Regelung gilt zunächst bis Ende der Osterferien (19. April) / Lehrer und Erzieher nicht freigestellt

COVID-19: Kitas und Schulen schließen

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Ab Montag ohne Schüler – zumindest ab der 7. Klasse: So wie die Inselschule bleiben alle Schulen im Land bis zum Ende der Osterferien geschlossen.

Fehmarn/Kiel – mb/wa – Die Einschnitte ins gesellschaftliche Leben nehmen durch die Coronavirus-Epidemie weiter zu. Bereits am Donnerstag wurden Kita- und Schulschließungen ins Gespräch gebracht. Seit gestern Mittag steht fest: Der Schulbetrieb in Schleswig-Holstein ab der 7. Klasse wird ab Montag (16. März) konsequent eingestellt und zwar bis zum Ende der Osterferien (19. April). Ein Betreuungsangebot mit einwöchiger Übergangsfrist wird es für Kitas geben, für Grundschulen plus 5. und 6. Klassen bis Mittwoch (18. März). Allerdings gilt dies nur für Eltern, die systemrelevanten Berufen nachgehen. Über den entsprechenden Erlass informierten das Gesundheits- und Bildungsministerium. Ende der Woche sollen für Kitas weiterhin bestehende Bedarfe auf den Prüfstand gestellt werden, heißt es außerdem in der Stellungnahme der Ministerien. Erzieher und Lehrer sind übrigens nicht freigestellt und müssen regulär zur Arbeit erscheinen.

Birte Kaphengst ist Ortsvereinsvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes auf Fehmarn und somit zuständig für den Hort und die offene Ganztagsschule (OGS) der Grundschule Burg sowie die OGS der Inselschule. „Wir werden Montag erst mal schauen, wie wir die Betreuung organisiert bekommen“, so Kaphengst, die froh ist, dass es keinen harten Übergang wie im Schulbetrieb ab der 7. Klasse geben wird. „Die ganz Kleinen sind auf ihre Eltern angewiesen, während die größeren Kinder das sicherlich besser hinbekommen werden.“

Was sich im ersten Moment sicher für viele Schüler sehr verlockend anhört, wird in der Realität etwas anders aussehen als die normale schulfreie Zeit. Sowohl an der Grundschule der Stadt Fehmarn in Burg als auch an der Inselschule hatten sich die jeweiligen Schulleitungen in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften auf den Ernstfall vorbereitet. So wurden an die Grundschüler am gestrigen Freitag Arbeitspläne und Materialien für die Hauptfächer für die kommenden zwei Wochen ausgegeben. Bis Mittwoch sei ein Notbetrieb in der Schule vorgesehen. „Wir werden am Montag sehen, wie viele Schüler kommen“, so die Schulleiterin der Grundschule Burg, Ines Schmidt, die darum bat, dass möglichst alle Kinder zu Hause bleiben.

Erik Filter, Leiter der Grundschule in Landkirchen, erachtet die Ansage aus Kiel als richtig. Trotz des geringen Vorlaufes wurden auch hier die Kinder mit Aufgaben nach Hause geschickt, die „verpflichtend bis zu den Ferien erledigt werden müssen“, so Filter.

Für Claus Weilandt, Geschäftsführer der Montessori-Schule Fehmarn, ist die Entscheidung „alles andere als ideal“, aber „wir müssen die Situation ernst nehmen“. Die Gesundheit sei wichtiger als der Bildungsauftrag, so Weilandt gegenüber dem FT. Er sieht die Montessori-Schule gut vorbereitet. „Die Schüler haben wir mit Aufgaben nach Hause geschickt, die sie selbstständig abarbeiten werden.“

Michaela Krohn, Schulleiterin der Inselschule Fehmarn, ist sicher, dass es sich um eine „vernünftige Entscheidung“ handele. Man habe sich schließlich entsprechend darauf vorbereiten können. So sei auch an der Inselschule geregelt, dass die Schüler Arbeitsaufträge hätten. „Sie haben auch einen Zugangscode für ihren Klassenbereich auf der Homepage der Schule“, so Krohn. Dieser Bereich würde von den Klassenlehrkräften mit Inhalten gefüttert. Ebenso gebe es Arbeitsaufträge für die Lehrer, die zu Hause oder in der Schule arbeiten könnten. Die Schulabschlüsse seien nicht gefährdet. Die Abiturprüfungen, die für den März angesetzt waren, würden selbstverständlich so bald wie möglich nachgeholt. Für die 5. und 6. Klassen wird es bis Mittwoch Notgruppen geben

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