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Die elfte Feuerwehr für Fehmarn: Ehrenamt und Hauptamt brauchen einander

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Von: Manuel Büchner

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Gemeindewehrführer Torsten Steffen Kommandowagen Fehmarn
Gemeindewehrführer Torsten Steffen an der Tür seines in die Jahre gekommenen Kommandowagens, der noch in diesem Jahr ersetzt werden soll. © Manuel Büchner

Brandschutz im Tunnel, Fuhrpark, Pandemie, Wahl neuer Ortswehrführer: Im Gespräch mit Fehmarns Gemeindewehrführer Torsten Steffen geht es um Herausforderungen für das Feuerwehrwesen auf Fehmarn.

Fehmarn – Zehn Ortswehren sorgen auf Fehmarn rund um die Uhr für Sicherheit. Menschen im Ehrenamt helfen bei Bränden, Unfällen oder Naturkatastrophen – und begeben sich dafür oftmals selbst in Gefahr. Abseits der Einsätze sind die Aufgaben nicht weniger herausfordernd: Mitgliedergewinnung, Ausrüstung, Brandschutz im Tunnel samt hauptamtlicher Wachabteilung oder die Pandemie. Gemeindewehrführer Torsten Steffen greift im Gespräch mit dem FT einige wichtige Aspekte auf, wie beispielsweise die Ausrüstung der Kameraden.

Die Politik macht einen guten Job.

Gemeindewehrführer Torsten Steffen

Während den Ortswehren auf Fehmarn ein Mitgliedermangel drohen könnte, sind die, die sich engagieren, zumindest gut ausgestattet. „Die Politik macht einen guten Job“, so Steffen, der in sein Lob auch die Arbeit der Verwaltung einbezogen wissen will. Was steht in Sachen Fuhrpark in diesem und im nächsten Jahr an? Wo drohen trotzdem Probleme? In 2022 bekommen Burg und Dänschendorf einen neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) und der Gemeindewehrführer einen neuen Kommandowagen. Für Westfehmarn ist für 2023 ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 10) vorgesehen. Kostenpunkt rund 360000 Euro. Für die Burger Ortswehr soll für etwa 560000 Euro ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) angeschafft werden.

Wo drückt der Schuh bei den Fahrzeugen der Feuerwehren auf Fehmarn?

Probleme sieht Steffen beim zweiten Fahrzeug in Landkirchen. Das Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) ist Baujahr 1984. „Wir finden keine Ersatzteile mehr.“ Ebenfalls alt aber noch funktionsfähig seien das LF 8 in Burg und das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) in Sulsdorf. Beide dürfe man nicht aus den Augen verlieren, wenn es um Ersatz gehe. Vorantreiben müsse man zudem die Planung für die Drehleiter in Burg, um einen Ersatz zu haben, bevor das Fahrzeug 20 Jahre alt wird und der TÜV ansteht, der dann bis zu 100000 Euro kosten könnte.

Hauptamtliche Wache rund um die Uhr besetzt

Mittlerweile wurde der Feuerwehrbedarfsplan um den Fehmarnbelttunnel erweitert. „Das Land hatte den Personalansatz als zu hoch angesehen“, so Steffen. Daraufhin wurde ein zweites Konzept erarbeitet, das sogar mehr Personal für die hauptamtliche Wache vorsieht, die rund um die Uhr besetzt sein muss. Tagsüber eine Gruppe mit neun Kameraden plus Führungskräfte und nachts eine Staffel mit sechs Kameraden plus Führungskräfte. Der gleiche Personalansatz wird übrigens auf der dänischen Seite bereitstehen.

Damit ist natürlich nicht alles geklärt: Heino Lafrenz, der im letzten Jahr nicht wieder für Aufgaben in der Gemeindewehrführung zur Verfügung stand, arbeitet im Hintergrund in Sachen Feste Fehmarnbeltquerung fleißig weiter. „Würde Heino nicht mehr für das Thema Tunnelsicherheit zur Verfügung stehen, hätte ich die Flinte schon ins Korn geworfen.“ Es seien so viele Termine, da würde kein Arbeitgeber mitspielen, so Steffen.

Ehrenamt und Hauptamt brauchen einander

Der Gemeindewehrführer legt ein großes Augenmerk auf das Miteinander zwischen Ehrenamtlern und Berufsfeuerwehr. „Wir werden einander brauchen.“ Bei größeren Vorfällen im Tunnel bräuchte es die Unterstützung der Freiwilligen Wehren, die wiederum – zumindest tagsüber – Unterstützung, um die Hilfsfristen einhalten zu können. „Die Hauptamtlichen müssen mit den Ehrenamtlern gut können.“ Die hauptamtliche Wache wird dem Gemeindewehrführer unterstellt sein. „Sie wird zur elften Wehr auf Fehmarn“, so Steffen. Direkt am Schadensfall im Tunnel werden die freiwilligen Kameraden aber nicht aktiv sein. „Die Arbeit übernehmen die Hauptamtlichen.“

Seit Kurzem steht auch fest, wer die hauptamtliche Wache leiten wird. Ende Februar wird dann auch der Stellvertreterposten besetzt sein. „Wir haben jemanden ausgewählt, der eine hohe Affinität zur Freiwilligen Feuerwehr hat“, betont Steffen.

Ein gewählter Wehrführer für Bannesdorf

Zurzeit hat Fehmarn mit Tobias Domke einen beauftragten Ortswehrführer in Bannesdorf. Im April 2019 hatte der Kreis Ostholstein den Feuerwehrmann bestellt, da er aufgrund seines Wohnorts – rund 400 Meter zu weit weg vom Feuerwehrhaus – nicht gewählt werden konnte. Steffen: „Unser Ziel ist es, für Bannesdorf eine gewählte Wehrführung auf der Stadtvertretersitzung im März zu vereidigen.“ Gewählt wird per Briefwahl. Auch in anderen Wehren stehen Wahlen der Wehrführung an: Puttgarden-Todendorf und Süderort in Präsenz und in Vadersdorf-Gammendorf (Stellvertreter) per Briefwahl.

Dienste sind bis Ende Februar abgesagt

Im Dezember hatte Fehmarn für den Feuerwehrdienst 2G vorgeschrieben. Die anhaltende Pandemielage stellt die Wehren weiterhin vor Herausforderungen. Nicht nur sind die Jahreshauptversammlungen (bis auf die zwei genannten Ausnahmen in sehr verkürzter Form) weiter ins Jahr hinein verlegt worden, auch alle Dienste sind mittlerweile bis Ende Februar abgesagt. „Wir hoffen, dass alles möglichst schnell wieder stattfinden kann. Wir brauchen die Übung“, sagt Steffen, der sich inzwischen seit über neun Monaten auf das große Ganze konzentriert, alle zehn Ortswehren im Blick haben muss.

Jan und ich sind mit Eifer dabei und wollen viel bewegen.

Gemeindewehrführer Torsten Steffen

„Die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung macht Spaß. Die Arbeit als Gemeindewehrführer ist erfüllend“, zieht der Fehmaraner bis hierhin ein positives Fazit. „Jan und ich sind mit Eifer dabei und wollen viel bewegen“, sieht Steffen die Gemeindewehrführung mit Stellvertreter Jan Hegerfeld gut aufgestellt. Wichtig sei dem Duo transparentes Arbeiten und die Zusammenarbeit mit den Ortswehren. Getreu dem Motto: „Wir fordern die Ortswehren, sie fordern uns.“

Den ersten Teil des Gespräches gibt es hier.

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