Denkmalschutz für IFA-Türme und Arne-Jacobsen-Siedlung – Offizielle Bekanntgabe auf Infoveranstaltung

Denkmalwürdig: „kantig-funktional“

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Die drei IFA-Türme, die die Architektur am Südstrand prägen, sind jetzt unter Denkmalschutz gestellt worden.

FEHMARN -hö- Auf der zweiten Informationsveranstaltung zum Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für die Tiefehalbinsel wurde es fast beiläufig bekannt gegeben: Die Hoteltürme des IFA-Ferienzentrums und die östlich angrenzende Appartementanlage sind vom Landesamt für Denkmalpflege im Oktober unter Denkmalschutz gestellt worden. Überbringer der überraschenden Nachricht in der „Hansekogge“ im IFA-Ferienzentrum war Bastian Müller vom Referat Inventarisation des Landesamtes.

Die unter Schutz gestellten Einheiten (dunkel markiert) der „Sachgesamtheit Ostseeheilbad Burgtiefe 2015“.

Unter Schutz gestellt wurde aber auch die Arne-Jacobsen-Siedlung, für die die Stadt Fehmarn bereits 2006 eine Erhaltungssatzung erlassen hat. Und als Einzeldenkmale zählen schon die alte Burgruine Glambek, das Meerwasser-Wellenbad sowie das Haus des Kurgastes. Müller berichtete, dass das seit Jahresbeginn geltende neue Denkmalschutzgesetz die Möglichkeit geschaffen habe, nicht mehr nur Einzeldenkmale unter Schutz zu stellen, sondern auch Ensembles. Dies sei jetzt für Burgtiefe geschehen.

Der offizielle Titel lautet „Sachgesamtheit Ostseeheilbad Burgtiefe 2015“. Bekannt gemacht worden sei das noch nicht, doch den Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung könne man als eine Veröffentlichung oder Bekanntmachung verstehen, meinte Müller vor den etwas verdutzten Zuhörern.

Allerdings sei der Schutzumfang bei Ensembles weniger hoch als bei Einzeldenkmalen, klärte der Denkmalschützer auf. So gehe es bei der Arne-Jacobsen-Siedlung ebenso wie bei den IFA-Türmen um den Erhalt der Außenfassade und damit den Gesamteindruck, den der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen mit seinen Planungen geschaffen habe. Das äußere Erscheinungsbild der Architektur, „kantig-funktional“, so Müller, darf also nicht verändert werden. „Im Inneren können sie machen, was sie möchten“, antwortete Müller auf Fragen betroffener Eigentümer.

Soll jedoch beispielsweise die Außenfassade gestrichen werden, dann spricht die Denkmalpflege ein gewichtiges Wort mit. Von Eigentümern im Rahmen des gültigen B-Plans vorgenommene Veränderungen, wie Um- oder Anbauten, an den Bungalows der Arne-Jacobsen-Siedlung würden laut Müller jedoch Bestandsschutz genießen. Allerdings, das machte Müller auch klar, sollte irgendwann einmal daran gedacht werden, in der Siedlung zusätzliche Balkone zu errichten, würden diese sich „sehr schwer genehmigen lassen“.

Von der Nachricht der Unterschutzstellung waren nicht nur die Zuhörer der Infoveranstaltung, unter ihnen zahlreiche Eigentümer, überrascht, auch die Vertreter der Stadtverwaltung und des Tourismus-Service hatten zuvor noch nichts Offizielles gehört, wenngleich es auf Behördenebene darüber bereits Gespräche gegeben habe, so der stellvertretende Tourismusdirektor Lars Widder gegenüber dem FT.

Bastian Müller vom Landesamt für Denkmalpflege.

Bastian Müller ließ am Sonnabend durchblicken, dass es im Landesamt für Denkmalplege wohl schon länger Überlegungen gegeben habe, in Burgtiefe denkmalschützerisch tätig zu werden. 

Offenbar haben die Bestrebungen der Stadt Fehmarn, die Tiefehalbinsel in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Millionen Euro hineinzubekommen und letztendlich das neue Denkmalschutzgesetz die Aktivitäten der Denkmalpflege wiederbelebt.

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