Raphael Ackermann steht auf einer Wiese
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Hier war die CDU-Welt auf Fehmarn noch in Ordnung, und Raphael Ackermann kandidierte für das Bürgermeisteramt.

Rückzug Ackermann: CDU muss Löcher stopfen

„Nicht leicht gefallen“

  • Nicole Rochell
    vonNicole Rochell
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Nach dem Rückzug von Raphael Ackermann muss die CDU Fehmarn Löcher stopfen. Ackermanns Posten müssen neu besetzt werden.

  • CDU-Fraktion akzeptiert Rücktritt.
  • Martin Specht übernimmt als Ortsvorsitzender.
  • CDU könne keinen neuen Bürgermeisterkandidaten aus dem Hut zaubern.

Fehmarn – Ein Mann geht. Schweren Herzens, wie er bekundet. Fünf damit jetzt vakante und überwiegend neu zu besetzende Ämter und Positionen bleiben. Denn mit dem Rückzug Ackermanns kamen der CDU quasi über Nacht Stadtvertreter, Ortsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat abhanden. Zu besetzen sind auch seine Posten im Tourismusausschuss und im Wasserbeschaffungsverband. Die Christdemokraten von Fehmarn haben sich bereits die Ärmel aufgekrempelt. 

Raphael Ackermann (CDU) hat seinen Abgesang aus der Politik angekündigt (wir berichteten). Mit einer letzten Pressemitteilung verabschiedet er sich jetzt als 1. Ortsvorsitzender der CDU Fehmarn und als Stadtvertreter. Aus „persönlichen und gesundheitlichen Gründen“ habe er die Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt, heißt es in dem schmalen Schreiben, das er dem FT am Dienstagabend nach Redaktionsschluss hat zukommen lassen. 

„Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, da der CDU-Weg zur nächsten Kommunalwahl noch in der Skizze ist und ich nach vielen positiven Zusprüchen zur Bürgermeisterwahl um die Hoffnung vieler Wähler weiß. Jedoch muss ich mich einbremsen und kürzertreten, um mich auf meine Genesung zu konzentrieren“, schreibt Ackermann.

„Dass er aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine zieht, akzeptieren wir natürlich“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Ehlers, der davon ausgeht, bereits Anfang nächster Woche vielleicht schon entsprechende Personalien präsentieren zu können – was die Fraktionsschiene anbelangt. 

Für den Posten des CDU-Ortsvorsitzenden, den Raphael Ackermann bekanntlich im April 2017 von Josef Meyer übernommen hatte, hat jetzt stellvertretender Ortsvorsitzender Martin Specht das Heft des Handelns in der Hand und ist im Zusammenspiel mit allen Beteiligten um eine Nachfolge bemüht. 

„Mit einer ordentlichen Lösung kommen“

Fraktion und Vorstand werden sich gemeinschaftlich weiter austauschen, so Specht, der jedoch, was eine zeitliche Orientierung anbelangt, komplett den Druck aus der Sache nehmen will. 

„Schließlich wolle man auch mit einer „ordentlichen Lösung“ kommen, so Specht, der wie Werner Ehlers Verständnis für Ackermanns Entschluss zeigt. 

„Wenn er gesundheitlich nicht in der Lage ist, das Angeschobene zu beenden, war es die richtige Entscheidung, aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine gezogen zu haben“, so der stellvertretende Chef der insularen CDU. 

Schwarz sieht Martin Specht für die Zukunft nicht. „Ich glaube nicht, dass es an aktiven Köpfen mangelt, auch nicht an verschiedenen Fähigkeiten“, so Specht und sieht die momentane Situation auch ein Stück weit als Chance. Als Partei breit aufgestellt zu sein – „die ganz große Stärke der CDU. Und die werden wir uns auch zunutze machen. Das wird nicht das Ende der CDU Fehmarn sein“, so Specht, im Gegenteil. Sie könne – und werde – gestärkt aus der Situation hervorgehen, ist sich der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes sicher. 

Jetzt keinen Kandidaten mehr zu haben, der zur Bürgermeisterwahl am 7. März für die CDU antreten wird – „das können wir nicht ändern – und werden wir nicht ändern“, so Specht. So sieht es auch Werner Ehlers. „Einen eigenen Kandidaten schließen wir aus.“ Bis zum 11. Januar, so lange können bekanntlich noch Wahlvorschläge zur Bürgermeisterwahl auf Fehmarn eingereicht werden, könne die CDU keinen Kandidaten mehr aus dem Hut zaubern, so Ehlers, behalte sich aber weitere Optionen des Handelns vor, wie sich einem Kandidaten anzuschließen oder zu unterstützen.  

Martin Specht nimmt die momentanen Umstände sportlich, auch wenn es sich um eine Situation handelt, „die wir nicht jeden Tag haben wollen, räumt er ein. „Aber es ist so, wie es ist: Das Leben ist dynamisch und bunt, und auch in der Politik ist es manchmal so.“

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