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Corona im Grundschulalltag auf Fehmarn

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Von: Manuel Büchner

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Corona Grundschule Fehmarn
Lüften, lüften, lüften: Die Luftfilter konnte Burgs Grundschulleiterin Ines Schmidt noch nicht anschmeißen, aber Frischluft gibt‘s weiterhin durch geöffnete Fenster. © Manuel Büchner

Blick in die Grundschulen: Mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie berichten Leiterin Ines Schmidt (Burg) und Leiter Erik Schmidt (Landkirchen) aus ihren Häusern. Vieles ist mittlerweile Alltag.

Fehmarn – Eigentlich sollten am Freitag (3. Dezember) 27 Luftfilter für die 27 Klassenräume der Grundschule Burg ankommen, um einen Beitrag zu leisten, virushaltige Aerosole (feinste Tröpfchen in der Luft) im Klassenraum zu reduzieren. Fehlanzeige. Die Stadt konnte den Lieferanten nicht erreichen. Schulleiterin Ines Schmidt hofft auf diese Woche.

Entscheidend bleiben sowieso das Lüften der Räume und die anderen Anti-Corona-Regeln sowie das zweimalige Testen auf die Viruserkrankung, was längst zum Alltag gehöre und auch relativ schnell vonstattengehe, findet die Leiterin der Grundschule in Burg. Die Kinder würden den Ablauf verinnerlicht haben, hätten sich schnell daran gewöhnt. Denn bleibe es eine Ausnahmesituation, so Schmidt, die beispielsweise die Erstklässler nie anders kennengelernt hätten.

Eine Weihnachtsfeier ohne Gesang geht nicht.

Schulleiterin Ines Schmidt

Jetzt in der Adventszeit sind manche Einschränkungen besonders bedrückend. „Eine Weihnachtsfeier ohne Gesang geht nicht“, sagt Schmidt und will mit ausreichend Abstand auch das möglich machen. „Nur Musik abspielen und Gitarre reicht für die Kinder nicht, sie müssen die Lieder auch singen dürfen.“

Nach den Sommerferien habe die Politik viele Einschränkungen aufgehoben, obwohl sich ein Rückzieher bereits abgezeichnet habe. „Wir wollten nicht alles erlauben und den Kindern dann kurze Zeit später alles wieder wegnehmen“, erinnert sich Schmidt. Was gut gelaufen sei, habe man gelassen, so zum Beispiel in Kohorten in die Pausen zu gehen.

Das Testen schafft mehr Sicherheit.

Schulleiterin Ines Schmidt

Einen Fall habe es in 2021 gegeben, so die Schulleiterin von 240 Kindern. „Abends zu Hause noch negativ getestet und morgens in der Schule positiv.“ Folgen habe die Infektion für die anderen Kinder nicht gehabt. „Das Testen schafft mehr Sicherheit“, ist Schmidt überzeugt. Ebenso würden sich die Lehrkräfte durch die eigene Impfung sicherer fühlen. Nach den Herbstferien seien zwei Familien infiziert gewesen, die sich aber gleich isoliert hätten, sodass „die Kinder das Schulgebäude erst gar nicht betreten haben“.

Corona Schule Alltag Fehmarn
Kleine Erinnerung im Eingangsbereich der Grundschule Burg. © Manuel Büchner

Aus der Pandemie gebe es auch etwas zu lernen, so Schmidt: „Wenn alle an einem Strang ziehen, dann klappt es.“ Würden sich die Schülerinnen und Schüler im Elternhaus an die Regeln halten, die es auch in der Schule zu beachten gelte, „dann festigt das die Kinder“. 

Verinnerlicht: Testen ist wie Zähneputzen

Landkirchens Schulleiter Erik Filter stellt sich ebenfalls positiv-pragmatisch den Herausforderungen der Pandemie. Montag und Mittwoch werde getestet – das sei wie Zähneputzen und bereite den Kindern keinen Stress. „In den Fluren werden Masken getragen, und es wird auch keiner fertiggemacht, wenn sie mal vergessen wird“, so Filter. Dann habe man auch stets Ersatz parat.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Sitzplatz – eine Verpflichtung, die erst Ende Oktober abgeschafft wurde und mittlerweile wieder Pflicht ist, werde auch zeitweise ausgesetzt – entweder aus pädagogisch notwendigen Gründen oder wenn das Kind mal eine kurze Maskenpause bräuchte, so der Schulleiter.  

Schulleiter lobt Eltern

„Natürlich ist es ohne Corona besser“, betont Filter, aber sein Eindruck sei momentan nicht, dass die Kinder übermäßig belastet seien. Ein Lob richtet der Grundschulleiter an die Eltern, die sich vernünftig verhalten und mitdenken würden. So sei beispielsweise ein Elternteil Kontaktperson eines Infizierten gewesen und habe daraufhin – „obwohl das nicht verpflichtend ist“ – in der Schule nachgefragt, ob das eigene Kind nun zu Hause bleiben oder in die Schule kommen solle.

CO2-Ampel im Klassenraum

115 Schülerinnen und Schüler drücken in Landkirchen die Schulbank. 2020 gab es lediglich drei Corona-Fälle. „Wir achten sehr auf durchlüftete Klassenräume“, so der Schulleiter. Schlägt die CO2-Ampel an, wird kurz auf Durchzug gestellt und 15 Sekunden später steht das Signal wieder auf Grün.

Wir müssen das Beste aus der aktuellen Lage machen.

Schulleiter Erik Filter

In 2021 blieb die Schule bisher verschont. „Wir erwarten aufgrund der gestiegenen Inzidenzen allerdings wöchentlich den ersten Fall“, so Filter und sagt: „Wir müssen das Beste aus der aktuellen Lage machen.“ Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland seien die Zustände auf Fehmarn ja noch paradiesisch.

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