Marco Eberle Bürgermeisterkandidat der Grünen / „Zahl der Zweitwohnungen begrenzen“

„Echt, mutig, eigen“

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Bürgermeisterkandidat Marco Eberle (l.) und Grünen-Vorsitzender Falko Siering versprühten in Petersdorf große Zuversicht, dass 2021 ein Grüner auf dem Rathaus-Chefsessel Platz nehmen wird.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Seit zwei Jahren schwimmen die Grünen bundesweit auf einer Erfolgswelle, auf Landesebene waren sie 2019 bei der Europawahl sogar die stärkste Kraft; noch vor der CDU. „Grün ist in“, meinte Falko Siering, Vorsitzender des Ortsverbandes Fehmarn, bei der Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Marco Eberle (50): ein Grüner fürs Rathaus in Burg.

  • Grüne Selbstbewusstsein ist angekommen auf der Insel
  • Seit 2008 in der Kommunalpolitik
  • Bürgersprechstunden ab September
„Ich werde Bürgermeister der Stadt Fehmarn“, verdeutlichte Eberle bei der Vorstellungsrunde in der Turnhalle Petersdorf (wir berichteten aktuell), dass das grüne Selbstbewusstsein an der Basis auf der Insel Fehmarn angekommen ist und auf festen Füßen steht. Gegenüber demFT sagte Marco Eberle, dass seine Entscheidung zu kandidieren in den letzten zwei Jahren gereift sei. Jetzt befinde er sich dazu auch im richtigen Alter und so lange wie Joe Biden, der als 77-Jähriger gegen Donald Trump antritt, wolle er nicht warten, erklärte er leicht verschmitzt.

Als er sich zuvor der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und seine Beweggründe für eine Kandidatur dargelegt hatte, hatte er es an Ernsthaftigkeit nicht missen lassen. „Ich trete an, um zu gewinnen“, so Eberle, der von sich sagt, „ich bin mir selbst und meinen Werten immer treu geblieben“. Er sei „echt, authentisch, absolut echt“, er sei „mutig“, könne vorangehen und sei „eigen“ in seiner Art.

Das seien die Charakterzüge, die ihn auszeichneten. Den gebürtigen Franken, der sich zunächst zum technischen Zeichner ausbilden ließ, der ein Maschinenbaustudium startete, nach dem Zivildienst aber schnell feststellte, dass ihn die Tätigkeit mit Menschen mehr ausfüllt, zog es an die Schauspielschule und als Schauspieler schließlich auf die Theaterbühnen Deutschlands, ehe er 2008 dem Ruf der Familie folgte und auf Fehmarn sesshaft wurde. Seit zehn Jahren führt er das Café „liebevoll“ mit angeschlossenen Kulturlabor in Burg und bereichert mit einem qualitativ hochwertigen Programm die Kulturszene der Insel.

Seit 2008 engagiert sich Eberle in der Kommunalpolitik, wo er für die Grünen im Stadtparlament sitzt. „Ich bin an der Sache dran“, weiß er nach eigenen Angaben, wo auf Fehmarn „die Probleme liegen“. Zu den wichtigsten Themen, die angegangen werden müssten, zählt er die Wohnungsknappheit, die Beltquerung, den Weg zur Klimaneutralität und die Mobilität.

Neben der Schaffung bezahlbaren Wohnraums hält er es für notwendig, die Zahl der Zweitwohnungen zu begrenzen, den Tourismus zwar qualitativ zu verbessern, das Angebot an Ferienwohnungen aber nicht „ausufern“ zu lassen. Um bis 2030 klimaneutral zu sein, müsse man „jetzt Taten folgen lassen“, fordert er. Ebenso müsse einMobilitätskonzept für die gesamte Insel entwickelt werden, denn Mobilität, wie sie sich ihm aktuell darstelle, „heißt Stillstand“.

Das Führen der Verwaltung wolle er mit Vernunft, Fingerspitzengefühl, Sensibilität, Leidenschaft und dem nötigen Respekt angehen. Parallel müsse der Verwaltung Raum für eine kreative konzeptionelle Arbeit gegeben werden, so Eberle.

Griffiges Wahlprogramm im Oktober/November

Das detaillierte

Wahlprogramm

– „etwas Griffiges“ – will der 50-Jährige im Oktober/November ausarbeiten, ab September möchte er aber schon eine

Bürgersprechstunde

anbieten, um mit den

Fehmaranern

in den Dialog einzutreten. Die heiße Wahlkampfphase beginne für ihn dann etwa vier Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin am 7. März 2021.

Ein halbes Jahr vor der Wahl ist die Zuversicht Eberles riesengroß. Er sagt: „Ich werde kein Verwaltungsmeister, ich werde Bürgermeister.“

Bislang muss er sich gegen Amtsinhaber Jörg Weber (SPD) und die von der WUW unterstützte parteilose Doris Klemptner durchsetzen. Wahlvorschläge können aber noch bis zum 11. Januar 2021 eingereicht werden.

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