Sparkasse Holstein Jahresbilanz 2021
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Haben gut lachen, wenn sie an 2021 denken: Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein, Thomas Piehl (r.), sein Stellvertreter Joachim Wallmeroth (am Steuer) und Vorstandsmitglied Michael Ringelhann berichteten auf einer Pressekonferenz über ein erfolgreiches Jahr.

Die 34 Filialen haben Bestandsschutz bis 2025

Die Bilanzsumme steigt: Trotz Corona und Niedrigzins – Sparkasse Holstein wächst weiter

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Der Vorstand der Sparkasse Holstein kann zufrieden sein – das Geschäft in 2021 lief gut. Das zeigen die Zahlen, die auf der jährlichen Pressekonferenz präsentiert wurden.

  • Bilanzsumme der Sparkasse Holstein stieg in 2021 auf 8,24 Milliarden Euro.
  • Die 34 Filialen von Hamburg bis Fehmarn haben eine Bestandsgarantie bis mindestens 2025.
  • SB-Filialen sollen auf den prüfstand gestellt werden.

Bad Oldesloe – Trotz Nullzins und Pandemie: Die Sparkasse Holstein blickte auf ihrer gestrigen Jahrespressekonferenz auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurück. Das Geldhaus wächst weiter. Die Bilanzsumme ist im Vergleich zu 2020 in 2021 um elf Prozent höher ausgefallen, stieg von 7,39 auf 8,24 Milliarden Euro. „Der Treiber war das Kundenkreditgeschäft“, betonte der Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl auf der digitalen Pressekonferenz. Um sieben Prozent legte der Geschäftsbereich zu: von 5,83 auf 6,24 Milliarden Euro.

Wir brauchen Überschüsse, die wir in Eigenkapital überführen, um Kreditgeschäfte zu generieren.

Vorstandsvorsitzender Thomas Piehl

Um zehn Millionen Euro legte auch der Provisionsüberschuss zu, der sich unter anderem aus Versicherungen, Wertpapieren, Vermögensverwaltung, Girokonten und dem Auslandsgeschäft generiert. Das bilde sich eins zu eins im Betriebsergebnis ab, so Piehl. Das beträgt nach Steuern 41,9 Millionen Euro (2020: 35,3 Millionen Euro). Der Gewinn ist mit zwölf Millionen Euro nur marginal geringer als 2020. Für Piel wichtig, denn: „Wir brauchen Überschüsse, die wir in Eigenkapital überführen, um Kreditgeschäfte zu generieren.“

Besonders gut bei einer wichtigen Kenngröße

Ebenfalls wichtig für jede Bank ist die sogenannte Cost-Income-Ratio, also die Kosten in Relation zu einem Euro Ertrag. Die Holsteiner stehen ziemlich gut da: 61,4 Prozent (2020: 64,8 Prozent). „Unser ambitioniertes Ziel ist es, stets unter 65 Prozent zu bleiben“, teilte Piehl mit. Zum Vergleich: Die Sparkassen in Schleswig-Holstein kommen im Schnitt auf 66 Prozent.

8,7 Millionen Euro für Stiftungen ausgeschüttet

Das Geschäft läuft also, wodurch die Sparkasse im letzten Jahr 8,7 Millionen Euro über ihre 18 Stiftungen ausschütten konnte. „Damit fließen jährlich zehn Euro pro Bürger beziehungsweise 40 Euro je Kunde zurück in die Region“, so Piehl.

Banking-App ist Testsieger

Digitalisierung ist natürlich ein Fokus: Mit der eigenen Banking-App ist die Sparkasse gut aufgestellt und wurde aktuell bei „Stiftung Finanztest“ für Android und Apple Testsieger. Gute Nachrichten auch für die analoge Welt: Die 34 Filialen von Hamburg bis Fehmarn bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als „Herzstück der Sparkasse Holstein“, die man weiterhin nachhaltig betreiben wolle. Piehl gab eine Garantie für alle Standorte bis mindestens 2025.

1001 Mitarbeiter hatte das Bankhaus zum Ende des letzten Jahres – und wieder 66 Azubis. Piehl: In den letzten drei Jahren als Vorsitzender hab es keinen Tag gegeben, an dem alle Stellen im Haus besetzt gewesen seien. „Wir suchen Mitarbeiter.“

Es wird weniger Bargeld am Automaten abgehoben

Ohne Personal kommen die 46 SB-Filialen aus. Einerseits würden sie die „flächendeckende Geldversorgung sicherstellen“, so Piehl, andererseits sinke die Nachfrage an den Standorten, weshalb man diese zukünftig auf den Prüfstand stellen werde. Ein Hauptgrund: Es wird weniger Geld am Automaten abgehoben. Weniger eigene Kunden, weniger Fremdkunden und weniger Kunden von anderen Sparkassen, zählt der Vorstandsvorsitzende auf. Rund 0,5 Millionen Euro weniger Ertrag steht für die Sparkasse Holstein aus dem Automatengeschäft in 2021 zu Buche. „Das ist ein Trend, der schon vor Corona sichtbar war und sich mit der Pandemie beschleunigt hat“, so Piehl. Gestiegen ist indes die Zahl der Sparkassenkonten: netto um über 2200 auf fast 184000. Ziel für Ende 2022: mindestens 186000 Kundenkonten.

Auch die Einlagen der Kunden steigen von 5,48 auf 5,85 Milliarden Euro. „Das ist Fluch und Segen zugleich“, so Piehl, denn: Die Kunden geben das Geld nur kurzfristig her, was es schwierig für das Geldhaus macht, mit dem Geld zu arbeiten. Es liege auf dem Konto der EZB (Europäischen Zentralbank). Fürs Parken des Geldes muss die Sparkasse 0,25 Prozent Zinsen bezahlen.

Sparkasse Holstein will bis 2035 klimaneutral sein

„Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung“, hieß es in einem Video, das während der Pressekonferenz gezeigt wurde. So wurde beispielsweise in 2020 auf dem Dach der Zentrale in Bad Oldesloe Fotovoltaik installiert. 89000 kWh kommen jährlich zusammen. Auch für die Filiale in Burg ist eine Anlage in Planung. Ebenfalls ein gutes Beispiel: Papier. „Der gesamte interne Kreditprozess ist digital“, so Vorstandsmitglied Michael Ringelhann. Papier bräuchte es nur noch für die Vertragsunterschrift, ergänzte Ringelhann, wenngleich der Kunde entscheide, ob Unterlagen in Papierform oder digital genutzt werden. 

Zur geplatzten Fusion seines Hauses mit der Sparkasse Südholstein im Oktober des letzten Jahres nur ein kurzer Einlass. Das Zusammengehen sei „durch einseitige Willensbekundung“ beendet worden, so Piehl. 100 Millionen Euro hatte die Sparkasse Holstein für die Fusionsanstrengung eingeplant, die man nun in eigene Vorhaben investieren werde.

Wir sind für eine Fusion offen, aber im Moment gibt es keine aktiven Pläne.

Vorstandsvorsitzender Thomas Piehl

Auf Nachfrage, ob man mit dem Thema Fusion generell abgeschlossen habe, sagte Piehl: „Wir sind für eine Fusion offen, aber im Moment gibt es keine aktiven Pläne.“

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