Die Erholungsstätte in Meeschendorf
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Das war einmal: Die Erholungsstätte des Kreises Hersfeld-Rotenburg ging 2019 in ihre letzte Saison. Im Juni 2019 hatte das österreichische Hotelunternehmen Jufa einen Pachtvertrag unterschrieben und will ein Hotel bauen.

Hotelbau Meeschendorf

Bürgermeisterwahl Fehmarn: Kandidaten beziehen Stellung

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Bei der Bürgermeisterwahl Fehmarn haben die fünf Kandidaten zum geplanten Hotelneubau in Meeschendorf Stellung bezogen.

Fehmarn – Bürgerbeteiligung hat sich jeder der fünf Bürgermeisterkandidaten zur Wahl am Sonntag (7. März) auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehört, Anfragen von Bürgern zu beantworten, und so sind alle Bewerber der Anfrage des Bürgerbegehrens gegen einen Hotelbau in Meeschendorf nachgekommen und haben schriftlich Stellung zum Projekt bezogen. Die Aussagen liegen dem FT vor.

Neben Amtsinhaber Jörg Weber, der sich für das Vorhaben ausspricht und dabei die Schaffung von Ganzjahresarbeitsplätzen, die Erhöhung gastronomischer Angebote und einen Indoorspielplatz, der auch von Fehmaranern genutzt werden könne, ins Feld führt, erachtet Doris Klemptner das Konzept des Vorhabenträgers für schlüssig. Nichtsdestotrotz kritisiert sie deutlich, dass die Anzahl der Hotelbetten nicht eindeutig festgelegt sei, diese in offiziellen Quellen unterschiedlich angegeben würden. Laut Jörg Weber sei eine Erhöhung der Bettenzahl im Vergleich zum Erholungsheim nicht gegeben.

Die drei anderen Kandidaten stören sich explizit an der Gebäudehöhe. „Viel zu hoch“, sagt Manuel von Schalscha-Ehrenfeld (FDP). „Passt nicht ins Landschaftsbild“, sagt Thomas Weber, und Marco Eberle (Grüne) verweist auf die deutliche Reduzierung des Baukörpers, die er im Bau- und Umweltausschuss gefordert habe, was allerdings nicht mehrheitsfähig gewesen sei.

Thomas Weber setzt wegen der Bebauung innerhalb des 150-Meter-Gewässerschutzstreifens, des stärkeren Individualverkehrs, der Belastung öffentlicher Parkplätze und der Wasserversorgung auf „ein neues Konzept zur Nutzung des Geländes“. Jörg Weber verdeutlicht hingegen, dass das Gelände bereits baulich genutzt und erschlossen sei, es keine neuen Wasserkapazitäten bräuchte und auch die Campingplätze innerhalb des 150-Meter-Streifens liegen würden. Zu bedenken gibt der Amtsinhaber auch, dass die Erschließungsstraße Bestandteil des von der Politik beschlossenen Kernwegenetzes sei und – unabhängig von der Hotelplanung – ausgebaut werden solle.

Dass die Frage Parkplatzmodalitäten außerhalb des Grundstückes noch nicht abschließend geklärt sei, wie Jörg Weber erklärt, sieht die Bürgermeisterkandidatin kritisch. „Ob dann öffentliche Parkplätze fehlen, ist bisher nicht geklärt.“ Dennoch könne sie sich mit den Forderungen des Bürgerbegehrens ein Hotel vorstellen – „aber eben keinen Klotz“ –, wie sie meint. Das ginge aber nur, wenn sich Vorhabenträger, Grundstücksbesitzer, Politik, Verwaltung und ein Vertreter des Bürgerbegehrens an einen Tisch setzen, „um eine richtige Entscheidung für Fehmarn zu treffen“.

Eberle setzt auch auf einen Dialog: „Gerade was Ver- und Entsorgung, Klimaneutralität und Infrastruktur angeht, ließen sich mit politischem Willen und dem Vorhabenträger sicher Lösungen finden.“ Scheitere das Vorhaben, so Eberle, sei die Alternative ein energetisch fragwürdiges, kaum nutzbares Bauwerk, das den Meeschendorfer Strand ziere.

Die Bürgermeisterkandidatin widerspricht: „Zu sagen, die Anlage wird eine Ruine, ist genauso falsch, wie die Aussage, es wird renoviert.“ Für sie sei von hoher Bedeutung, vor dem Bürgerentscheid zu erfahren, was mit der Anlage passiere, wenn dieser positiv ausfalle. 

Derweil kann sich der FDP-Kandidat sogar eine Sanierung oder Nachnutzung (Upcycling) vorstellen. Wenn es einen kleineren Neubau gebe, dann nur für die bisherige Zielgruppe als Ferienstätte, so von Schalscha-Ehrenfeld.  

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