Kalkulation zur Kurabgabe gebilligt

„In Burg brennt die Luft“

Derzeit werden die ersten Boote zu Wasser gelassen. Die Stadtvertretung sprach sich am Donnerstagabend für eine Erhöhung der Yachthafentarife aus. Modernisierungsmaßnahmen wurden und werden durchgeführt.

BURG (wi) • Die Kalkulation für die Kurabgabe auf Fehmarn ist verabschiedet. Die Stadtvertretung segnete sie am Donnerstagabend mit 14:5 Stimmen bei drei Enthaltungen ab.

Um die jährlichen Touris-musaufwendungen auf Fehmarn (insgesamt 4,7 Millionen Euro) wieder hereinzubekommen, müsste bei 30-prozentigem Anteil der städtischen Haushaltskasse demnach in Burg eine Kurtaxe von 2,90 Euro und außerhalb Burgs eine Kurtaxe von 0,54 Cent genommen werden, ergab die neue Rechnung. Tatsächlich werden „nur“ 2,50 Euro genommen und auf Fehmarn-Land wird gar keine Kurtaxe erhoben (bekanntlich wird die Tourismusbranche stattdessen der Stadt 500000 Euro zur Verfügung stellen, um von der ungeliebten Abgabe befreit zu werden). Dadurch entsteht ein neues Defizit von 200000 Euro.

Mit der „Kompromisslösung“ ist nach dem Schluss-wort von Bürgervorsteherin Margit Maaß (CDU) „niemand so ganz glücklich“, doch die Stadtvertretung dürfte dem 500000-Euro-Vertrag mit dem Tourismus-Förderverein in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt haben.

Die Kalkulation an sich stand jedenfalls für Manfred Schramm (SPD) außer Frage. Doch er kritisierte den Zeitpunkt, an dem erneut über die Kurabgabe diskutiert wurde. „Ich glaub‘, dass in Burg die Luft ein bisschen brennt“, sagte er. Es sei nicht vermittelbar, dass die Vermieter von den Gästen Kurabgabe nehmen sollten, obwohl weder das Haus des Gastes noch ein Kurmittelhaus zur Verfügung stehen würden. Und es gebe Stress wegen der Baumaßnahmen für das neue Freizeitbad.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Nottebaum und Manfred Harländer von der CDU sahen keine sinnvollere Möglichkeit, als die bereits beschlossene. Das sah der Hauptausschussvorsitzende Ernst Fleth (FWV) ganz anders. Es habe eine Fusion gegeben. Dass die Insel nun aber in zwei Zonen geteilt werde, dass sei für ihn „das größte Unglück“. Carsten Micheel (FWV) meinte, die Insel werde durch die Kurabgabe gespalten. Hartmut Specht (fraktionslos) war der Ansicht, es werde eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ geschaffen. Einige Redner äußerten erneut ihr Unverständnis, dass Neue Tiefe nun kurabgabepflichtig sei, obwohl es nicht die Anerkennung als Ostseeheilbad habe.

Dr. Silke Struve-Blanck (CDU) erklärte, dass man die Kosten im Schwimmbad bereits auch auf die Gäste in Fehmarn-Land umgelegt habe. In der Tat: Das Defizit, das im Bad entstand, wird zu 44,57 Prozent Burg und zu 41,37 Prozent Fehmarn-Land zugeschlagen (bei einem Eigenanteil von 14,06 Prozent).

Beschlossen wurde gestern Abend die Sanierung der Grund- und Hauptschule Burg für 700000 Euro in den kommenden beiden Jahren. Es fließen Fördermittel von 25 Prozent. Bis zum 30. Juni 2007 soll ein Schulraumkonzept vorgelegt werden. Die jetzige Grund- und Hauptschule scheint bessere Chancen zu haben, Schulstandort zu bleiben als die jetzige Realschule. Es wurde darauf hingewiesen, dass auch erhebliche Investitionen für die neue Gemeinschaftsschule anstünden. Ein ausführlicher Bericht folgt.

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