UNB gegen Steinschüttung und Geotextilvlies / Behncke: Das hat uns schon überrascht

Dünenfußsicherung in Meeschendorf nur mit Sand

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Kaum Strand und eine ramponierte Düne – die aktuelle Zustandsbeschreibung des Meeschendorfer Strandes.

FEHMARN -hö- Der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) wollte eigentlich am Meeschendorfer Strand auf einer Länge von rund 300 Metern den angegriffenen Dünenfuß mit einer Steinschüttung und dem Einbau eines Geotextilvlieses nachhaltig sichern. Zusätzlicher Sand sollte dann den in den letzten Jahren arg zusammengeschrumpften Strand wieder verbreitern. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hat diesem Vorhaben nun einen Riegel vorgeschoben und aus naturschutzfachlicher Sicht den Einbau von Steinen und Findlingen abgelehnt. Nur das Aufbringen von Sand ist erlaubt

Tourismusdirektor Oliver Behncke hat diese Nachricht am 26. Februar erhalten. Vier Tage zuvor hatte er im Tourismusausschuss die geplante Maßnahme kurz vorgestellt und berichtet, mit der UNB und dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in Abstimmung zu sein.

„Das hat uns schon überrascht“, ist die ablehnende Haltung der UNB von Oliver Behncke nicht erwartet worden. „Da müssen wir mit umgehen, wir suchen aber weiterhin das Gespräch mit dem Kreis“, will Behncke noch nicht aufgeben.

TSF will zu „Bordmitteln“ greifen

Zunächst einmal wolle der TSF zu „Bordmitteln“ greifen, wie Behncke berichtete. Denn unbestritten ist, dass gehandelt werden muss. Der Strand habe sich in den letzten Jahren von ursprünglich 25 auf bis zu zehn Metern Breite reduziert, so Behncke. Nun will der TSF die im November des letzten Jahres auf die bei der Strandaufspülung in Burgtiefe angelegten Sanddepots zurückgreifen, um damit den konzessionierten Strand in Meeschendorf anzufüllen und zu modellieren.

Spätestens 2019 müsse laut Behncke dann umfassend am Strand „etwas gemacht werden“. In welcher Form ist noch unklar. Möglicherweise ergibt sich etwas aus dem gemeinsam von TSF und dem Fachbereich Bauen und Häfen zu erarbeitenden Buhnenkonzept. Als Option gilt nach Behnckes Angaben auch die Verfrachtung von Sand, der bei der geplanten Ausbaggerung der Fahrrinne im Burger Binnensee anfällt.

Auf Nachfrage teilt die UNB dem FT mit, dass der Dünenstreifen dem gesetzlichen Biotopschutz unterliege und deshalb Handlungen, die „zu einer Zerstörung oder zu einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung der geschützten Biotope führen können“, untersagt seien. Die beabsichtigte seeseitige gleichmäßige Profilierung der Dünenböschung unter Verwendung einer Vliesabdeckung mit einer Packlage aus Findlingen sieht die UNB kritisch, da die Düne auf ihrer Rückseite bereits durch Gabionen, die als seitliche Wegbefestigung dienen, „quasi eingeschnürt“ sei und ihre Werte und Funktionen weiter verlieren würde.

Zudem habe es im Bereich des Meeschendorfer Strandes keine übermäßigen Dünenverluste gegeben, teilt Carina Leonhardt, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, mit. Das hätte ein Abgleich mit Luftbildern aus den vergangenen Jahren deutlich gezeigt.

Vonseiten des Naturschutzes sei nun alternativ vorgeschlagen worden, in dem gefährdeten Strandabschnitt den seeseitigen Dünenfuß mit zusätzlichem Seesand zu stabilisieren und durch Schutz und Erhalt der Dünenvegetation stabil zu halten, so die Empfehlung der UNB.

In diesem Jahr wird deshalb wohl erst einmal eine Art „Erste Hilfe“ für den Meeschendorfer Strand angesagt sein – Sand aus den am Südstrand in Burgtiefe angelegten Depots.

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