Zweigleisiger Ausbau des Bahnhofs geplant / Fünf Jahre lang mit Schnellbussen im Stundentakt nach Lübeck

Burg wird zum Nahverkehrsknoten

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Vom Bahnhof in Burg fahren nicht nur Regionalzüge in Richtung Lübeck ab, es gibt auch IC-Verbindungen, die der touristischen Anbindung der Insel dienen.

FEHMARN - hö - Es ist noch Zukunftsmusik, doch der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) plant den Ausbau des Burger Bahnhofs zu einem grenzüberschreitenden Nahverkehrsknoten. Baubeginn ist nicht vor 2022. Die Arbeiten sollen durchgeführt werden, wenn im Zuge des Baus der Hinterlandanbindung die Strecke von Neustadt in Richtung Puttgarden ohnehin stillgelegt ist.

Der für NAH.SH tätige Verkehrsplaner Simon Preis stellte in der Sitzung des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung die Grundzüge der Konzeption vor. Demnach erhält der Kopfbahnhof ein zweites Gleis. Der bestehende Bahnsteig wird zum Mittelbahnsteig umgebaut und verlängert, sodass eine parallele Abfertigung von zwei Zügen möglich wird. Preis erinnerte daran, dass der Bahnhof Burg seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 eine kleine Erfolgsgeschichte schreibt. Mit mittlerweile durchschnittlich 400 Ein- und Ausstiegen täglich hätten sich die Fahrgastzahlen verdreifacht. Künftig sollen sich grenzüberschreitende Regionalzüge auf der Strecke Lübeck - Fehmarn - Nykøbing regelmäßig auf Fehmarn begegnen. Den Ausbau des Burger Bahnhofs soll die AKN als zuständiges Eisenbahninfrastrukturunternehmen übernehmen, die DB Netz AG wird außerhalb des Bahnhofs im Bereich des Gleisdreiecks vier Abstellgleise errichten.

Da der Ausbau der Schiene mit einer Elektrifizierung der Strecke einhergeht, sprach Preis von einem äußerst attraktiven Schienennahverkehr, der nach Fertigstellung der Verbindung entsteht. Derzeit dauert die Fahrzeit von Burg nach Lübeck eine Stunde und 28 Minuten, nach dem Streckenausbau sind es dann nur noch 49 Minuten.

Doch bis dahin können zehn Jahre ins Land ziehen, denn Simon Preis geht von einer mindestens fünfjährigen Bauzeit aus, wie er im Dialogforum kundtat. Während des zweigleisigen Ausbaus setzt NAH.SH auf einen hochwertigen Ersatzverkehr. Dieser soll mit modernen doppelstöckigen Reisebussen, die für mindestens 75 Personen Platz haben, durchgeführt werden. Die Abfahrten erfolgen täglich im Stundentakt. Die Schnellbusse sollen dann von Puttgarden nach Lübeck eine Stunde und 47 Minuten unterwegs sein, nur unwesentlich länger, als derzeit mit dem Zug (eine Stunde und 44 Minuten). Während der Fahrt sollen die Fahrgäste WLAN und Steckdosen nutzen können, einen barrierefreien Einstieg, Toiletten und Gepäckregale gibt es ebenfalls, eine Fahrradmitnahme soll möglich sein.

Allerdings geht der Verkehrsplaner von NAH.SH davon aus, dass es auch in Zukunft im Kreisnorden über Neustadt hinaus nur einen Zweistundentakt geben wird. „Die Nachfrage rechtfertigt keinen Stundentakt.“ Hiergegen regte sich jedoch Widerstand, so fordert das Dialogforum vielmehr die Erstellung einer Potenzialanalyse, mit der überprüft werden soll, ob es nicht doch ausreichend Nachfrage gibt für den Stundentakt.

Im Südkreis ist das alles kein Problem, hier könnte es laut Preis ab 2023 im Sommerhalbjahr sogar im Halbstundentakt losgehen. Der Unterschied: Im Südkreis kann anfangs noch die Bestands-trasse genutzt werden, später geht‘s auf der Neubautrasse weiter. Überlegungen seitens NAH.SH zielen darauf ab, auf der alten Bäderbahntrasse Busse einzusetzen oder die Trasse als Fahrradschnellstraße auszubauen, diese dann bei Verkehrsstau für Busse freizugeben. Alles Überlegungen, die wohl noch nicht ausgereift sind.

Auf jeden Fall hat das Land die Ausschreibung für das Elektronetz Ost bereits gestartet. Bis Anfang September können Angebote abgegeben werden, Anfang 2019 soll der neue Betreiber feststehen. Der Verkehrsvertrag gilt dann von Dezember 2019 bis Dezember 2035.

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