FDP-Delegation auf Fehmarn für FFBQ-Gespräche / Von Nachbarn eine Scheibe abschneiden

Die Dänen machen‘s anders

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Hier soll zukünftig gebaut werden: Der Ortsvereinsvorsitzende Peter Meyer (v.l.) führte Jörg Hansen, Oliver Luksic, Gyde Jensen, Dennys Börnhöft und Wahlkreismitarbeiterin Theresa Leinkauf abschließend nach Marienleuchte.

Fehmarn – mb – Von der Kommunalpolitik bis zum Bund: Alle politischen Ebenen nahmen gestern in Form einer FDP-Delegation an einem Informationsbesuch zur Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) auf Fehmarn teil, das auch ein Gespräch mit Lars Friis Cornett, Deutschlandchef des Tunnelplaners Femern A/S, beinhaltete.

Abseits des Besuches sprachen die Freien Liberalen mit dem FT. Da der Bundestag sich mit dem Forderungskatalog der betroffenen Gemeinden in Ostholstein wohl noch vor der Sommerpause beschäftigen wird, ist davon auszugehen, dass Fehmarn und der Kreis in den Fokus der Aufmerksamkeit des politischen Berlins rücken werden.

Oliver Luksic, Bundestags- abgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion, hat Verständnis für die Sorgen vor Ort. „Die Forderungen nach übergesetzlichem Lärmschutz bieten eine Möglichkeit, den Betroffenen entgegenzukommen“, aber die Forderungen müssten sehr gut begründet sein. Gehe man auf die Betroffenen zu, würde das auch Akzeptanz schaffen, pflichtete der Landtagsabgeordnete Dennys Bornhöft bei, der gleichzeitig Unverständnis für das Klein-Klein vor Ort zeigte. „Wir investieren Milliarden und dann scheitert es an vermeidlichen Kleinigkeiten vor Ort, weil die Gemeinden nicht richtig einbezogen werden.“

Dem Projekt können die Freien Liberalen naturgemäß viel Gutes abgewinnen. Gyde Jensen, Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein, nannte die bessere Anbindung ländlicher Regionen einen entscheidenden Faktor für die Wirtschaft und den Zuzug von Menschen. Die vermutete hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen im Kreis bestätigte der FDP-Kreisvorsitzende Jörg Hansen, der seit 2017 auch im Landtag sitzt.

Ein wenig neidisch sind die Liberalen indes auf die Dänen. Eine andere Herangehensweise – ja, eine andere Philosophie würden die Nachbarn bei infrastrukturellen Großprojekten verfolgen. Einen Puffer bei der Finanzierung einplanen, vorausschauender agieren, Betroffene frühzeitige einbinden und Projekte in der vorgegebenen Zeit abschließen, zählte Luksic unter anderem auf und machte deutlich: „Das müssen wir auch hinbekommen.“ Erst heute habe man erfahren, dass die Maut für die Brücke über den Großen Belt um 25 Prozent gesenkt werde, da sie früher abschrieben sei. „So etwas erwarte ich auch vom Land der Ingenieure“, sagte Luksic.

Bornhöft, der auch umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag ist, kritisierte in diesem Zusammenhang die Umweltverbände. „Auf dänischer Seite ist es ein konstruktives Miteinander und in Deutschland Fundamentalopposition.“

Letzter Halt des Tages: die potenzielle FFBQ-Baustelle auf deutscher Seite. Während auf der dänischen Seite fleißig der Bau vorbereitet wird, war derlei in Marienleuchte noch nicht zu sehen.

Ihren ersten Stopp hatte die FDP-Delegation im Rathaus auf Fehmarn eingelegt, wo Bürgermeister Jörg Weber (SPD) und Regionalmanager Jürgen Zuch sie in Empfang nahmen. Lobende Worte fand Weber für das Interesse der Gäste, sich über die Probleme und Herausforderungen der Kommune infolge der FFBQ und der Hinterlandanbindung zu informieren. Dennoch: Neues hatten die Liberalen nicht im Gepäck.

Erneut verwies der Verwaltungschef auf den Wunsch nach weniger bürokratischen und schnelleren Entscheidungen. „Das wäre ein unterstützendes Signal für die Region“, so Weber und nannte die Hängepartie um die Amalienhofer Brücke als Beispiel. Man habe im letzten Jahr den Vertrag bereits fast in den Händen gehalten, dann habe die Deutsche Bahn planerische Bedenken angemeldet, seitdem sei Warten angesagt. „Wir hören immer wieder“, es gehe um Kleinigkeiten, dennoch lasse eine Entscheidung weiter auf sich warten, so Weber, der auf eine Antwort vom Land bis spätestens Ostern hofft.

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