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Die ABA-Vorstandsmitglieder Claus-Michael Rathjen, Gesine Hansen, Marie Rhodin und Jan Peter Ehlers (v.l.) vertreten die Interessen der Altstadtbetriebe.

ABA blickt erleichtert zurück und mit Vorsicht nach vorne: „Was jetzt kommt, weiß keiner“

Corona: Das meiste ist aufgeholt

Fehmarn – Von Andreas Höppner In Ostholstein gibt es kaum eine Innenstadt, die so attraktiv ist wie die Altstadt in Burg. Das ist unbestritten. Leerstände sind ein Fremdwort, die Außenterrassen sind bei gutem Wetter vom Frühjahr bis in den Herbst hinein gut besetzt, die Geschäfte gut besucht. Selbst gegen die Corona-Pandemie zeigt sich das Burger Zentrum bislang nahezu immun.

  • Caterer und Reisebranche leidet
  • Keine Lichterketten mehr
  • ABA will Stromkästen in der erweiterten Innenstadt ab Frühjahr 2021 bemalen lassen

Der Verein Attraktive Burger Altstadt (ABA), der die Interessen einer Vielzahl von Gewerbetreibenden vertritt, hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, nicht nur den Status quo zu erhalten, sondern immer wieder auf externe Einflüsse zu reagieren und die Anziehungskraft des Altstadtbereiches auch auf lange Sicht zu stärken.

„Handel und Gastronomie haben nicht gelitten“, stellte der 2. Vorsitzende des ABA, Claus-Michael Rathjen, im Rückblick auf das Corona-Jahr fest. In der ersten Zeit des Lockdowns mit der Sperrung der Insel selbstverständlich schon, denn das Ostergeschäft fehlte komplett. Doch bis heute sei das meiste aufgeholt, resümiert der stellvertretende ABA-Chef im Gespräch mit dem FT.

Gleichwohl gebe es natürlich Betriebe, die besonders gelitten hätten und dies noch immer tun, ergänzte ABA-Vorsitzender Jan Peter Ehlers, der als Beispiel die Caterer oder die Reisebranche anführt. „Was jetzt kommt, weiß keiner“, blickt Claus-Michael Rathjen nicht ohne Sorge der zweiten Corona-Welle und den umsatzschwächeren Wintermonaten entgegen. Da helfe jede Maßnahme, die die Saison verlängern könne, sind sich die ABA-Vertreter sicher. Dazu zähle auch, dass die Außenterrassen in diesem Winter nicht wie in den Vorjahren abgebaut werden müssen, sondern weiterhin genutzt werden dürfen. Bürgermeister Jörg Weber habe dies vor ein paar Tagen in einem Gespräch mit dem ABA zugesichert, berichtet Rathjen.

Positiv wertet ABA auch die Aktion der Stadt, den Betrieb einiger Jahrmarktstände auf dem Marktplatz zuzulassen. Das habe für eine Belebung und eine Entzerrung der Besucherströme gesorgt. Auf eine volle Altstadt hofft ABA auch in den Wochen vor Weihnachten. Hier richtet Schriftführerin Marie Rhodin den dringenden Appell an die ABA-Mitglieder, sich möglichst zahlreich an der Weihnachtsbaumaktion des Vereins zu beteiligen. „Wir liefern bis vor die Haustür“, wirbt sie. Verabschieden musste sich ABA jedoch von den Lichterketten in den Bäumen, die in den letzten rund fünf Jahren für vorweihnachtliche Atmosphäre im Zentrum sorgten. Sie seien zu anfällig und oft defekt gewesen, so Rathjen. Zukünftig soll mit Strahlern gearbeitet werden, mit der Stadt sei man im Gespräch.

Zeitlich ein wenig weiter voraus verortet ist eine weitere ABA-Aktion, auf die Pressewartin Gesine Hansen aufmerksam macht: Alle Stromkästen in der erweiterten Innenstadt sollen ab dem Frühjahr 2021 bemalt werden. Claus-Michael Rathjen schätzt, dass es rund 80 Stromkästen sind. Der Verein wolle dafür Eigenmittel aufbringen, habe aber auch schon einige Sponsoren auftun können. Wer unterstützen will, nimmt Kontakt mit ABA auf.

Blick auf den Bau- und Umweltausschuss

Was die Interessenvertretung der Altstadtbetriebe seit rund drei Jahren besonders beschäftigt, sind die Planungen, am Ortsrand von

Burg-West

die Erweiterungen der Märkte

Edeka

und

Aldi

mit der Neuansiedlung eines

dm-Marktes

zu verknüpfen. Am Donnerstag (29. Oktober) berät der

Bau- und Umweltausschuss

ein weiteres Mal. Für die B-Plan-Änderung soll der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst werden.

„Das würde der Altstadt wehtun“, ist Rathjen überzeugt. „Alles, was draußen auf der grünen Wiese passiert, schadet der Branchenvielfalt im Zentrum.“ Schon jetzt sei es schwer für den Fachhandel, ergänzt Marie Rhodin. Jan Peter Ehlers erinnerte an das wechselseitige Zusammenspiel von Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Gastronomie. Nur wenn die funktionale Mischung im innerstädtischen Bereich stimme, funktioniere auch die Pflege der Kultur, mahnte er.

Biomarkt im stillen Winkel angedacht

Ungeachtet dessen müsse die Innenstadt selbst Aktivitäten vorantreiben, um attraktiv zu bleiben. Ein Beispiel: ABA möchte möglichst im kommenden Frühjahr im stillen Winkel einen

Biomarkt

installieren und ein Pendant zum Wochenmarkt bieten. Es seien bereits Gespräche mit Interessenten geführt worden, so Gesine Hansen.

Weiter auf der ABA-Agenda: die Wege von den Parkplätzen in die Innenstadt attraktivieren, ein Parkleitsystem voranbringen, Suche nach neuen Events. Hier erhofft sich der 1. Vorsitzende noch ein stärkeres Engagament der Mitglieder. Auf der Homepage sei eine Ideenbox eingerichtet worden, diese würde aber viel zu selten genutzt, gibt Ehlers offen zu.

Doch aktuell sind bei ABA alle Augen auf die Bau- und Umweltausschusssitzung gerichtet. Diesbezüglich erinnert Claus-Michael Rathjen an das von der Stadt in Auftrag gegebene und verabschiedete CIMA-Einzelhandelsgutachten. „Wird es umgesetzt, dürfte der dm-Markt nicht gebaut werden“, folgert Rathjen.

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