Teil 3: Systemrelevante Berufe in der Corona-Krise / Pflegedienst, Polizei und Wasserverband

Die Dinge von unterwegs regeln

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Haben Maßnahmen ergriffen: Jacqueline Rottke und Christoph Bähnke vom Pflegedienst Tabea in Burg.

Fehmarn –lb– Sie sind für uns da – die Menschen, die in systemrelevanten Berufen tätig sind. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr hielten sie den Laden am Laufen. Das FT hat sich Berufsfelder herausgepickt und mit den Menschen gesprochen. Zweiter Lockdown wie erster Lockdown? Was ist anders, welche Maßnahmen waren und sind nötig?

  • Wertschätzung der Pflegemitarbeiter wieder zurückgegangen
  • Beharrliche Verstöße gegen die Maskenpflicht auf Fehmarn nur vereinzelt
  • Wasserbeschaffungsverband macht gute Erfahrungen im ersten Lockdowin

„Morgen ist die Schule oder der Kindergarten zu“, blickt Christoph Bähnke ungern zurück auf den Lockdown im Frühjahr. Bähnke ist ambulanter Pflegedienstleiter beim Pflegedienst Tabea. Für die 50 Mitarbeiter wurde eigens durch die stellvertretende Pflegedienstleiterin Jacqueline Rottke ein Betreuungskonzept für die Kinder erarbeitet. „Die Kinder sind bis zur Öffnung der Schule oder des Kindergartens hier durch unsere Mitarbeiter betreut worden“, erklärte der Pflegedienstleiter.

Leider habe sich das Interesse an der Pflege im zweiten Lockdown rapide geändert. „Die Wertschätzung der Pflegemitarbeiter ist wieder auf das Niveau vor Pandemieausbruch zurückgegangen“, meint Bähnke.

Selbstverständlich habe der Pflegedienst interne Hygienekonzepte umgesetzt. „Wir regeln jetzt viele Dinge von unterwegs oder von zu Hause aus und machen viele Onlineveranstaltungen“, schilderte der Pflegedienstleiter die aktuelle Situation bei Tabea. Zudem habe man Container angeschafft. „So konnten wir unseren zur Verfügung stehenden Raum von 50 auf 100 Quadratmeter vergrößern und damit den Begegnungsverkehr etwas reduzieren“, rechnet Bähnke vor. Ebenfalls hätten die Mitarbeiter ihre dienstlichen und vor allem privaten Aktivitäten deutlich eingeschränkt.

„Wir haben als Polizei eine Vorbildfunktion“

„Corona war für uns Neuland“, sagt Fehmarns neuer Polizeichef Philipp Dietz. Im Frühjahr sei die Polizei auf Informationen der Gesundheitsämter und Ärzte angewiesen gewesen. Dementsprechend wurde der Dienst angepasst.

Wurde im ersten Lockdown nur bei besonderen Einsatzsituationen eine Maske getragen, trägt die Polizei nun bei sämtlichen Einsätzen einen Mund-und-Nasen-Schutz. „Wir haben als Polizei eine Vorbildfunktion“, erläutert Dietz. Beharrliche Verstöße gegen die Maskenpflicht habe die Polizei auf Fehmarn nur vereinzelt verzeichnet. „Die Bevölkerung ist vernünftig. Die Regeln werden akzeptiert und es wird sich daran gehalten. Dies erleichert uns den Dienst“, so Dietz.

Der Tresenbereich der Polizeistation in der Burger Kaestnerstraße wurde mit Plexiglas ausgestattet. „So schützen wir den Bürger und uns. Wir haben nun einmal keinen Homeoffice-Job“, so der Polizeihauptkommissar, der klarstellt, dass auch in Zeiten einer Pandemie die Polizei stets bemüht sei, jedem Bürger zu helfen.

Er begrüßt im Übrigen die Onlinewache, ein Angebot der Landespolizei, das zur elektronischen Übermittlung von Mitteilungen an die Polizei dient. Ob Fahrrad- oder Handy-Diebstahl, Internetbetrug oder Straßenverkehrsdelikt – online können die Bürger auf diesem Weg Kontakt mit der Polizei aufnehmen, ohne die Dienststelle aufsuchen zu müssen. In die Suchmaschine einfach „Onlinewache Schleswig-Holstein“ eingeben und den ersten Treffer anklicken. „Die älteren Bürger gehen lieber noch zum Schutzmann und erzählen, was passiert ist“, so Dietz.

Vier Techniker – zwei im Dienst, zwei auf Stand-by

„Wir haben im ersten Lockdown gute Erfahrungen sammeln können“, sagt Werner Ehlers, Verbandsvorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Fehmarn. Der Verband hat einen Geschäftsführer und eine Bürokraft. „Beide haben sich im Büro abgewechselt“, so Ehlers. Von den vier Technikern waren zwei im Dienst und zwei auf Stand-by. Diesen Arbeitsmodus habe der WBV auch im zweiten Lockdown wieder eingeführt. „Wir haben verhältnismäßig wenig Kundenkontakt. Wenn mal ein Kunde vorbeischaut, wird eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen“, berichtet Ehlers.

Teil eins der Serie lesen Sie hier.

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