1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Fehmarn

Camper-Van made in Fehmarn

Erstellt:

Von: Hans-Jörg Meckes

Kommentare

Fehmarn MonsterVan Camper-Van
Transporter aus der Mercedes-Modellreihe Sprinter baut die Firma MonsterVan zu hochwertigen Camper-Vans aus. Die Fahrzeugbasis bekommt das Unternehmen direkt von Daimler geliefert. © Hans-Jörg Meckes

Auf Fehmarn werden bei der Firma MonsterVan in Burg hochwertige Campingmobile gefertigt. Im Freesenkamp haben Adrian Merz und Saskia Groth ihren Sitz.

Fehmarn – Als die leidenschaftlichen Camper Adrian Merz und Saskia Groth vor ein paar Jahren ihren Urlaub auf Fehmarn verbringen, entsteht Kontakt zu Matthias Kramer, der in Burg Nutzfahrzeuge repariert, verleiht und verkauft. Er bietet den beiden, die zu dieser Zeit planen, sich mit dem Ausbau von Camper-Vans selbstständig zu machen, an, seine zu diesem Zeitpunkt frei stehende Halle zu nutzen. Mittlerweile ist ihre Firma MonsterVan anderthalb Jahre alt und verfügt über insgesamt vier Mitarbeiter.

Der gelernte Mechatroniker und Techniker ist selbst Camper und hat schon vor ein paar Jahren angefangen, seinen Camper-Van umfangreich auszubauen. „Im Freundeskreis wurde mir gesagt, was du bauen willst, wird ja voll das Monster“, erzählt der 33-Jährige, der damit auf seinen Firmennamen kam. Anfangs verbringt er die Nächte auf Fehmarn im Wohnwagen auf dem Firmengelände. Seit Anfang März dieses Jahres lebt er mit Saskia Groth und der gemeinsamen Tochter fest auf der Insel. Die drei haben das Leben auf dem Knust mit seiner Natur und der Nähe zu den Tieren richtig zu schätzen gelernt. Ursprünglich kommt Merz aus Nordrhein-Westfalen und ist in seinen 13 Berufsjahren schon viel rumgekommen: „Ich war schon in England, Indien, China, Kanada, Österreich und der Schweiz und weiß mittlerweile, was ich beruflich an Deutschland habe“, so der Geschäftsführer.

Fehmarn Camper-Van Innenansicht Sakia Groth Adrian Merz
Saskia Groth und Adrian Merz zeigen den ausgebauten Camper-Van von innen. Die Holzteile werden von einer Maschine millimetergenau angepasst. © Hans-Jörg Meckes

MonsterVan baut Vans von Mercedes professionell sowohl von innen als auch von außen für das Camping aus. Die Zielgruppe ist bundesweit vorhanden. „Wir produzieren hier auf Fehmarn, weil die Insel ein riesiger Touristenmagnet ist“, betont Merz. Viele Urlauber seien auch Camper und bereits sehr an dem Thema interessiert. Anders als man zuerst vermuten könnte, nimmt das Unternehmen aber keine Gebrauchtfahrzeuge an, um diese dann zu modifizieren, sondern „wir sind offiziell autorisierter Aufbauhersteller von Mercedes geworden und kriegen die Fahrzeuge direkt von Daimler geliefert“, erklärt Merz und fügt hinzu: „Bei uns kauft man ein fertiges Fahrzeug.“ Die Basis der Kleintransporter bekommt er aus der Modellreihe Sprinter. „Durch die Standardisierung können wir gewisse Sachen wie die Küchenblöcke, die Schränke, die Toilette oder den Sitzblock vorproduzieren, weil die Maße schon bekannt und mit Mercedes abgesprochen sind.“ Auch mit anderen Herstellern könne er sich künftig eine Zusammenarbeit vorstellen, sagt Merz.

Für ein Auto brauchen wir circa zwei Monate.

Adrian Merz, Geschäftsführer vom MonsterVan

In diesem Jahr hat MonsterVan vier Camper-Vans fertiggestellt. „Für ein Auto brauchen wir circa zwei Monate. Im nächsten Jahr wollen wir uns auf zehn Autos steigern“, gibt der Geschäftsführer das Ziel vor. Die fertigen Fahrzeuge sind nichts für den kleinen Geldbeutel. Die aktuellen Angebote liegen bei 123000 Euro. Doch genau diese Zielgruppe möchten Merz und sein Team durch hohe Qualität bedienen.

Findet er für die fertiggestellten Fahrzeuge keine Abnehmer, kauft das Autohaus Süverkrüp, mit dem er ebenfalls kooperiert, ihm diese ab. Die Camper-Vans werden dann dort entweder vermietet oder weiterverkauft, erklärt Adrian Merz.

Entwurf mit spezieller Software am Computer

Mit einer speziellen Software entwirft er die Fahrzeuge auf einer 3-D-Datei am Computer. So kann im Anschluss seine computergesteuerte Fräsmaschine jedes Teil millimetergenau zuschneiden. „Sie stellt die meisten Bauteile her, die im Programm entworfen wurden.“ Neben dem Schneiden von Holz übernimmt seine Firma auch das Schweißen von Aluminium und Stahl.

Im Transporter wird alles eingebaut, was das Camperherz begehrt: Designfußboden, Schränke, Küchenblock, Sitzblock, Toilette und Dusche oder die Teile für das Bett. „Wir nehmen bewusst keine Leichtbaumaterialien und setzen auf halbe Materialstärke“, betont Merz. Auch auf kleinste Details wird geachtet: „Die Scharniere müssen separat unterfüttert werden“, erklärt der 33-Jährige. „Wir haben die Möglichkeit, das hier alles zu realisieren und wollen das auch ausschöpfen.“ Im kleineren Transporter klappt er an der Seite ein Gestell herunter, auf dem später die Matratze liegen wird – alles macht einen sehr stabilen Eindruck. „Bei diesem Camper-Van kann man hinten ein Solarfeld anschließen, wodurch er völlig gasfrei und somit auch autark betrieben werden kann“, erklärt der Geschäftsführer.

Team erweitert gerade die Räumlichkeiten

Merz kann sich auch auf die Arbeit von Tischler Max-Philipp Beese und Zimmermann Karl Scheel verlassen. Saskia Groth kümmert sich im Büro um das Marketing und die Buchhaltung. Das vierköpfige Team ist zudem gerade dabei, seine Räumlichkeiten zu erweitern. Im oberen Bereich der Halle entstehen neue Büros.

Der Mechatroniker und Techniker hat ebenso die Dienste von Betrieben in der Region zu schätzen gelernt. In Zukunft möchte er darauf noch stärker zurückgreifen. „Wenn ich zum Beispiel Polster brauche, könnte ich die auch beim Segelmacher beziehen.“

Auch interessant

Kommentare