Digitalisierung Fehmarn Schule
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Die Digitalisierung hält Einzug: Ines Schmidt, die Leiterin der Grundschule in Burg, steht vor dem Netzwerkverteilerschrank in ihrem Haus

Die digitale Zeitenwende an Fehmarns Schulen

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Die Stadt Fehmarn investiert dank hoher Förderquote durch den Digitalpakt in die Digitalisierung ihrer drei öffentlichen Schulen. Und auch die Montessorischule Fehmarn nimmt Geld in die Hand.

  • 495000 Euro im Haushalt 2022 für Digitalisierung der Schulen.
  • Digitalpakt Schule: Förderquote liegt bei 85 Prozent
  • Auch Montessorischule profitiert vom Digitalpakt.

Fehmarn – Die Digitalisierung der Schulen ist spätestens mit dem Beginn der Coronapandemie in aller Munde gewesen. Aus dem Bundesbildungsministerium stehen Schleswig-Holstein zwischen 2019 und 2024 über 150 Millionen Euro für Maßnahmen der Digitalisierung an Schulen zur Verfügung. Wie bereits 2021 hat Fehmarn auch für 2022 495000 Euro im Haushalt eingeplant. Die Förderquote liegt für die digitale Infrastruktur, Tablets und interaktive Bildschirme für die Klassenräume bei 85 Prozent. Der Eigenanteil der Stadt würde also nur bei etwas mehr als 40000 Euro liegen.

Unser Ziel ist es, für die Schulen einen gleichen Standard aufzubauen.

Michael Majewski, Systemadministrator der Stadt Fehmarn

Michael Unger und Michael Majewski sind Systemadministratoren bei der Stadt Fehmarn und für die drei staatlichen Schulen auf Fehmarn zuständig. In der Grundschule in Burg gab es bereits vor der Digitalisierungsoffensive WLAN – „allerdings nicht zukunftsfähig“, erklärt Majewski, dass aus einer ausfallanfälligen Ringverkabelung ein sternförmiges System wurde. Die vom IT-Dienstleister Dataport aufgebauten Access-Points, um WLAN im ganzen Haus zu transportieren, sind bereits in Betrieb – samt LAN-Verkabelung für jeden Klassenraum. So können zum Beispiel Beamer kabellos von den entsprechenden Endgeräten angesteuert werden. Kurzfristig soll das gleiche Angebot auch für die Grundschule in Landkirchen zur Verfügung stehen. „Unser Ziel ist es, für die Schulen einen gleichen Standard aufzubauen“, so Majewski.

Eine gute Infrastruktur hatte die Inselschule bereits mit dem Neubau. „Wir sind seit Jahren an das Landesnetz angeschlossen, es gibt feste Internetanschlüsse in allen Klassen- und Fachräumen“, erläutert Schulleiterin Michaela Krohn auf Nachfrage. Nur das WLAN habe bisher nicht verlässlich funktioniert, so Krohn. Mittlerweile sei die Netzwerkverkabelung verbessert und das WLAN verstärkt worden, so Majewski. Noch geplant ist laut der Schulleiterin die WLAN-Anbindung der Sporthalle.

Inselschule wartet auf interaktive Tafeln

Noch ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt. Zwar sind im Rahmen des Corona-Soforthilfeprogramms (ohne Zuzahlungsverpflichtung für die Schulträger) 149 iPads von Apple an Fehmarns Schulen gelangt, die man entsprechend aufgeteilt habe, so Systemkoordinator Michael Unger. Dennoch sind die digitalen Voraussetzungen in vielen Klassenräumen an der Inselschule noch nicht zeitgemäß. „Kaputte Beamer werden zum Beispiel nicht mehr überall ersetzt, weil wir auf die interaktiven Tafeln warten“, so Michaela Krohn. Gemeint sind 86-Zoll-Bildschirme, von denen man etwas über 50 anschaffen werde, so Majewski. Die europaweite Ausschreibung soll zeitnah erfolgen. So lange muss die gute alte Tafel ausreichen. 

„Grundsätzlich greifen aber schon jetzt die Schülerendgeräte sowie Software und Programme nahtlos ineinander“, so Krohn. Weiterhin in der Pipeline sind für die Inselschule Transport- und Ladewagen für die iPad-Klassensätze für alle Jahrgangsflure sowie Fortbildungen für die interaktiven Tafeln und unterrichtsbezogene Anwendungen auf den iPads.

Dem Umgang mit den digitalen Endgeräten misst die Inselschule viel Bedeutung bei – das wird deutlich in der Aufzählung der Schulleiterin: Zwei Lehrkräfte der Schule sind als pädagogische Begleitung und Unterstützung der Lehrkräfte im Rahmen des Landesprogramms „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ eingesetzt. In Jahrgangsstufe 5 wurde eine Stunde pro Woche für digitales Lernen eingeführt. Alle Schüler haben eine eigene Schul-E-Mail-Adresse und Zugang zu ihren digitalen Klassenzimmern auf der Lernplattform „Moodle“, die auch während des Unterrichts in der Schule genutzt wird. „Digitales Lernen werde in allen Fachlehrplänen abgebildet, so Krohn. „Die Lehrkräfte nehmen an mehreren Fortbildungsangeboten teil, die ihren Umgang mit digitalen Medien im schulischen Kontext vertiefen.“

Die beste Infrastruktur und die tollsten Endgeräte nützen (fast) nichts, wenn am Ende das Internet zu langsam ist. Immerhin 250 MBit/s stehen für die drei Schulen jeweils zur Verfügung, so Majewski, denn es bräuchte im Zuge der Digitalisierung auch ordentlich Bandbreite.

Montessorischule investiert 47000 Euro

Auch Schulen in freier Trägerschaft, wie die Montessorischule Fehmarn, können vom Digitalpakt profitieren. Die Schule habe zum Aufbau einer digitalen Struktur mit Server, Software und Endgeräten von verschiedenen Programmen profitieren können, teilt Schulsprecherin Melanie Wiegel mit. 47000 Euro habe man insgesamt investiert, dafür 26000 Euro Förderung erhalten. Der Aufbau der Struktur sei damit abgeschlossen. Allerdings wird die Zahl der Schüler auf mindestens 120 (derzeit 97) anwachsen, weshalb man wohl weitere Endgeräte anschaffen werde, so Wiegel und ergänzt in einem ersten Zwischenfazit: „Die Struktur und die Geräte haben natürlich dazu geführt, dass wir im digitalen Lernen eine deutliche Verbesserung erlangt haben“, obwohl der Schwerpunkt des Unterrichts weiterhin deutlich in der Montessoripädagogik liege.

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