Werner Ehlers (CDU) sauer darüber, dass Radler nur noch schiebend über die Brücke kommen

„Das ist dummes Zeug“

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Christine Matthes und Felix Henzel aus Hannover finden es einfach nur „lästig“.

FEHMARN - Von Nicole Rochell Wenn Sie vor und unter der Fehmarnsund-Brücke neuerdings Radfahrer sehen, deren Häupter sich, wie bei Zuschauern von Tennisspielen, von rechts nach links und wieder zurück bewegen – machen Sie sich keine Sorgen.

Es ist das verständliche Kopfschütteln über die neueste Anordnung der Verkehrsbehörde des Kreises Ostholstein, dass Radfahrer nun nicht mehr über die Fehmarnsund-Brücke fahren dürfen. Sie sollen schieben. Und das reichlich.

Nicht nur die 963 eigentlichen Brücken-Meter sollen die Radler jetzt neben ihrem Stahlross marschieren. Sie werden bereits rund 1,2 Kilometer vor dem Kleiderbügel auf der Festlandseite aufgefordert, abzusteigen und sich der Insel schiebend zu nähern. Hinzu kommen auf der Insel-Seite noch einmal einige schiebend zurückzulegende Meter, die Rampe hinunter zum Brückenfuß. Vermutlich denkt der Kreis, dass ein wenig laufen nach der mitunter langen Sitzerei im Sattel den Radlern wohltut. Die sehen das aber anders. So wie Christine Matthes und Felix Henzel aus Hannover, die derzeit ihren Urlaub im benachbarten Großenbrode verbringen. Beide empfinden es lästig, sich derart Fehmarn nähern zu müssen. So wie sie vermögen derzeit noch nicht viele Fehmaraner und Urlauber Verständnis für diese Maßnahme aufzubringen und fragen sich stattdessen, wie sich dieses starke Verantwortungsgefühl nach immerhin fast 50 Jahren ohne sonderliche Radler-Fürsorge im Bereich der Brücke so plötzlich hat entwickeln können. Der Weg ist nunmehr augenscheinlich zu schmal für Radler, die sich ja schließlich auch mal in Gegenverkehr-Situationen begegnen können. Dass Sie das nicht falsch verstehen. Der Weg ist im Laufe der Jahre nicht wirklich schmaler geworden und die Radfahrer auch nicht breiter, aber der Kreis, der vor fast 50 Jahren augenscheinlich den sich stets weiter entwickelnden Fahrradtourismus nicht im Blick hatte, geht eben lieber auf Nummer sicher. Nehmen Sie die Windwarnanlage, die Autofahrer schließlich auch nur davor bewahren will, sich ab bestimmten Winden in Gefahr zu begeben. Werner Ehlers (CDU) platzte der Kragen. Erst das Theater mit den Vollsperrungen, meint er die Windwarnanlagen-Geschichte, jetzt diese Sache. „Als wollte man uns zeigen, wer hier Herr im Hause ist“, beschlich Werner Ehlers das ungute Gefühl. Jetzt mache man so etwas, zwinge Radfahrer, an die drei Kilometer ihr Rad zu schieben. „Das ist nicht nachvollziehbar. Wir sind eine Fahrradinsel“, empörte sich Ehlers. Neue Bestimmungen gebe es seines Wissens nach keine, und wenn, dann sollte man nicht nur Verbote erlassen, sondern die Dinge auch verändern. Immerhin sei dies kein beliebiger Radelpfad, sondern ein internationaler Reiseweg. „Und wenn man als Radfahrer auf die Insel kommen möchte, kann man nicht drei Kilometer schieben. Das ist dummes Zeug“, so Werner Ehlers.

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