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Daniel Günthers großer Sieg

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Fehmarn Landtagswahl CDU Daniel Günther
Ministerpräsident Daniel Günther und die CDU konnten gestern einen triumphalen Wahlsieg einfahren. © Christian Charisius

Schleswig-Holstein wählte am Sonntag den 20. Landtag. Amtsinhaber Daniel Günther (CDU) kann sich den Koalitionspartner aussuchen.

Kiel – Triumph für die Union auf der einen, Fiasko für die SPD auf der anderen Seite: Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther haushoch gewonnen. In den Hochrechnungen von ARD und ZDF lagen die Christdemokraten am Sonntagabend mit großem Abstand vor allen anderen Parteien. Günther kann sich aussuchen, mit wem er nach fünf Jahren Jamaika-Koalition weiterregieren wird. Künftig reicht ihm ein einziger Partner aus. Die Wahl fällt wohl zwischen Grünen und FDP.

Historisch schlechtes Abschneiden der SPD

Die SPD stürzte auf ein historisch schlechtes Ergebnis ab und bleibt in der Opposition. Den Platz als zweitstärkste Partei verlor sie an die Grünen. Sicher im Landtag ist auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die Partei der dänischen und friesischen Minderheit. Die AfD hatte anfangs noch Hoffnungen, die Fünf-Prozent-Hürde irgendwie zu schaffen, im Laufe des Abends verhärtete sich jedoch die Gewissheit, zukünftig nicht mehr im Kieler Landtag vertreten zu sein. 

Günther sprach vor jubelnden Anhängern von einem „enormen Vertrauensbeweis, eine enormen Unterstützung natürlich auch für mich persönlich“. Der 48-Jährige kündigte an, in den nächsten Tagen Gespräche mit beiden bisherigen Koalitionspartnern zu führen. Eine Tendenz ließ er nicht erkennen. Sowohl Grüne als auch FDP machten deutlich, dass sie auch für ein Zweierbündnis zur Verfügung stünden. Die SPD und den SSW erwähnte Günther als mögliche Partner nicht. Die Wahlbeteiligung lag nach Schätzungen bei 63 Prozent.

Aus Kiel sahen die Hochrechnungen am Abend so aus: Die CDU kam auf etwa 43,5 Prozent – ein riesiges Plus gegenüber der Wahl 2017 (32,0 Prozent). Ihre bisherigen Koalitionspartner Grüne (2017: 12,9) und FDP (2017: 11,5) lagen knapp unter 18 beziehungsweise bei 6,5 Prozent. Die SPD unter Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller musste mit nur noch etwa 15,5 bis 16 Prozent dramatische Verluste hinnehmen (2017: 27,3). Der SSW holte etwa 6 Prozent (2017: 3,3). Die Linke scheiterte erneut klar an der Fünf-Prozent-Hürde.

Im Landtag von Kiel wird die CDU nach Zahlen der ARD von 20.42 Uhr künftig über 34 Mandate verfügen. Die Grünen kommen auf 14 Abgeordnete, die SPD auf 12, die FDP auf 5 und der SSW auf 4. Damit wären für die CDU theoretisch Bündnisse mit allen anderen Parteien im Landtag möglich. Die wahrscheinlichste Option ist aus Sicht von vielen Beobachtern eine Koalition mit den Grünen. Für Günther ist das Ergebnis auch ein großer persönlicher Erfolg. Der 48-Jährige gehört bundesweit zu den Ministerpräsidenten mit den höchsten Beliebtheitswerten. Mit dem jetzigen Triumph gehört er auch zu den entscheidenden Figuren, wenn über den nächsten Kanzlerkandidaten der Union spekuliert wird. Ausgerechnet Günther, der in der Union nie eine große Unterstützung für Friedrich Merz war, bescherte dem neuen CDU-Bundesvorsitzenden nun den ersten Erfolg.

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