich verhalte es sich mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum an der Gorch-Fock-Straße. Die Idee, das Grundstück dem Bund abzukaufen, sei auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise aufgekommen. Die Politik habe es beschlossen, „wir haben dann verhandelt und das Grundstück gekauft“. Nicht anders sehe es beim Bau der Umgehungsstraße nach Burgstaaken aus, die Weber weiter vorantreiben will, oder bei der Förderung und Vernetzung der heimischen Wirtschaft, was durch die Wirtschaftsförderin erfolge. „Am Ende braucht es einen politischen Beschluss“, wird er nicht müde, zu betonen.

Bürger(meister)-Dialog als neues Mitmachangebot

Weber will die Bürger bei der Entwicklung der Insel weiterhin mitnehmen. Mit dem Format Bürger(meister)-Dialog will der Verwaltungschef zukünftig zu bestimmten Themen, die den Fehmaranern unter den Nägeln brennen, vor Ort sein. Wenngleich er verstanden wissen will, dass Bürgerbeteiligung zu zahlreichen Themen stattgefunden habe: Breitbandausbau, Sanierungsgebiet Burgtiefe, Ortsentwicklungskonzept, Feste Fehmarnbeltquerung, Sportentwicklungskonzept oder vor Ort zum Thema Straßenausbaubeiträge – fallen Weber nach und nach Beispiele ein. „Diese Form des Angebotes werden wir auch zukünftig fortsetzen“, verspricht Weber, der zwar keine Sprechstunde habe, aber: „Jeder bekommt auf Anfrage einen Termin oder zeitnah einen Rückruf.“

Wahlkampf nur sehr eingeschränkt

Wahlkampf wird es für den Amtsinhaber nur bedingt geben. „Ich kann nicht heute bei Gesundheitsminister Garg einen Impfpunkt auf Fehmarn anfragen und morgen bei den Leuten vor der Tür stehen. Das wäre das falsche Zeichen.“ Anders sehe es auf der digitalen Schiene aus, wobei dies schwer zu koordinieren sei. „Mein Terminkalender ist voll“, was er nicht als Beschwerde verstanden wissen will.

„Ich will meinen Job weitermachen“

Bei der Wahl am 7. März wird Jörg Weber auf dem Stimmzettel an fünfter Stelle als Einzelkandidat geführt. Warum? Eigentlich hatte ihn doch der SPD-Ortsverein nominiert. „Ich bin nicht aus der SPD ausgetreten und werde weiterhin von meiner Partei unterstützt“, bekräftigt er. Aber als Amtsinhaber könne er sich ohne Unterstützerunterschriften oder Vorschlag einer Partei zur Wiederwahl stellen. Von diesem Recht habe er Gebrauch gemacht. Dass am Ende die drei Buchstaben der Sozialdemokraten auf dem Stimmzettel fehlen würden, gerade zur besseren Abgrenzung eines Mitbewerbers mit gleichem Familiennamen, habe er nicht gewusst. Für Jörg Weber aber nicht entscheidend. Für ihn zählt: „Ich will meinen Job weitermachen.“

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